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    Klaus Eck
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28. November 07

Studie: Weniger Ich – mehr Wir

Unsere gesellschaftlichen Werte verändern sich zurzeit grundsätzlich. Das zeigen nicht nur die Diskussionen um Social Media, sondern wird auch durch einige neuere Studien belegt. Es geht den Menschen langfristig um „Weniger Ich (und) mehr Wir“, so ein Ergebnis der Studie „Delphi2017 – Was Menschen morgen bewegt“. Sie prognostiziert einen deutlichen Wertewandel in Deutschland. Herausgegeeben wird die Studie  vom  Heidelberger Marktforschungsunternehmen GIM. Sie erscheint im April 2008 als Buch.

Demnach gibt es fünf zukunftsrelevante Grundorientierungen, die in den nächsten zehn Jahren für Lebensbereiche wie Gesundheit, Bildung, Arbeit, Familie und Konsum prägend sein sollen:

1. Managing „Dutility“: Funktionieren im System

2. Living Substance: Zurück zum Wesentlichen

3. Embedding Individuality: Weniger Ich – mehr Wir

4. Creating „Lifeholder Value“: Gestalten und Partizipieren

5. Engaging in a Sane Society: Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung

Besonders die „Embedding Individuality“ zeigt sich in vielen gesellschaftlichen Strömungen. Immer mehr Menschen nutzen die Möglichkeiten des Social Networkings oder werden Teil einer Online-Community. Damit scheint die Me-Gesellschaft, in der das Individuum im Mittelpunkt steht, ihren Endpunkt zu erreichen. Stattdessen lassen sich die Menschen hierzulande wieder auf soziale Gemeinschaften ein und opfern dafür sogar ihre Ansprüche auf individuelle Selbstverwirklichung. Doch im Gegenzug für die Übernahme von mehr sozialer Verantwortung werden die Menschen belohnt: Sie können sich konkrete Hoffnung auf persönliche Benefits machen, meinen die Marktforscher:

"Die bürgerliche Mitte wird sich um das Thema ‚Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung’ neu konstituieren", lautet ein Resümee der GIM-Forscher Dr. Kerstin Ullrich und Dr. Christian Wenger.

Das zeichnet sich bereits anhand der LOHAS-Bewegung und den US-Diskussionen um den Klimawandel ab.

An der neuen Delphi-Studie haben mehr als 40 Experten aus Deutschland und sechs weiteren Ländern mitgewirkt. Aus den fünf Grundorientierungen haben die Experten die Anforderungen für zukunftsorientiertes Marketing abgeleitet. Sie müssen Teil sozialer Gemeinschaften werden, denn stärker als bisher erwarten die Verbraucher, dass Marken sowohl Nutzen als auch Sinn stiftend sind. Unternehmen sollten Dienstleistungen und Technologien anbieten, die Menschen entlasten und ihnen helfen, Zeitpuffer im Alltag zu gewinnen. Zudem wollen Konsumenten klare und dauerhafte Markenversprechen erhalten. Das entspricht ihrem wachsenden Bedürfnis nach Sicherheit, Orientierung und Verlässlichkeit. Wenn Unternehmen sich als Marke entsprechend positionieren, Kontinuität und Wiedererkennbarkeit anbieten, dann können Sie bei einer Begleitung durch adäquate Reputationsmaßnahmen in Zukunft davon profitieren.

>> PR Blogger: Studie "Delphi2017 – Future Values" kommt
>> Erste Ergebnisse der Studie (PDF)

Disclaimer: GIM wird von meiner Kollegin Heike Bedrich im PR-Bereich unterstützt. Bei ihr kann man auch das ausführliche Exzerpt zur Studie bestellen unter gim@talisman-pr.de.

Klaus Eck

19. November 07

Web 2.0-Umfrage unter Fachjournalisten

Wie nutzen eigentlich Fachjournalisten das Internet & Web 2.0? Dieser Frage geht Hugo E. Martin in seinem Blog in sieben kurzen Fragen nach. Er will mit seiner Umfrage den Fachjournalisten, Verantwortlichen und Dienstleistern im Bereich B2B-Kommunikation und Fachmedien helfen, Diskrepanzen und Handlungsbedarf aufzuzeigen. Alle, die sich für Antworten auf diese Fragen interessieren, sollten sich deshalb 5 Minuten Zeit nehmen.

 >> Hugo E. Martin: Hinweis: Umfrage 'Fachjournalisten und Internet jetzt online

Klaus Eck

Blogcensus vermisst Blogosphäre

Für ihr Projekt des Blogcensus haben sich Jens Schröder und Dirk Olbertz unter dem Motto "Wir vermessen die Blogosphäre" die Mühe gemacht, erstmals die Zahl der deutschsprachigen Blogs nicht via Befragung, sondern per Zählung und Hochrechnung zu ermitteln. Mit einem selbst entwickelten Suchmechanismus wollen sie alle potenziellen Blog-Adressen ermitteln und eine Vielzahl eigenhändig daraufhin überprüfen, "wie viele davon Spam, englischsprachig, Passwort-geschützt oder schlicht kein Blog" sind. Diese Fehlerquote wird auf die Gesamtzahl der URLs hochgerechnet. Die Ergebnisse sollen künftig monatlich veröffentlicht werden. Aufgrund der angewandten Methodik handelt es sich hierbei vermutlich um eine der genauesten Analysen der deutschsprachigen Bloglandschaft.

Die ersten Resultate lauten (Stand: 01.11.2007):

Deutschsprachige Blogs, die innerhalb der vergangenen 2 Monate aktualisiert wurden: 133.300.
Deutschsprachige Blogs, die innerhalb der vergangenen 4 Monate aktualisiert wurden: 179.700.
Deutschsprachige Blogs, die innerhalb der vergangenen 6 Monate aktualisiert wurden: 210.600.

Auf den ersten Blick sehen diese Zahlen ernüchternd aus, gingen bisherige Umfragen doch von ganz anderen Größenordnungen irgendwo zwischen 350.000 und in der Spitze gar 4,1 Millionen Bloggern in Deutschland aus. Diese Zahlen sagten jedoch bislang nicht viel aus, weil sie nur auf Studien beruhten und zudem unklar war, wie häufig die einzelnen Blogs aktualisiert werden. Daher ist es erfreulich, nun eine ernstzunehmende Zahlenbasis zu haben. Zumal aufgrund der eigenhändigen Kontrolle vieler URLs ein gewisses Mindestmaß an Qualität bei den gezählten Blogs vorrausgesetzt werden kann.

Interessant wird nun künftig sein, das weitere Wachstum der Blogosphäre zu beobachten: Zurzeit kommen jeden Tag 800 bis 1.000 neue Blog-URLs im Blogcensus hinzu. Besonders der Wert der Blogs, die in den vergangenen zwei Monaten aktualisiert wurden, wird daher Aufschluss darüber geben, wie sehr das Bloggen hierzulande wirklich verbreitet ist. Außerdem haben Schröder und Olpertz angekündigt, in einem Panel auch demographische Daten der Blogger abzufragen und auszuwerten. Zwar ist mit diesen Ergebnissen erst in einiger Zeit zu rechnen, die Erkenntnisse sollten jedoch nicht minder aufschlussreich sein und einen realitätsnahen Blick auf die Struktur der Blogosphäre ermöglichen.

Thomas Knüwer vom Handelsblatt nennt zudem erste Zahlen des Blogcencus zur Verbreitung der Bloghoster in Deutschland:

"Marktführer mit 18,5 Prozent ist Wordpress, eine Software, die von den Autoren auf dem eigenen Rechner installiert werden muss. Rang zwei belegt My Blog mit 12 Prozent, eine dicke Überraschung ist das drittplatzierte Spin mit 9,8 Prozent. Es folgt die Google-Tochter Blogger (9,3) und die deutsche Blog.de (8,0). Nur auf dem sechsten Platz rangiert das soziale Netzwerk Myspace mit 7,3 Prozent."

>> Blogcensus-Blog
>> Hugo E. Martin: 'Erster' Blogcensus-Report 'deutschsprachige Blogs'
>> Telagon Sichelputzer: Der Blogcensus Report 01/2007 (Nachtrag)

Klaus Eck

30. Oktober 07

Studie: Nicht ohne meine Zeitung

In vielen Haushalten liegt eine Zeitung morgens im Briefkasten, wird am Frühstückstisch überflogen und landet einige Stunden später im Papierkorb. Am nächsten Tag ist das Printprodukt veraltet und vergessen. Klingt nicht gerade nach einem Zukunftsmodell oder? Dennoch wollen 78 Prozent der Deutschen nicht ohne Zeitungen als Informationsquelle leben. Das ergab eine repräsentativen Emnid-Umfrage, die einigen Verlegern die Angst vor der digitalen Zukunft nehmen könnte. Jedoch sollten sie sich trotzdem nicht beruhigt zurücklehnen, sondern müssen mit einem veränderten Informationsverhalten der Onliner rechnen. So messen rund 61 Prozent der Befragten der digitalen Medienwelt eine wachsende Bedeutung zu.

49 Prozent glauben sogar, dass das sich ihr Informationsverhalten noch weiter verändern wird. Die Bedeutung des Internet für das zukünftige Kommunikationsverhalten lässt sich auch aus der Forderung ableiten, die 90 Prozent aller Befragten stellen: Sie sind der Meinung, dass der Umgang mit dem Internet in Schulen erlernt und Unterrichtsfach werden sollte.

Anscheinend fühlen sich drei Viertel der Nutzer von den Informationsfluten überfordert und können diese kaum noch handhaben. Nicht weiter verwunderlich, dass sich deshalb knapp 50 Prozent sicher sind, dass es einen Trend „zurück zur Zeitschrift/Zeitung“ geben wird, wenn der Internet-Boom abgeklungen sei.

Vermutlich dürften sie darauf angesichts der voranschreitenden Digitalisierung unserer Lebenswelten lange warten. Dennoch sollten man auf dieses Bedürfnis reagieren, indem der Umgang mit der Vielfalt des Internets vermehrt in den Schulen und Universitäten gelehrt wird. Ein Web 2.0-Projekt für Schulen und ein Training in Sachen Medienkompetenz wäre daher sicherlich sinnvoll.

>> PR Blogger: 400 Jahre Zeitung
>> Sueddeutsche Zeitung: Frank Schirrmacher: Zeitung und Internet
>> Spiegel Online: Das Internet ist an allem schuld

Klaus Eck

24. Oktober 07

Digitale Eingeborene im Web 2.0

Unlängst machte der Second Life-Gründer Philip Rosedale in einem Interview mit der Wirtschaftswoche klar, um was es im Onlinegeschäft künftig gehen werde: Um die Zeitbudgets der Menschen. Diesen Kampf künftig für sich zu entscheiden, dürfte eine der Schlüsselaufgaben aller Marketingbemühungen im Netz sein.

In dieser Hinsicht ist die neue TNS Infratest Studie „Web 2.0 – Wer sind die Nutzer des Mitmach-Webs?“ durchaus aufschlussreich. Die erste Erkenntnis, dass es vor allem junge Menschen sind, die sich im Internet bewegen und ihm Inhalte beisteuern, unterstreicht die Ergebnisse anderer Studien, etwa des Stern MarkenProfil12. Bis dahin also wenig Überraschendes.

Interessant hingegen ist die vorgenommene Gegenüberstellung derer, die nutzergenerierte Inhalte lediglich passiv rezipieren und jener, die aktiv Inhalte schaffen.

Aktivpassiv

(Quelle: TNS Infratest)

Von den 1.102 befragten Personen lesen 33% Blogs und 7% betreiben auch ein Blog. Dass diese Zahlen wesentlich höher sind als die der ARD/ZDF-Onlinestudie 2007 (8,4% Leser; 2,6% Blogger) oder des Stern MarkenProfil12 (6% Leser; 2,5% Blogger), liegt vermutlich daran, dass es sich um eine Online-Befragung handelte. Denn die Stichprobe enthält somit Surfer, die tendenziell stärker involviert sind als der durchschnittliche Onliner. Die Einteilung der passiven und aktiven User in Altersgruppen hingegen ist durchaus aufschlussreich: Während der ältere Netzbewohner Inhalte vornehmlich konsumiert, sind die jüngeren wesentlich mehr aktiv unterwegs im Netz. Beispielsweise sind 63% der Blogger zwischen 14 und 29 Jahren alt und sogar bei den Verfassern von Beiträgen zu Online-Enzyklopädien rekrutiert sich der größte Anteil (33%) aus der Gruppe der 14-19-jährigen.

Dies lässt dann umgekehrt folgenden Schluss für Online-Angebote zu: Während man Menschen in der Gruppe 40+ mit (natürlich möglichst hochwertigen) Inhalten zufriedenstellen kann, wird man die nachkommenden Generationen verstärkt aktiv partizipieren lassen müssen. Sie werden dialogorientierte Angebote gerne wahrnehmen, wollen selbst verstärkt Inhalte ins Netz stellen und dieses vermutlich auch zunehmend fordern, weil sie es gewohnt sind.

>> Wissensforum/Medialine: Bernd Pitz: Web 2.0: Die Jungen schreiben, die Alten lesen

Klaus Eck

22. Oktober 07

Studie: Werbung oft zu unpersönlich

Für das Online-Marketing werden die Verbraucher immer wichtiger. Im Kontakt zum Kunden werden vor allem Online-Foren, Kommentarfunktionen, Votings und Blogs eingesetzt. Das ist eines der Ergebnisse der Studie „Alternative Werbeformen 2007“, die von der GfK im Auftrag der Agenturgruppe Robert & Horst nun bereits zum dritten Mal erstellt worden ist.

Der einzelne Kunde rückt zunehmend in den Fokus des Marketing. So nennen dieses Jahr erstmals 17,6% der befragten Marketing- und Vertriebsentscheider die Unpersönlichkeit der Werbung als deren größtes Problem. In der Gruppe derer, die mehr als 10% ihres Budgets in alternative Werbeformen investieren, sind es sogar 25%, die von professioneller Kommunikation künftig eine verstärkt individualisierte Ansprache erwarten.

Dies spiegelt sich auch in einem veränderten Bild vom Verbraucher wider, dem in Zeiten des Web 2.0 generell höheres Gewicht beigemessen wird. Die Mehrheit der Befragten hält ihn für immer anspruchsvoller (80%), will ihn künftig verstärkt in die Markenkommunikation einbinden (70%) und sieht ebenso sein gefährliches Potential, Marke und Unternehmen mehr zu schaden als noch vor fünf Jahren.

Diesen mündigen Konsumenten für sich zu gewinnen, wird also eine Kernaufgabe kommender Kommunikationsbemühungen darstellen. Dabei spielt auch das Internet eine immer wichtigere Rolle. Während klassische Werbeformen im Marketingmix Federn lassen mussten, konnten virale Konzepte und Word-of-Mouth zulegen. Und immerhin 37,4% sprechen User Generated Content große Bedeutung als Kommunikationsmittel zu, 12,3% sogar sehr große. Die Top 5 der tatsächlich genutzten User Generated Content-Instrumente sieht wie folgt aus:

1. Foren (32,2%)
2. Kommentarfunktionen (29,5%)
3. Votings (24,2%)
4. Blogs (23,6%)
5. Mediasharing-Plattformen (17,5%)

Auch Social Communities werden künftig eine wichtigere Rolle spielen: 16% betreiben bereits eine Community und weitere 14,1% planen dahingehend.

An anderen Zahlen wird jedoch auch deutlich, dass deutsche Unternehmen nach wie vor großen Nachholbedarf haben, wenn es um die adäquate Nutzung des Internets in Kommunikationsbelangen geht. Dass 58% der Befragten Podcast- und Videoportalen keinerlei Relevanz fürs Marketing beimessen, ist ebenso erschreckend, wie die Erkenntnis, dass fast 24% mit dem Begriff User Generated Content erst gar nichts anfangen können.

>> Direkter Download der Studie "Alternative Werbeformen" (PDF)

Klaus Eck

14. Oktober 07

Studie: Neue Bloggerzahlen

Ganz so wenige Blogger scheint es doch nicht in Deutschland zu geben. Glaubt man den Ergebnissen der Studie "stern MarkenProfile 12" bloggen hierzulande 340.000 Onliner regelmäßig. Immerhin 880.000 deutschsprachige 14- bis 64-jährige Internetnutzer sollen gelegentlich in ihrem Weblog schreiben und sogar
1,6 Millionen hin und wieder in fremden Weblogs kommentieren.

"Die Männer haben am engeren Kreis der 880.000 Weblog-Betreiber einen Anteil von 61 Prozent. Die Hälfte aller Blogger ist zwischen 14 und 29 Jahre alt. Rund 36 Prozent befinden sich als Schüler, Azubis oder Studenten noch in der Ausbildung. 21 Prozent der Blogger sind berufstätige Computerexperten. Während der durchschnittliche Internetnutzer pro Woche insgesamt elf Stunden aus privaten oder beruflichen Gründen im Web verbringt, sind es bei den Bloggern 26 Stunden." (Heise online)

Die Studie MarkenProfile erscheint als Repräsentativ-Erhebung der Zeitschrift Stern alle zwei Jahre und untersucht das Konsumverhalten, die Marken- und Medienpräferenzen der Deutschen. MarkenProfile 12 wurde zusammen mit dem Heidelberger Institut Sinus Sociovision entwickelt und widmet sich besonders der Frage, welche Medienmentalitäten sich im digitalen Zeitalter herausbilden. Für die Studie wurden im Zeitraum März bis Mai 2007 rund 10.000 Interviews durchgeführt.

>> Heise Online: 340.000 deutschsprachige Internetnutzer bloggen regelmäßig
>> PR Blogger: Studie: 40 Prozent Blog-Leser & mehr Frauen bloggen
>> PR Blogger: ARD/ZDF-Onlinestudie 2007: Gibt es doch weniger deutsche Blogger?

Klaus Eck

07. September 07

Studie: 40 Prozent Blog-Leser & mehr Frauen bloggen

Ob Blogs nur Nischen bedienen können oder bereits zum Mainstream zählen, hängt auch ein wenig von der lokalen Entwicklung und Kultur ab. Im Gegensatz zu den ARD/ZDF-Zahlen für Deutschland gibt es in den USA sehr viel mehr Anhänger der Blogkultur: 40 Prozent der US-Bürger lesen Blogs. Insgesamt gibt es in den USA  8 Prozent Blogger. So lautet das Ergebnis der Marktforscher von Synovate, die dafür 1.000 Erwachsene in den Monaten Juli/August 2007 befragt haben.

Interessanterweise erzielen die Blogs in den USA eine sehr gute Leserbindung: 46 Prozent der Blog-Leser besuchen regelmäßig dieselben Blogs. Eine spannende Größe für Werbetreibende. 15 Prozent nutzen die Blogs täglich und 5 Prozent lesen sie sogar mehrmals am Tag. Hierzu gibt es in der ARD/ZDF-Onlinestudie nicht einmal eine Angabe.

In der Synovate-Studie kam zudem heraus, dass sich die Blog-Leser vor allem für folgende Informationen interessieren:

  • 65% wollen Meinungen erhalten
  • 35% lesen Nachrichten
  • 38% wollen Entertainement
  • ein Drittel liest Gossip
  • nur 2% infomieren sich via Blog über ihre Familie und Freunde

Als Hauptgrund für die Blog-Lektüre gaben 48 Prozent an, dass sich unterhalten lassen wollen. In Deutschland lag der Anteilt derjenigen, die Blogs als Unterhaltungsmedium sehen bei nur 14 Prozent. 26 Prozent lesen in den USA Blogs, um etwas über ihre Hobbies und speziellen Interessensgebiete zu erfahren. Für Nachrichten interessieren sich hingegen gerade einmal 15 Prozent. Dabei ist der Frauenanteil der Blog-Leser sehr hoch, die auch ein eigenes Weblog betreiben: Es liegt mit 20 Prozent erheblich höher als bei den Männer mit 14 Prozent.

Während hierzulande viele erst wenige etwas mit den Begriffen Blogs, Weblogs und Web 2.0 anfangen können, ist das Bloggen in den USA bereits Mainstream: 80 Prozent der Befragten wissen dort, was ein Blog ist.

>> via off the record:In den USA lesen 40 Prozent Blogs
>> MarketingVox: Four of 10 Americans Read Blogs, One-Third of Those Click on Ads
>> Synovate/Marketing Daily survey: New study shows Americans' blogging behaviour
>> Tech.blorge: Survey: more women blogging than men as blogs hit mainstream
>> PR Blogger: ARD/ZDF-Onlinestudie 2007: Gibt es doch weniger deutsche Blogger?

Klaus Eck

06. September 07

ARD/ZDF-Onlinestudie 2007: Gibt es doch weniger deutsche Blogger?

40,8 Millionen Deutsche ab 14 Jahren nutzen hierzulande zwar das Internet, aber interessieren sich im Vergleich zu den Einwohnern anderer europäischer Länder bisher wenig für das Bloggen. 8,36 Prozent der Onliner lesen Blogs nur;  2,64 Prozent sind darüber hinaus auch noch aktiv als Blogger. 89 Prozent verzichten sogar ganz auf das Lesen von Blogs. Das ergab die ARD/ZDF-Onlinestudie 2007. Dafür wurden im April 2007 insgesamt 1.820 Erwachsene in Deutschland befragt. Drei Viertel der Onliner (72 %) dient das Internet in erster Linie als Informationsbeschaffungskanal. Als Unterhaltungsmedium sehen es nur wenige (14 %). Aktuelle Nachrichten, Service- und Verbraucherinformationen sowie regionale Inhalte sind hierbei ganz besonders gefragt.

Das Mitmach-Web bleibt hinter den öffentlichen Erwartungen (zumindest vieler Blogger) zurück. Zwar haben bereits 47 Prozent einmal die Wikipedia genutzt, doch aktiv waren gerade einmal 6 Prozent der Onliner. Nicht anders verhält es sich bei den Videoportalen. Während 34 Prozent derlei Portale besucht haben, haben erst 7 Prozent einen Film hochgeladen. Und erst 2 Prozent der Befragten haben sich einen Avatar in einer virtuellen Welt wie Second Life aufgebaut.

Für die ARD/ZDF-Medienkommission scheinen die Ergebnisse beruhigend zu sein. Denn wie bisher werden die hochwertigen Informationen bei den Fernsehsendern vermutet. Diese bauen ihre Marken auch im Internet aus. So meint stellvertretende Vorsitzende der ARD/ZDF-Medienkommission und Intendant des Hessischen Rundfunks, Dr. Helmut Reitze: "Die Menschen erwarten, dass die Inhalte, die sie seit Jahrzehnten an unseren Fernseh- und Hörfunkprogrammen schätzen, auch im Internet verfügbar sind. Dieser Forderung kommen wir mit unseren Multimedia-Angeboten nach, zum Beispiel auf ard.de, das-erste.de und tagesschau.de, sowie mit den Multimedia-Angeboten der Landesrundfunkanstalten. In unserer ARD Mediathek, die wir als Showcase auf der IFA vorstellen, bündeln wir all diese Angebote."

Etwas gewundert hat mich beim Lesen der Onlinestudie, dass bei der Nutzungshäufigkeit ausgewählter Web 2.0-Angebote keine Zahl bei der täglichen Lektüre von Weblogs steht. Gibt es wirklich niemanden, der mindestens einmal am Tag Blogs liest? Oder sind solche Blog-Leser einfach eine absolute Ausnahme?

Im Vergleich zu anderen Blog-Studien sind die Blog-Zahlen erheblich niedriger. Vermutlich sind sie näher an der Wirklichkeit als viele andere Annahmen. Das zeigen mir auch die bekannten Abrufzahlen einiger populärer Blogs. Optimistisch für die weitere Entwicklung der Blogosphäre stimmen mich die möglichen Wachstumsraten: So ist das Interesse daran, selbst aktiv Beiträge zu verfassen und ins Internet zu stellen, von 2006 (25%) auf 2007 (31 %) gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr (7 %) werden Blogs 2007 häufiger genutzt (11 %). Der Anteil der passiven Nutzer von Blogs ist ebenfalls weiter gestiegen. 76 Prozent der Blog-Leser rufen nur die Beiträge ab, betreiben aber keine eigenen Blogs und schreiben auch keine Kommentare. Nur ein Viertel der Blog-Besucher ist selbst aktiv. Das entspricht meinen Erfahrungen in Blog-Projekten. Letztlich zeigt die Onlinestudie mir deutlich, dass wir uns hierzulande erst am Anfang des Weges sind und viele Erwartungen der Vergangenheit (sicher auch meine eigenen), was die Schnelligkeit der Entwicklung angeht, einfach überzogen waren. Hierbei war sicherlich des Öfteren der Wunsch der Vater des Gedanken.

>> ARD - ZDF Onlinestudie
>> Telagon Sichelputzer: Online-Studie: 2,64 Prozent der Deutschen sind Blogger
>> off the record: Bloggt da wer?
>> Trice.de: Unbedeutende Blogs
>> Media Perspektiven (ausführliche Informationen zur Studie als PDF)
>> Das Textdepot: Online-Studie: Eher Infobeschaffung als Unterhaltung

Klaus Eck

09. August 07

Blogleserschaft

Am 1. August habe ich auf dem PR Blogger eine kleine Umfrage durchgeführt, auf die es bis heute immerhin 205 Antworten gegeben hat. Es ist nur ein kleines Meinungsbild, aber zeigt deutlich, dass die Aufnahmekapazitäten der Blogleser durchaus begrenzt sind.

24 Prozent der Befragten lesen nur 9 Blog-Artikel in der Woche, 14 Prozent schaffen bis zu 19 Blog-Texte und nochmals 19 Prozent immerhin noch bis zu 49 Beiträge. Das ist nicht besonders viel, bedenkt man, in welcher Hülle und Fülle es inzwischen im deutschsprachigen und vor allem anglizistischen Raum Blogs gibt. Demgegenüber lesen 14 Prozent zwischen 50 und 99 Blog-Artikel und 30 Prozent mehr als 100 in der Woche.

Es scheint eine gewisse Zweiteilung der Leserschaft zu geben. Während die einen begeisterte Blogleser (44 Prozent) sind, nutzen andere (56 Prozent) nur sporadisch Blog-Texte. Nicht besonders überraschend, das Ergebnis. Vermutlich wird es in Zukunft eine noch stärkere Segmentierung der Blogs und der Medien insgesamt geben. Ich bin gespannt, wie sich die Aufmerksamkeit in Zukunft auf die einzelnen Positionen verteilen wird.

Welche Erfahrungen haben Sie eigentlich mit Ihrer Blogleserschaft gemacht? Kommen Sie zu ähnlichen Ergebnissen?

Klaus Eck

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