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Der PR Blogger

  • In diesem Online-Journal schreiben Fachautoren regelmäßig über PR- und Marketing-Themen. Hierbei bilden neue Entwicklungen in der Kommunikation den Schwerpunkt.

    Klaus Eck, der Herausgeber des PR Bloggers, ist auf BlogBeratung, BlogCoaching und BlogMonitoring für Unternehmen spezialisiert.

    Kontakt:
    Klaus Eck
    Tel.: 089/44236991
    ke (at) imagecapital.de
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    06. Mai 08

    Online Reputation Management 4: Die Sängerin 2.0: Verenice

    Immer mehr Schauspieler, Sänger und andere Künstler richten sich auf MySpace einen Account ein, stellen Videos auf Youtube oder Sevenload und profitieren insgesamt von den Möglichkeiten des Web 2.0. Verenice steht noch am Anfang ihrer Karriere als Sängerin, ist aber im Social Media-Umfeld sehr aktiv und nutzt das Internet für die Selbstvermarktung sehr geschickt. Grund genug, auch Sie nach Ihrer Reputationsstrategie zu fragen und herauszufinden, wie viele Privates sie online zulässt.

    Im Internet habe ich bei Google insgesamt 67.200 Beiträge zu "Verenice" gefunden? Wie erklären Sie sich das?

    Verenice ist zwar ein seltener Vorname, aber da in den heutigen Zeiten so viele Menschen ihre Spuren im Web 2.0 hinterlassen, werden nicht mehr nur bekannte Persönlichkeiten über Google gefunden, jeder Hans und Franz oder eben jede Verenice. Das ist gelebte Demokratie! Allerdings sind die ersten Plätze bei Google alle von mir besetzt. Immerhin gibt es sogar einen Link zu einem Online-Verzeichnis für Baby-Vornamen, wo irgendjemand mich witzigerweise als „bekannte Persönlichkeit mit dem Vornamen Verenice“ eingetragen hat.

    Sie sind sehr aktiv online unterwegs, haben mehrere eigene Websites, einen Myspace- und Facebook-Account, ein Blog, einen Video-Kanal auf Sevenload und viele andere Dinge mehr. Wie wirkt sich das für Sie aus, wenn jemand Sie kontaktiert? Wissen andere schon alles über Sie?

    Verenice_klein_2 Zunächst trenne ich klar zwischen privaten und beruflichen Kontakten. Zum Beispiel habe ich bei MySpace sowohl ein privates als auch ein Musik-Profil. Das private nutze ich hauptsächlich, um mit meinen Freunden aus den USA, wo ich zur High School gegangen bin, in Kontakt zu bleiben. Dort füge ich nur wirkliche Freunde hinzu. Auf meiner MySpace-Musik-Seite adde ich so ziemlich jeden, der eine Anfrage schickt. Dort geht es darum, den Fans eine Plattform zur Information und zum Austausch zu geben.

    Hingegen sehe ich in dem willkürlichen Sammeln von Kontakten bzw. „Schein-Freunden“ auf privaten Profilen für mich keinen Sinn. Ein Bekannter von mir hat einmal behauptet, er kenne alle seiner 2000 Facebook-Freunde persönlich. Als ich ihm ein paar Namen von denen nannte, konnte er allerdings nichts damit anfangen. Da addet ein Profilierungssüchtiger den anderen... Wenn mir ein Unbekannter eine Facebook-Anfrage schickt, dann frage ich ihn erst einmal, woher wir uns kennen und warum ich ihn bitteschön bestätigen sollte.

    Ein anderer Bekannter erwähnt in seinem Twitter-Feed jeden Tag seinen morgendlichen Kaffee und schreibt, was es in der Kantine zu essen gibt. Da frage ich mich, wen das eigentlich interessiert. Dann kenne ich jemanden, der jedes Date auf Twitter bespricht. Naja, da muss man dann wohl wenigstens nicht mehr warten, ob diese Person wohl am nächsten Tag anruft; man kann einfach bei Twitter nachschauen, ob ihm das Date gefallen hat.

    Bei meinen knapp 20 Online Accounts ist es natürlich schwierig, den Überblick zu behalten. Hilfreich sind hier die E-Mail-Benachrichtigungen, wenn ich z.B. eine neue Freundanfrage erhalten habe, und Aggregatoren wie Netvibes. In meinem Netvibes Universe sind alle meine relevanten Online-Aktivitäten, die meine Musik betreffen, zusammengefasst. Da steht jetzt aber nichts allzu Privates drin. Durch meine Songs lasse ich sowieso schon so tief in meine Seele blicken, das passt in keinen Tweet.

    Allerdings gebe ich online manchmal doch mehr preis, als mir bewusst ist. Als ich z.B. neulich auf einem Flug nach Goa fast ohnmächtig geworden bin, hatte ich meiner Mutter abends am Telefon davon nichts erzählt, weil ich nicht wollte, dass sie sich Sorgen macht; doch ich hatte meine gesamten Reiseerlebnisse in meinem Blog auf freundin.de festgehalten. Ein paar Tage später bekam ich einen Anruf von meiner Mutter: „Was ist da los? Ich habe deinen Blog gelesen...!“

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    05. Mai 08

    Online Reputation Management 3: Sören Stamer setzt auf Enterprise 2.0

    Auf mehr Selbstorganisation setzt der CoreMedia-Chef Sören Stamer in seiner Firma. Er hat das Buch "Enterprise 2.0: Die Kunst, loszulassen" gemeinsam mit Willms Buhse herausgegeben, in dem unter anderem Andrew McAfee, David Weinberger, Don Tapscott Artikel mitschreiben sowie Case Studies von Nokia, SAP und Vodafone veröffentlicht werden. In unserem Interview erläutert der Hamburger, was eigentlich Enterprise 2.0 für ihn tatsächlich ist, wie es in seinem Unternehmen praktiziert wird und wie es sich auf die Unternehmenskommunikation CoreMedias insgesamt ausgewirkt hat.

    CoreMedia bezeichnet sich seit einiger Zeit als Enterprise 2.0? Was heißt das?

    Wir erleben in der Organisationsentwicklung getrieben durch das Internet und Web 2.0 einen Paradigmenwechsel. CoreMedia ist zunächst ein Unternehmen und erbringt als solches wie fast jedes Unternehmen Leistungen für Kunden, beschäftigt Mitarbeiter und erwirtschaftet Gewinne für die Aktionäre. Doch die Art und Weise, wie CoreMedia die Wertschöpfung erbringt und die Zusammenarbeit koordiniert, weicht deutlich von klassischen Unternehmen ab. Als Enterprise 2.0 nutzt CoreMedia im Unterschied zu klassischen Unternehmen ein deutlich höheres Maß an Selbstorganisation. CoreMedia setzt im Unternehmen also auf das selbe Paradigma wie es auch dem Web 2.0 zugrunde liegt. Statt starrer hierarchischer Strukturen und einem vergleichsweise hohen Maß an zentraler Kontrolle nutzt CoreMedia offene Netzwerkstrukturen, dynamische Hierarchien und soziale Medien um kreativer, schneller und effektiver zusammen zu arbeiten.

    Als vereinfachende Formel könnte man sagen: Enterprise 2.0 = Web 2.0 in the Enterprise + Privacy + Relevance.

    Wie unterscheidet sich Ihre Strukturen von denen klassischer Unternehmen? Welche Erfahrungen haben Sie mit den neuen Partizipationsmöglichkeiten gemacht?

    Neu9_2 Um innovativer, agiler und schneller zu werden und letztendlich unsere Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, haben wir die klassischen Abteilungsstrukturen aufgelöst und die Vernetzung zwischen den Mitarbeitern und zu Kunden und Partner systematisch und sehr deutlich gesteigert. Einmal im Quartal treffen sich alle Mitarbeiter und Manager und arbeiten in einem Open Space Workshop selbstorganisiert an den Themen, die den Beteiligten am Herzen liegen und von ihnen vorgeschlagen werden. Alle Beteiligten entscheiden selbst, welche Themen sie interessieren und wie sie sich einbringen wollen. Aufgrund des großen Erfolgs dieser Workshops haben wir begonnen auch Aktionäre, Aufsichtsräte, Kunden, Partner, potentielle Kunden aber auch Freunde, Journalisten und Blogger einzuladen.

    Es war sehr beeindruckend für mich, zu erleben, wie sich die Offenheit und das Vertrauen in alle Beteiligten sich auf unerwartete Weise auszahlte. Fast alle Ergebnisse der diversen Arbeitsgruppen auf den Open Spaces wurden innerhalb weniger Wochen bis Monate erfolgreich in die Tat umgesetzt - und zwar ohne gesonderte Direktive "von oben". Wir brauchten also keinen zusätzlichen Managementaufwand für wichtige Durchbrüche.

    Insgesamt haben wir erkannt, dass weniger zentrale Kontrolle und mehr Vertrauen in die natürlichen Kräfte der Selbstorganisation sich auszahlt. Wir mussten dafür lernen, dass dynamische Hierarchien in einem dynamischen Umfeld deutlich besser funktionieren als statische. Daher lassen wir unsere Manager von dem zu führenden Team vorschlagen und regelmäßig bewerten.

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    02. Mai 08

    Online Reputation Management 2: Wer ist eigentlich Uwe Mommert?

    Ego-Googeln war gestern. Lieber schaue ich mir die Online-Profile von Kommunikatoren, Journalisten und Bloggern an: Für den zweiten Teil der Interview-Serie habe ich einige Fragen an den Landau Media-Vorstand Uwe Mommert gerichtet, der regelmäßig im Mediacoffee Blog publiziert. Sein Unternehmen ist deutschlandweiter Anbieter von Medienbeobachtung in Print-, Internet-, TV-, Hörfunkmedien und Nachrichtenagenturen.

    Mommert 1. Im Internet habe ich bei Google insgesamt 3.660 Beiträge zu "Uwe Mommert" gefunden? Wie erklären Sie sich das?

    Ich bin als Marketing-Vorstand bei Landau Media für die Außendarstellung verantwortlich. Dazu gehört, dass ich auch viele schriftliche Beiträge veröffentliche und z.B. blogge. Da ich dies bereits seit 10 Jahren tue, hat sich eine Menge im Netz angesammelt.

    2. Unter den ersten Treffern erfährt man als Leser, dass einiges über Ihre berufliche Position. Sie sind "Vorstand der Landau Media AG" und als solcher zur Medienbeobachtung wie die Jungfrau zum Kinde gekommen, heißt es in den ersten Einträgen, die Sie selbst verantworten. Außerdem sehen wir, dass Sie auf dem Mediacoffee Blog aktiv sind, ein Xing-Profil haben, Mitglied in der Marketing Boerse sind und auch schon einmal in anderen Blogs kommentieren. Wie wirkt sich das für Sie aus, wenn jemand Sie kontaktiert? Wissen andere schon alles über Sie?

    Auf jeden Fall sind manche Besucher besser informiert, als dies z.B. vor sechs Jahren der Fall war. Ich finde das ganz praktisch und mache es umgekehrt natürlich auch so.

    3. Was ist Ihr persönliches Reputationsziel? Wie wollen Sie als Person online wahrgenommen werden?

    Das erste Ziel ist es, überhaupt wahrgenommen zu werden und so auch Öffentlichkeit für mein Unternehmen zu erzeugen. Persönlich versuche ich einfach digital genau so zu kommunizieren, wie ich es  im direkten Kontakt mache. Inhaltlich ist mir wichtig, dass ich auf den Gebieten Medien, Medienbeobachtung und PR-Evaluation als „Player“ identifiziert werde und dort zur inhaltlichen Entwicklung des Themas beitragen kann.

    4. Sind Sie in Blogs oder an anderer Stelle online schon einmal persönlich angegriffen worden? Was raten Sie anderen in solchen Situationen und wie sind Sie damit gegebenenfalls umgegangen?

    In Blogs werde ich häufig persönlich angegriffen, da ich meine Meinung oft klar formuliert und manchmal auch provokativ äußere. Ich habe akzeptiert, dass die Diskussion in Blogs auf einer anderen Ebene abläuft und deswegen anderen Kommunikationsregeln unterliegt. Ich persönlich, als Repräsentant meines Unternehmens, achte vor allem darauf, dass ich nicht niveaulos kommuniziere.

    5. Wie schützen Sie eigentlich angesichts der neuen Online-Transparenz noch Ihre Privatsphäre?

    Privat geht von mir fast gar nichts ins Netz. Ich kann ja steuern, welche Informationen ich freigebe und welche nicht. Aus diesem Grund sind z.B. meine Flickr-Fotos nicht öffentlich. Einen kleinen Blick in meine Privatsphäre kann man höchstens in last.fm erhaschen. Dort sieht man, dass ich die Toten Hosen und die Beatsteaks als Band sehr schätze.

    >> PR Blogger: Online Reputation Management 1: Uwe Knaus im Interview

    Klaus Eck

    30. April 08

    Online Reputation Management 1: Uwe Knaus im Interview

    In einer Interview-Serie betrachte ich in den kommenden Wochen einige Protagonisten der digitalen Welt näher und schaue mir dabei gezielt ihre jeweilige Online-Reputation und deren Online-Aktivitäten an. Hierbei freue ich mich über weitere Gesprächspartner und Anregungen. Wer Interesse an einem entsprechenden Interview oder Ideen dazu hat, kann sich gerne bei mir melden.

    Als erstes habe ich Uwe Knaus, Daimler, einige Fragen zu seinem persönlichen digitalen Erscheinungsbild gestellt:

    1. Im Internet habe ich bei Google insgesamt 56.900 Beiträge zu Uwe Knaus gefunden? Wie erklären Sie sich das?

    Neu8 Natürlich hat es mit meiner Tätigkeit zu tun und damit, dass das Daimler-Blog das erste Mitarbeiter-Blog eines DAX30-Unternehmens ist, was natürlich Aufmerksamkeit erregt. Im Zusammenhang mit der Berichterstattung zum Daimler-Blog fällt dann auch meist mein Name. Dabei haben wir ja viele Autoren, die dem Blog ein Gesicht geben. Die Google-Zahl ist auf den ersten Blick sehr hoch, zumal ich vor dem Start des Blogs im Oktober 2007 im Netz quasi unauffindbar war. Die Anzahl der Suchergebisse verringert sich jedoch auf 1.860, wenn ich mittels Anführungszeichen exakt nach „Uwe Knaus“ suche. In Relation dazu liefert mir Google bei „Klaus Eck“ – ebenfalls in Anführungszeichen geschrieben - beachtliche 34.400 Treffer.

    2. Unter den ersten Treffern heißt es, dass Sie "Oberblogger", "Blog-Macher" und "Leiter Corporate Blog" in der Abteilung Web Communications bei der Daimler AG sind und dass Sie mit Ihrem Daimler-Blog die Attraktivität und die Reputation Ihres Unternehmens verbessern wollen. Wie wirkt sich das für Sie aus, wenn jemand Sie kontaktiert? Wissen andere schon alles über Sie?

    Das sind alles Titel, die mir von anderen verliehen wurden. Ich selbst sehe mich mehr in einer Rolle hinter den Kulissen: als Organisator oder als eine Art Hausmeister, der darüber wacht, dass da, wo Blog draufsteht, auch Blog drin ist. Die Süddeutsche Zeitung hat mich auch mal als „Vater“ bezeichnet. „Pate“ wäre hier passender, denn das Entstehen eines Corporate Blogs ist immer die Leistung eines Teams und nicht die eines Einzelnen. Der Pate ist ein Mit-Vater oder auch „Gevatter“, der dem Sprössling zur Seite gestellt wird und ihn auf seinem Weg begleitet. So sehe ich meine Aufgabe. Wenn ich heute kontaktiert werde, weiß die Person auch nicht viel mehr von mir als vor meiner jetzigen Tätigkeit: Ich bin zuständig für das Daimler-Blog und war von Anfang an dabei. Über den „Blog-Macher“ Uwe Knaus hinaus spuckt Google kaum Informationen aus.

    3. Was ist Ihr persönliches Reputationsziel? Wie wollen Sie als Person online wahrgenommen werden?

    Was meinen Job angeht, möchte ich sauber und präzise wahrgenommen werden. Als Privatmensch möchte ich möglichst nicht online in Erscheinung treten. Beides funktioniert bisher ganz gut. Immer im Hinterkopf: Das Netz vergisst nichts.

    4. Welche Reputationsziele haben Sie konkret mit Ihrem Daimler-Blog?

    Unser Unternehmens-Blog wird in erster Linie betrieben, weil wir die Daimler AG ein Stück transparenter machen wollen. Das funktioniert bisher nachgewiesenermaßen ganz gut. Ein Grund dafür dürfte in der Authentizität liegen, die bei Blogs eine tragende Säule der Glaubwürdigkeit darstellt. Die Offenheit, mit der unsere Mitarbeiter hier bloggen dürfen, fällt positiv auf das Unternehmen zurück.

    5. Sind Sie in Blogs oder an anderer Stelle online schon einmal persönlich angegriffen worden? Was raten Sie anderen in solchen Situationen und wie sind Sie damit gegebenenfalls umgegangen?

    Ich hatte das Glück, bisher noch nicht öffentlich angegriffen worden zu sein. Zudem bin ich der Meinung, dass persönliche Dispute nicht unter den Augen anderer ausgetragen werden sollen. Man kann immer anderer Meinung sein, kann Kritik äußern. Sie sollte jedoch nicht ins Persönliche gehen, sondern immer konstruktiv sein. Da ich noch nie in einer solchen Situation war, habe ich auch keinen konkreten Rat parat. Das Vorgehen hängt sicherlich immer vom Einzelfall ab. Generell würde ich immer ein persönliches Gespräch vorziehen, bevor man in Kommentaren oder Posts aufeinander losgeht.

    6. Wie schützen Sie eigentlich angesichts der neuen Online-Transparenz noch Ihre Privatsphäre?

    Indem ich keine privaten Informationen ins Netz stelle. Eine kleine Ausnahme ist mein Profil auf XING: Hier sind zwei, drei private Infos, bei denen ich jedoch selbst entscheiden kann, wer sie sehen darf.

    Uwe Knaus Online-Welt:
    >> Daimler Blog: Einblicke in einen Konzern » Uwe Knaus (Moderator)
    >> Uwe Knaus | brainGuide - DAS EXPERTENPORTAL - Deutschland
    >> Uwe Knaus auf Twitter

    Klaus Eck

    24. April 08

    Blogopfer Goldman Detectives?

    Seit einigen Tagen wird die Bloggerwelt mit einem Rasierer, einer Zahnbürste und einem 20-Euro-Handy im Atem gehalten. Rund 100 bis 150 Blogger erhielten Anfang dieser Woche dieses seltsame Päckchen zugeschickt und bloggten darüber. Der Versender ist bislang unbekannt. Deshalb rätseln viele der Adressaten, wer ihnen dieses seltsame Päckchen zugeschickt hat und bloggen darüber. Sehr schnell führte das zu den wildesten Spekulationen über die Beweggründe des mysteriösen Spenders. Die meisten sind der Ansicht, das es sich um eine geschickt platzierte virale Werbe-Kampagne handele.

    Als der Blogger Frank Helmschrott ein angebliches "Fax von Goldman Detectives" erhielt, schien alles klar zu sein, er fühlte sich auf der richtigen Spur. In seinen Kommentaren schreibt er: "Im Moment sieht das eher nach einer billigen Werbeaktion für ein noch billigeres Buch aus - aber wir werden ja sehen was noch kommt. Vielleicht ist es ja doch nur eine falsch Fährte."

    Das Buch "Traced! Online-Personenrecherche" wird von Barbara Goldman und Michail Borchewski bei der Books on Demand GmbH herausgegeben und ist auch via Amazon erhältlich. Darin beschäftigen sich die Autoren unter anderem mit Reputationsmanagement und vor allem Identitätsmanagement. Nur ist die Agentur jetzt selbst (zufällig?) Opfer einer Aktion geworden, die ihr ungewollte (?) Aufmerksamkeit verlieh und anscheinend den Server der Website http://www.goldman-detectives.com ausfallen ließ.

    Außerdem gab es anscheinend für kurze Zeit einen Account bei Twitter unter http://twitter.com/GMDetectives, vermeintlich ein Fall von Identitätsdiebstahl oder doch ein Online-Spiel mit uns Bloggern...

    Die "Goldman Detectives" haben bislang kaum Spuren im Netz hinterlassen. Deshalb war es nicht schwer, die ersten Suchergebnisse bei Google komplett zu übernehmen. Innerhalb von wenigen Tagen entstanden mehr als 23 Blog- und viele Twittereinträge mit dem Gerücht, dass sie für das Päckchen verantwortlich sind. Das konnte dem kleinen Unternehmen nicht ganz egal sein. Es stellt daher heute in einer Richtigdarstellung klar, dass sie für die Zusendungen an Blogger nicht verantwortlich seien:

    "Die europaweit agierenden Mitarbeiter von Goldman Detectives stehen nicht in Verbindung mit Paketen, die deutschen Blogger erhalten haben in die vergangene Tage. CEO Barbara Goldman stellt fest: „Wir distanzieren uns von dieser Aktion. Wir versendeten keine Faxe, ebenfalls haben wir keinen Account für Twitter.com.“ Goldman Detectives Intl. wird interne Ressourcen bereitstellen, um die missbräuchliche Nutzung seines Namens in Deutschland zu unterbinden. Jegliche Verwendung in ARG unserer Firma ist durch nationales wie internationales Recht untersagt. Goldman Detectives bittet Betroffene in Deutschland um Verständnis."

    Gleichzeitig warben die Goldman Detectives in der Pressemitteilung für ihr Buch auf seltsame Art und Weise: "Es ist mit stimmungsvollen Jagdfotos aus der Natur illustriert". Dieser seltsame Passus irriert ein wenig, bedenkt man, dass es im Buch um das Thema "Personensuche" (Bloggerjagd?) und Identiy Management geht. Trotz allem zeigt das Beispiel, wie schnell ein eher unbekanntes Unternehmen seinen digitalen Ruf aufgrund einer bloßen Verdächtigung in der Bloggerwelt verlieren kann.

    >> Augsburger Allgemeine: Sascha Borowski: Spurensuche im Internet. Mysteriöse Päckchen für das Blogger-Land
    >> MellowBox: Update: Die Drei Fragezeichen und das geheimnisvolle Paket
    >> Karrierebibel:  Präsentäter - Wer bloggt, bekommt Geschenke (Das Video)
    >> Kosmar: Motorasierbürstenpaketabsenderverdacht
    >>Ralphs Piratenblog:(Update) Goldman Detectives -> das Paketrätsel geht weiter

    Klaus Eck

    19. April 08

    Videos II: Unternehmen und US-Politiker in der Videokritik

    In der Krise fällt es Unternehmen oftmals schwer, adäquat auf die Kritik zu reagieren. Es wird erst recht kompliziert, wenn es sich um kritische Videos handelt. Wie soll eine Organisation auf kritische Issues reagieren, wenn diese via Youtube stattfinden? In ihrem "Terminal 5 Song" kritisieren die Musiker von Roguetune die Pannen-Orgie bei der Eröffnung des neuen Terminal 5 des Londoner Flughafens Heathrows. Das ist nur eines von vielen Videos, die sich mit den Problemen der Londoner Flughafengesellschaft beschäftigen. In ihrem Youtube-Video zeigt die Band, wie sich das Chaos konkret für die Passagiere auswirkte. Der Sänger läuft mit Unterwäsche durch die Gegend, versucht zu überleben und singt: "Mein Koffer ist immer noch im Terminal 5".

    Die beste Antwort, die Unternehmen auf derlei virale Videos geben können, sollte auf derselben Plattform stattfinden und die Kritik ernst nehmen, selbst wenn sie mit typisch britischen Humor vorgetragen wird.

    In den USA müssen die Präsidentschaftskandiaten mit den Amateurwahlkämpfern herumschlagen, über die sie längst keine Kontrolle mehr haben. So wurde Barack Obama von seinen Kritikern angegriffen, weil das "Obama Girl" leicht bekleidet in ihren Songs dem US-Demokraten ihre Liebe gestanden habe und im Hintergrund eines anderen Videos sogar einmal eine Flagge von Che Guevara auftauchte. Generell ist es Barack Obama immer auf sehr überzeugende Weise gelungen, auf kritische Situationen einzuwirken. Der „schwarze Kennedy“ hatte in seinem Wahlkampf im März enorme Probleme, als auf Youtube Videoclips seines ehemaligen Pastors Jeremiah Wright auftauchten, in denen dieser seiner Trinity-Gemeinde riet, die USA zu „verdammen“. Die Videos fanden sofort ihr Publikum und erregten eine große mediale Aufmerksamkeit, weil der Verschwörungstheoretiker darin sogar meinte, Amerika habe die Krankheit Aids in die Welt gebracht und selbst Schuld an der Katastrophe des 11. September 2001. Der Prediger malte ein klares Feindbild: Schwarz gegen Weiß.

    Deshalb musste der farbige US-Präsidentschaftskandidat, der mehr als 20 Jahre der Kirche des Predigers angehörte, sofort mit einer Rede reagieren, in der in seinem Vorwahlkampf erstmals die Probleme zwischen Schwarz und Weiß deutlich ansprach. Das tat er: "Im Gegensatz zu den Behauptungen meiner Kritiker, schwarz und weiß, war ich nie so naiv zu Glauben dass wir unsere Rassenkonflikte in einer einzigen Wahl überwinden können, oder mit einer einzigen Kandidatur – vor allem mit einer so unvollkommenen wie meiner."

    Zu seinem Glück war sein Vortrag auch auf der Videoplattform enorm erfolgreich und erzielt bislang mehr als 4 Millionen Aufrufe:

     

    Letztlich haben es die Politiker und Organisationen online nicht leicht, meint Obamas Chefstratege David Axelrod gegenüber dem Musikmagazin Rolling Stone: "Das Internet hat eine Kehrseite. Hässliche, ungefilterte Dinge zirkulieren da in unserem Namen im Netz. Und wir müssen mit den Folgen leben."

    >> Spiegel Online: Heathrow-Desaster - weitere Videos
    >> Der Westen: Barack Obama und die Rede seines Lebens
    >> Süddeutsche Zeitung: US-Wahlkampf im Netz. Es lebe die Videokratie

    Klaus Eck

    17. April 08

    Warum haben Sie so wenig Zeit für Social Media?

    Blogger werden auf manchen Veranstaltungen als seltsame Spezies betrachtet, weil sie üpber eine wertvolle Ressource zu verfügen scheinen, über die nur wenige verfügen: viel Zeit. Zumindest erwecken unsere vielfältigen Online-Aktivitäten den Eindruck, dass wir Informationsjunkies nichts Anderes mehr tun, als uns um die neueste Twitter- oder Facebook-Anwendung und weitere Social Trends zu kümmern. Als Kommunikationsberater will ich natürlich mitbekommen, welche Trends für meine Kunden von Bedeutung sind. Deshalb probiere ich viele neue Dinge aus, überprüfe die Relevanz so mancher Tools, bookmarke zahllose Texte, die ich für meine alltägliche Arbeit
    benötige.

    Aufgrund der großen Informationsmengen, die jeden Tag allein zum Thema Online-Kommunikation publiziert werden, erleichtern mir derlei Web 2.0-Instrumente den schnellen Zugang zu wichtigen Wissensgebieten. Manche gebookmarkten Infoschnipsel nutze ich in meinen Vorträgen, andere in Blog- oder Twittereinträgen, Fachartikeln, Büchern und in Beratungsgesprächen. Von Zeitverschwendung kann hierbei nicht die Rede sein, sondern eher von einer neuen Art des persönlichen Information Managements.

    Via Xing und Facebook pflege ich die Kontakte zu meinen Lesern, Kunden und natürlich auch Freunden. Hierbei sind die Fotos auf Xing sicherlich dessen Killerapplikation. Auf diese Weise kann ich Namen und Gesichter wesentlich leichter zuordnen und somit viel mehr Kontakte pflegen als noch in den Vor-Web-Zeiten. Facebook ermöglicht mir darüber hinaus die Syndizierung meiner ganzen Online-Aktivitäten. Schließlich kann jeder Facebook-Freund in meinem Profil nachvollziehen, was ich twittere, blogge, bookmarke, welche Bücher ich empfehle und wohin ich reise. In gewisser Weise trage ich damit der radikalen Transparenz, in der wir uns alle bewegen, Rechnung und nutze es für meine Selbstdarstellung.

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    Quelle:Museum 2.0

    Doch es gibt natürlich auch andere Herangehensweisen. So unterteilt das Blog Museum 2.0 die Social Media-Nutzer in drei Typen auf:

    1. die Teilnehmer, die bis zu 5 Stunden in der Woche aufwänden, um ihre Social Media-Accounts auf MySpace, Facebook und Twitter zu pflegen.
    2. die Content Provider, die 5 bis 10 Stunden in der Woche  bloggen oder podcasten sowie
    3. die Community Directors, die 10 bis 20 Stunden mit dem Community Building verbringen.

    Jetzt würde mich natürlich interessieren, wieviel Zeit Sie in der Woche mit Social Media (Xing, Facebook, Twitter, Blogs, Podcasts etc.) verbringen?

    >>  Museum 2.0: How Much Time Does Web 2.0 Take?
    >> Real People Don't Have Time for Social Media - ReadWriteWeb

    Klaus Eck

    17. März 08

    Blogger werden zur Marke

    Oftmals werden die Möglichkeiten des Bloggens völlig unterschätzt. Manche Unternehmen tun sich mit ihren Corporate Blogs schwer, weil es ihnen nicht gelingt, ihre Mitarbeiter zum Bloggen zu animieren. Dabei kann sich jeder Blogger selbst zur Marke entwickeln.

    Für die eigene Karriere ist das Blogging sogar förderlich, wenn man darüber seine Kompetenz verdeutlichen kann. Letztlich profitieren sowohl Unternehmen wie die Mitarbeiter von einem Corporate Blog. Selbst wenn dann ein Angestellter das Unternehmen freiwillig oder gezwungenermaßen verlässt, ist der erstellte Content für den Verfasser in der Regel von Vorteil. Schließlich dokumentiert das Blog, mit welchen Themen sich jemand auseinandersetzt.

    Sie müssen bei einer Kündigung keine Angst haben, dass Ihre Bloginhalte von Nachteil sind. Ganz im Gegenteil. Ein schönes Beispiel dafür findet sich in der amerikanischen Blogosphäre: Der Technologie-Blogger Robert Scoble hat mit seinen umfangreichen Blogaktivitäten seine Kompetenzen mehrfach unter Beweis gestellt. Erst vor kurzem hat er seine berufliche Position gewechselt: Er wird Managing Director des neuen FastCompany.TV und dessen Auftritt inhaltlich betreuen. Bekannt geworden ist Scoble zuvor als Microsofts Corporate Evangelist, Blogger und Buchautor.

    >> Weiterlesen auf dem myonID-Blog

    Klaus Eck

    14. März 08

    Social Media Profile: Wer bin ich online?

    Der erste Eindruck zählt - auch online: Haben Sie sich schon einmal Gedanken über Ihre digitale Identität gemacht, vielleicht sich selbst via Ego-Googeln entdeckt? Geben Sie dazu einfach Ihren Namen in die Suchmaschine ein. Sie werden sich über das Elefantengedächtnis des Googleversums wundern.

    Stellen Sie sich einfach einmal die Wirkung vor, wenn man diese digitalen Momentaufnahmen von ihnen gleich direkt an Ihre Wohnungstür heften würde, so dass jeder sofort alles über Sie erfahren kann. In vielen Mietshäusern gibt es nicht einmal mehr Namensschilder an der Tür, so dass es schwer fällt, dem Briefträger den Weg zum Nachbarn zu weisen. Und jetzt das: eine digitale Transparenz, die alles offenbar werden lässt. Dem Zufall sollten sie so etwas wirklich nicht überlassen.

    Heutzutage gibt es eine Vielzahl von Diensten, Netzwerken, Communities und sonstigen Webseiten, bei denen Sie ein Profil von sich hinterlegen können. Vor lauter Anmeldungen und Registrierungsdaten ist es mittlerweile schwer, den Überblick zu behalten. Dennoch sollten Sie niemals vergessen: Alle Socia Media Profile sind letztlich “Satelliten” oder “Außenposten” Ihrer Identität im digitalen Raum und zahlen allesamt auf Ihre Reputation ein. Positiv wie negativ.

    >> Weiterlesen auf dem MyONID-Blog

    Klaus Eck

     

    13. März 08

    Bewerben auf MyJobVideo

    Die Zeiten von Bewerbungsmappen sind Vergangenheit. Laut MyJobVideo "lässt Du alle anderen hinter Dir, deren Bewerbungsmappen sich auf den Schreibtischen der Personaler türmen." Ja und nein. Es ist eine gute Idee und eine gute Übung zugleich, sich im Netz in einem Ein-Minüter darzustellen, um Arbeitgeber von sich zu überzeugen. Dennoch bin ich skeptisch, ob die dort gezeigte Qualität ausreicht, um eine spontane Reaktion bei einem Personaler hervorzurufen.

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    Ich glaube nicht, dass in einem Ein-Minüter ein Bewerber genügend über sich aussagen kann. MyJobVideo wirbt zudem mit folgendem Satz:

    "Dreh Dein eigenes Video – das ist die beste Werbung für Deine Person, das dauert keine Minute. Das ist kinderleicht und hast Du bestimmt auch schon auf Partys mal gemacht...."

    So kinderleicht stellt es sich aber dann doch nicht dar. Ein Video für die Online-Bewerbung sollte genauso pflichtbewusst gedreht, wie eine Bewerbermappe erstellt sein. Denn jeder sieht das Video. Ist die Nase gepudert, der Hintergrund chaotisch oder aufgeräumt, sind die Sätze richtig gesprochen, der Inhalt gezielt ausgewählt? Wie ist die Haltung, nach vorne gebeugt oder lümmelt sich der Bewerber in seinen Stuhl? Sieht man die Hände des Bewerbers oder versteckt er sie unter seine Beine? Es ist ein guter Anfang, dennoch lässt sich meines Erachtens noch vieles ändern. Vor allem der myJobVideo-Pressebereich.

    Heike Bedrich

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