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    Klaus Eck, der Herausgeber des PR Bloggers, ist Kommunikationsberater und Reputation Manager.
    Er hilft Unternehmen beim Aufbau einer eindeutigen Online-Reputation und bei der Entwicklung von Online-Relations.

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    Klaus Eck
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07. Juli 09

Michael Jackson auf Facebook am beliebtesten

Der "King of Pop" hat die Herzen vieler Facebook-Mitglieder und Twitterer erobert. Michael Jackson's Tod scheint zum größten Medienereignis der Welt zu werden und treibt heute mit der öffentlichen Trauerfeier in Los Angeles im Staples Center einem neuen Höhepunkt zu. Viel Platz gibt es dort für die Fans des Musikers nicht. Auf die rund 17.000 Karten gab es insgesamt 1,6 Millionen Bewerbungen. Viele Neugierige werden sich nicht davon abbringen lassen, dem "King of Pop" die letzte Ehre zu erweisen. So sollen Hunderttausende zu seiner Trauerfeier kommen. 

Auf der Auktionsplattform Ebay kosten die Tickets inzwischen einige Tausend US-Dollar. Andere weichen einfach in TV und Internet aus: Es wird erwartet, dass sich mehr als 750 Millionen Zuschauer vor ihren TV-Geräten einfinden und die Zeremonie verfolgen werden. Live übertragen wird sie von den US-TV-Sendern ABC, NBC, CBS, CNN, MSNBC und E!. Aber auch im Internet wird es zahlreiche Livestreams von der Michael Jackson Beerdigung geben, darunter eine Kooperation von CNN und Facebook


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Allein auf Facebook haben sich bisher rund 135.000 Mitglieder als virtuelle Gäste der Trauerfeier eingetragen. 

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Aber auch in Deutschland gibt es viele Medienseiten, die Michael Jackson Extras bringen. So beispielsweise die ARD:

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Falls Sie selbst sehen wollen, auf welchen Seiten über Michael Jackson gesprochen, diskutiert und geschrieben wird, empfiehlt sich die Twitter-Suche Twazzup, die aufgrund der auf Twitter generierten Links viele spannende Überraschungen parat hat und ein umfassendes Livesearch-Angebot darstellt:

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Angefangen hat der Hype im Internet erst vor wenigen Tagen: Am 25. Juni 2009 um 14:44 Uhr Ortszeit erlitt der Sänger Michael Jackson in Los Angeles einen Herzanfall. Er wurde um genau 23:26 Uhr im UCLA Medial Center für tot erklärt. Nur eine Minute zuvor stellte der Schauspieler und Twitterer Ashton Kutcher seinen rund 2,4 Millionen Followern in seinem ersten Tweet die Frage: "Michael Jackson hatte einen Herzinfarkt?" Wer zu dieser Zeit seinen Twitterbeiträgen folgte, konnte auf diese Weise sehr schnell erfahren, was kurz danach aller Welt offiziell mitgeteilt worden ist und bis heute viele Fans beschäftigt. Rund 15 Prozent aller Twitter-Beiträge widmeten sich zeitweise dem Thema Michael Jackson. Mit der heutigen Trauerfeier könnten neue Rekorde in der medialen Aufmerksamkeit gebrochen werden.

Auf Facebook ist Michael Jackson nach seinem Tode eine der erfolgreichsten Marken überhaupt geworden - wenn nicht sogar der erfolgreichste Personal Brand. Das zeigen die Zahlen von Inside Facebook sehr deutlich: Mittlerweile liegt der Künstler an erster Stelle - vor Barack Obama und vor den globalen Marken "Facebook", "Coca Cola", "Star Bucks" und "Nutella".

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Auf Facebook hat Michael Jackson's Fanpage den ersten Platz im Facebook Leaderboard eingenommen und damit in kürzester Zeit Barack Obama überholt. Seine zurzeit rund 6,8 Millionen Facebook-Fans haben alle einen Hinweis auf ihren Fanstatus in ihrem persönlichen Profil und werben damit für den Personal Brand des Pop-Musikers: Die Zahl der Kommentare auf der MJ-Site zeigt zudem, welches Potential Facebook für Unternehmen bietet - und wie weit viele noch von ihren Zielen entfernt sind. In den ersten Wochen nach seinem Tod hat es auf der neuen Facebook Fanpage schon rund 25.000 Kommentare gegeben.

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Auf der Facebook Fanpage ist man nur mehr einen Klick vom Kauf eines Michael-Jackson-Songs entfernt oder kann auch über Amazon die Songs des Künstlers erstehen.

Klaus-09Mittlerweile bevölkert der King of Pop die Top 5 der deutschen Verkaufscharts bei Amazon - in den vereinigten Staaten sind es sogar die ersten 11 Plätze. Laut Media Control sind in Deutschland 24 Singles und neun Alben von Michael Jackson in den aktuellen deutschen Hitparaden zu finden. Auf die Plätze Eins und Zwei konnten sich posthum seine Best-of-Alben „King Of Pop“ und „Thriller“ platzieren.

Social Media wirkt - diesmal besonders gut im Zusammenspiel mit den klassischen Medien. Das zeigt nichtzuletzt das Beispiel CNN - Facebook. Im Vergleich zu den Zahlen von einem Global Player wie Michael Jackson sind deutsche Marken auf Facebook noch weit von den hohen Zahlen entfernt. Viele Marketiers wären bereits über 1000 Fans glücklich. Doch letztlich zeigt der Tod eines Musikidols, wohin sich das Social Media Marketing in Zukunft noch entwickeln könnte.

>> Zeit: Michael Jackson im Netz. Die schnellste Stunde
>> Spiegel: MICHAEL JACKSON TOT Das monströse Genie
>> Spiegel: VERSTORBENER KING OF POP Jacksons Tod bewegt und bremst das Netz
>> Heise: Michael Jacksons Tod erschüttert das Internet
>> Das Meinungsblogs: Live stream der Michael Jackson Trauerfeier
>> Mashable: Michael Jackson Memorial: Where to Watch It Online

Klaus Eck

11. Juni 09

Facebook Vanity URL für die Online-Reputation

Die Zeit der kryptischen Facebook-Profil-Adressen neigt sich ihrem Ende entgegen. Statt http://www.facebook.com/profile.php?id=662322937&ref=profile werde ich beispielsweise ab Samstag auf Facebook unter http://www.facebook.com/klauseck erreichbar sein. Wer seine Facebook-Nutzung nicht (nur) als sein persönliches Vergnügen begreift, sondern darüber hinaus damit gut im Web gefunden werden und sein Online-Profil gezielt für sein Online Reputation Management nutzen will, sollte diesen Samstag etwas früher aufstehen. 

Denn ab 6 Uhr 01 dem 13. Juni 2009 mitteleuropäischer Zeit kann jeder Facebook-User seine eigene Vanity URL unter dieser Adresse anmelden. Entscheidend ist es für die meisten Networker, sich frühzeitig den eigen Klarnamen auf Facebook zu sichern. Das gilt ganz besonders für alle Schmidts, Müller und Meyers dieser Welt, weil es bestimmt irgendeinen Namensvetter gibt, der sich ebenfalls für Ihren Facebook-Namen interessieren könnte. Wer sich zuerst ab Samstag anmeldet, erhält seine personalisierte Facebook-Adresse in der gewünschten Form. Alle Nachzügler oder Noch-Nicht-Facebook-Mitglieder müssen den Namensraum auf Facebook nutzen, der übrigbleibt.

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Bei der Wahl Ihres Facebook Online-Profils sollten Sie genau überlegen, mit welchem Namen Sie in der Öffentlichkeit erscheinen wollen. Nachträglich ist eine Änderung Ihrer Facebook Vanity URL nicht mehr möglich. Das gilt auch für Tippfehler. Aus diesem Grunde sollten Sie auch frühmorgens genau auf Ihre Namenseingabe achten.

Selbst wenn Sie sich nicht so sehr um Ihre Online-Reputation kümmern wollen, empfiehlt sich die Einrichtung eines Klarnamens auf Facebook, weil Ihre persönliche URL dadurch leichter von Ihren Kontakten gefunden werden kann.

Oftmals wird hierbei vergessen, dass jeder selbst auf Facebook wie auch in vielen anderen Social Networks entscheiden kann, welche Inhalte des eigenen Accounts öffentlich und welche privat sind. Die bisherigen Einstellungen zur Privatsphäre werden einfach übernommen. Beim persönlichen Online Reputation Management kommt es hierbei darauf an, das Profil allen Suchenden sichtbar zu machen. Es bleibt jedem Mitglied vorbehalten, Einschränkungen vorzunehmen.

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Neben den Facebook Usernamen ist es auch möglich, Facebook Fanseiten mit Klarnamen zu versehen. Das ist für Markennamen von großer Bedeutung, weil das die Sichtbar in der Google-Welt erheblich verbessert. Doch allzu leicht macht es das Network den Unternehmen nicht. Es sollen nur Fanseiten ein Anrecht auf eine Unique URL erhalten, die bis zum 31. Mai 2009 mehr als 1.000 Fans hatten. Das dürften bislang hierzulande noch nicht allzu viele Marken geschafft haben.

Am Wochenende werden die wenigsten Unternehmen Zeit für die Einrichtung eines Facebook-Klarnamens haben, um ihre Markenrechte zu sichern. Wer seine Markenrechte als Unternehmen auf Facebook generell wahren möchte, kann dieses glücklicherweise schon jetzt tun. Dazu stellt Facebook sogar ein Formular bereit.

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Eine Facebook Vanity URL lohnt sich für das Personal Branding

  1. Eine kurze Facebook-Adresse mit Ihrem Namen lässt sich leichter merken.
  2. Sie werden als Personal Brand mit Ihrem Facebook-Account schneller gefunden, weil Google auf die Unique URL besser anspricht und niemand nach Ihren kryptischen Zeichen, sondern nach Ihrem Namen sucht. Im Google Ranking wird Ihr Facebook Profil sehr gut gelistet werden. 
  3. Facebook-Mitglieder können schneller Ihr Profil finden, Sie als Kontakt hinzufügen oder einfach Ihren Namen eingeben.   
  4. Wenn Sie sich nicht Ihren Namen sichern, können dieses andere - Ihre Namensvetter - tun. Das macht es schwieriger sich zu unterscheiden und die eigene digitale Identität zu schützen. 
  5. Sie können auf Facebook viele Ihrer persönlichen Inhalte via Twitter aggegrieren und an einer Stelle sichtbar machen.  
  6. In den Privacy-Einstellungen können Sie selbst entscheiden, was von Ihnen in der  digitalen Öffentlichkeit seht.  
  7. Mit wenig Aufwand nehmen Sie Einfluß auf Ihr persönliches Google Ranking und haben mitunter sogar eine Chance, damit unter den ersten 10 Suchtreffern zu stehen. Das hängt allerdings von Ihrem digitalen Umfeld ab. 
  8. Kosten entstehen Ihnen erst einmal keine, aber es kostet natürlich Zeit, einen Facebook-Account zu pflegen. Das reine Anlegen eines Personal Brand-Account auf Facebook ist zuwenig. Sie müssen ihn auch mit aktuellem Content versehen und Ihre digitalen (echten) Kontakte in dem Social Network pflegen. Ansonsten schaden Sie eher Ihrer Online-Reputation. 
  9. Facebook ist kein privates Vergnügen mehr, wenn Sie Ihren Account öffentlich zugänglich machen. Wer darüber auch mit seinem beruflichen Netzwerk kommuniziert, nutzt es bereits für das Reputationsmanagement und die Entwicklung seines Personal Brandings. 

Zum Glück muss ich am Samstag nicht ganz so früh aufstehen, um mir meinen Namen zu sichern. Einige Journalisten und Influencer haben von Facebook schon jetzt die Möglichkeit erhalten, ihre Personal URL zu sichern. Vielen Dank dafür. Allen PR Blogger Lesern möchte ich es wärmstens empfehlen: Sichern Sie sich Ihren Personal Brand auf Facebook möglichst frühzeitig. Sollten Sie Pech haben, können Sie auch einen kleinen digitalen Umweg gehen, indem Sie eine Weiterleitung auf Ihr Facebook-Profil einrichten. Dazu können Sie Ihre Webadresse vorname.name.de/facebook einfach auf Ihren Account verweisen oder Profile.to/klauseck nutzen.

Falls Sie noch weitere Gründe für ein Facebook Personal Branding oder auch einige Gegenargumente haben, freue ich mich auf Ihr Feedback in den Kommentaren. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen Sie mit Ihrem neuen Facebook-Namen machen.

>> Facebook Blog: Coming Soon: Facebook Usernames
>> ZDNET: Facebook führt am Samstag personalisierte URLs ein
>> Personal Branding Blog: REQUIRED: A Custom Facebook URL For Your Brand Name

Klaus Eck

02. Juni 09

17. LAB Managerpanel: Selbstmarketing im Internet für Manager selbstverständlich

Immer mehr Führungskräfte interessieren sich für ihre eigene Online-Reputation. So wollen neun von zehn Manager wissen, welche Informationen es über sie im Web gibt. Das sind 11 Prozent mehr als noch vor knapp zwei Jahren, was sicherlich auch an der umfangreicheren Berichterstattung zum Thema liegt. Ein Drittel der Manager verfolgen ihr Online-Image sogar regelmäßig. Das sind die Ergebnisse des 17. LAB Managerpanel, das von der LAB Lachner Aden Beyer & Company, einer international tätige Personalberatung, in Kooperation mit der „Wirtschaftswoche“ erstellt worden ist. Dazu haben die Analysten 1.200 Führungskräfte aus der ersten und zweiten Hierarchieebene der deutschen Wirtschaft befragt. 334 Manager haben die Umfrage zur Thema Online-Reputation beantwortet.

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71 Prozent beurteilen ihre Online-Reputation als wichtig oder sehr wichtig. Schließlich sei sie seine persönliche Visitenkarte, meinte einer der Befragten. Immerhin 48 Prozent gestalten ihren digitalen Ruf, indem sie bloggen, in Foren oder Blogs kommentieren oder sich aktiv an Social Networks beteiligen. Viele reagieren beim Personal Branding nur auf andere, indem sie darauf achten, dass keine falsche und privaten Informationen online auftauchen. Es dürfte jedoch schwierig sein, alle im Netz verfügbaren Inhalten zu kontrollieren.

So meint auch Klaus Aden, Geschäftsführender Gesellschafter von LAB & Company: "Dieser Ansatz ist so verständlich wie hoffnungslos. Das Internet ist unkontrollierbar.“ Aber jeder aktive Onliner kann selbst seine Online-Reputation gestalten, indem er selbst für viele positive Web-Einträge sorgt und negative Informationen dadurch verdrängt.

Gerade Spitzenmanager sollten sich dem Wert ihrer Personenmarke bewusst sein und sich online wie offline darum bemühen, den eigenen Markenwert zu pflegen. Das sehen die befragten Führungskräfte genauso: 90 Prozent glauben, dass die Bedeutung der Online-Reputation zunehmen werde. Ausführlich widmet sich auch Jochen Mai in der Wirtschaftswoche dem Thema "Personal Branding" und gibt zahlreiche Tipps, wie man seine Online-Reputation ausbauen kann. 

Managen Sie Ihre Online-Reputation, bevor andere es tun! Falls Sie zu Ihrem Personal Brand oder zur Unternehmensreputation weitergehende Fragen haben, berate ich Sie gerne und freue mich auf die Diskussion mit Ihnen.

>> Wirtschaftswoche: Marke Eigenbau. Wie man im Internet zur Marke wird
>> Ergebnisse des LAB-Managerpanels zum PDF-Download
>> PR Blogger: Studie: Personaler sind gut vorbereitet, Sie auch?
>> PR Blogger: Online-Identität: Mehr geben, weniger nehmen
>> Karrierefalle Internet auf Amazon

Klaus Eck

18. Mai 09

Die neue alte Nachhaltigkeit

Wer kann sich den Luxus der Reputation in der Krise leisten? Warum Luxus, wird so mancher fragen, der sich in der Wirtschaft umschaut. Unternehmen wie etwa Apple, die ihre Reputation aus hervorragenden Produkten und Innovationen ziehen, profitieren von der nachhaltigen, konsequenten Pflege von Produkten, was letztendlich nicht nur eine Image-, sondern auch eine Kundenpflege darstellt. Wenn dann noch eine klare und saubere Kommunikation nach innen und außen hinzukommt, wertet dies das Image zusätzlich auf.

Selbst in der Krise finden dann Kommunikation, Produkt und Qualität nachhaltig zu einer Einheit. Denn gerade in schwierigen Zeiten von Krisen und Mangel wird unser Gespür für Nutzen und Nachhaltigkeit geschärft – und für das soziale Verhalten von Unternehmen.

Allerdings scheinen in guten Zeiten viele Unternehmen diese Tugenden nicht entsprechend mit den Zielen ihres Handelns verbunden zu haben. Nachhaltige Unternehmenswerte wurden somit oft nicht ausgebaut oder gestützt, sondern in etlichen Fällen auch zerstört.

Warum sich in guten Zeiten kritischen Kommunikations-Checks von gutmeinenden Beratern unterwerfen, die angesichts starker Umsätze und fetter Gewinne so moralinsaure Fragen wagten: Was leisten wir mehr, besser als die Wettbewerber – und steckt in unseren Leistungen gesellschaftlich sinnvolles und nützliches? Statt dessen galt oft nur das Höher, Schneller, Weiter. Quartalsergebnisse, die oft nur durch geschicktes Bilanz-Doping erreicht wurden. Die Abfindungskultur tat und tut ihr Übrigens dazu. Selbst schuld, wer sich durch die Pflege klassischer Werte vom Drehen großer Räder abhalten lässt.

Außerdem muss ja auch die Frage berechtigt sein, ob in Zeiten des Umbruchs, in Zeiten des Internet, in einer völlig veränderten Kommunikationkultur, in der Nachrichten und Informationen allein schon durch ihre massenhafte Verfügbarkeit ihre Werte verlieren, die klassischen Werte noch bestehen? Die Antwort gibt die aktuelle Realität. Tatsächlich scheinen die Menschen gerade jetzt nach anderen Werten, mehr Nachhaltigkeit zu suchen. Eine Chance für alle Unternehmen, die das erkannt haben.

Deshalb macht es gerade jetzt für Unternehmen und Persönlichkeiten jetzt Sinn, sich auf Image und Reputation zu besinnen.

Aber, so die Frage, kann man in der Krise tatsächlich Reputation aufbauen? Glauben Mitarbeiter, Kunden und die Öffentlichkeit den Anstrengungen?

Ja, wenn sie sich nicht auf kurzfristige PR- und Werbetünche reduzieren, die rasch verblasst. Das Geld dafür sollte man sparen. Hingegen ist jetzt gefragt die Ziele zu überprüfen, langfristige Strategien darzustellen – und zwar mit der Kommunikationsrichtung, welchen Nutzen für Kunden und Gesellschaft Unternehmen wirklich bieten. Interessant in dem Zusammenhang, welche Aufladung die malträtierte Marke Opel gewann, als sich Solidarität aus der Schicht der Mitarbeiter und der Händler bildete. Da glauben wohl etliche Menschen mehr an die Marke als die GM-Vorstände, die über Jahre die Marke zerstört haben.

Marken, das wird hier deutlich, leben vom Vertrauen, vom Glauben, von den Emotionen, die Menschen für sie spüren.

In der Krise genügt es aber nicht, die Kommunikation zu ändern, sondern aus einer veränderten Strategie und einem aktiven Handeln heraus, neue, anerkannte Werte zu schaffen – und diese natürlich transparent, lebbar dazustellen.

Wie man es nicht macht, konnte man zuletzt bei der Deutschen Bahn erleben. In den Nachrufen war zwar überall zu lesen, was Hartmut Mehdorn bei der Bahn alles verändert und geschaffen hat, Vertrauen hat er – auch ohne die Schnüffel-Affäre – weder bei Kunden noch Mitarbeitern geweckt. Er hat es bei seinen Durchpeitschungsstrategien nicht geschafft die Menschen mitzunehmen, sie zum Teil des Veränderungsprozesses zu machen. Rezepte, um Reputation und Kommunikation nachhaltig zu gestalten, gibt es genug, auch wie man die neuen Möglichkeiten des Social Web nutzt, etwa um mehr Transparenz zu erreichen, die Kommunikation zu verbessern. Allerdings sollte man dies in den entsprechenden Dosen tun, weniger ist angesichts des Information Overflow oft mehr. Qualität statt Quantität.

Gerade fiel mit beim Durchforsten meines Rechners ein Themenabriss aus dem Jahr 2004 in die Hand, aus der Zeit als man sich gerade von der geplatzten Blase des Neuen Marktes erholte. Damals war in einem Special des Marketing-Magazins werben & verkaufen das Thema Nachhaltigkeit in Werbung und Kommunikation geplant. Meine Logline zu dem Themenabriss im März 2004 hieß damals:

„Der Trend der Zeit fordert mehr Nachhaltigkeit in der Kommunikation – doch ohne Produktwerte, die Akzeptanz und Vertrauen schaffen, geht es nicht. Die Basis für eine Kommunikation mit Nachhaltigkeit muss das Produkt und die Firmenkultur liefern.“

Nur wer künftig Teil seiner Community ist, mit ihr eng in seinem Handeln und Tun verbunden ist, wird als Unternehmen bestehen. Die Medienbranche, voran die Zeitungen, aber auch das Fernsehen bekommen dies schon heute zu spüren.

Roland Keller

07. Mai 09

Twittern bis zur Kündigung

"Mein Chef nervt schon wieder", twittert ThMunde. Und erhält daraufhin die Kündigung. Längst keine Utopie mehr. Jeder darf sich frei im Internet äußern, sich beschweren, jeden Blödsinn twittern und bloggen, solange es nicht die Persönlichkeitsrechte Dritter beeinträchtigt, gewaltverherrlichend ist oder auf Stalking und Verleumdung hinausläuft. Denn so schön die Meinungsfreiheit ist. Sie müssen immer damit rechnen, dass Ihre Kollegen, Ihr Arbeitgeber oder Ihr Kunden Ihre Online-Publikationen liest. Das fängt schon bei Twitter an. In 140 Zeichen können Sie sich um Kopf und Kragen und Ihren Job bringen. Wenige Tweets genügen, in denen Sie sich abfällig über andere äußeren und zeigen, wie wenig motiviert sie doch sind. Inzwischen wurde schon die Kündigung einzelner Angestellter via Twitter öffentlich gemacht.

Twitter bringt in gewissem Sinne einen Kulturwandel mit sich. Denn anstatt im stillen Kämmerlein vor sich hin zu fluchen, landen die Gedanken und Bekundungen der Missgunst nun in der Öffentlichkeit und sind nun wirklich nicht mehr privat. Allerdings haben Sie auf Twitter ein kleines Eingabefeld für ach so wenige Zeichen und könnten annehmen, dass das Twittern ein zutiefst privates Unterfangen sei. Doch dem ist nicht so.

Vielleicht lesen Ihre Arbeitskollegen und Ihr Chef noch nicht Twitter, aber davon können Sie mit der weiteren Verbreitung nicht mehr lange ausgehen. Zudem ist es ein Leichtes, ein kleines Social Media Monitoring aufzugeben. Dabei erfährt  man sofort, wenn jemand zwar krank ist, aber dennoch gerne weiter über seine tollen Freizeitaktivitäten twittert.

Gibt man bei Twitter-Suchmaschinen wie Twazzup Kombinationen aus Worten wie "Chef", "Job", "hasse", "Kollege", "krank" und "blau", jeweils verbunden mit einem UND ein, findet man innerhalb Minuten mehrere Aussagen die zumindest eine kleine Aussprache zur Folge haben könnte:


Alkohol_twitter
Botoxparty_twitter
Hass_twitter
Krank_chef_nervt_twitter
Krankmachen_twitter

Auch sollte man es sich als Mitarbeiter oder Selbständiger zweimal überlegen, ob es so positiv wirkt, wenn man andere schlecht macht oder sogar Auskünfte über nicht rechtskonformes Verhalten gibt:

Rechtsverstöße_twitter


Falls Sie das nächste Mal twittern, wie unzufrieden Sie mit Ihrer Arbeitssituation oder der Leistung eines Kollegen, sollten Sie immer bedenken, dass das vielleicht Ihre Ansprechpartner NOCH nicht entdecken - alle anderen Twitterer, Personaler und Headhunter sehen das durchaus. Je mehr Sie twittern und bloggen, desto klarer wird Ihr Persönlichkeitsprofil. Das ist erst einmal nichts Schlechtes, sollte aber dennoch nicht völlig dem Zufall und der eigenen Emotion überlassen sein. Wollen Sie wirklich so viel Transparenz in Ihrem Arbeitsleben haben und welche Auswirkungen hat das Posting von Banalitäten auf die Wahrnehmung Ihres Personal Brands? Je spielerischer Sie sich auf Twitter geben, desto mehr Spass mag das machen, aber haben Sie sich einmal gefragt, wie andere darüber denken könnten? Nun, wenn Sie mit den beruflichen Konsequenzen leben können, ist das natürlich kein Problem...

In meinen 30 Twitter-Tipps finden sich viele Hinweise darauf, was Sie auf 140 Zeichen für Ihre Online-Reputation tun können. Aber auch im PR-Blogger-Twitter-Konzept erfahren Sie einiges darüber. Und falls Sie keinesfalls in die Twitter-Karrierefalle tappen wollen, nutzen Sie Ihren Verstand und denken Sie daran, ALLE können Ihre Tweets im Netz potentiell lesen - und Sie irgendwann mit den aus dem Kontext gerissenen Tweets konfrontieren.


Klaus Eck - Sie können mich gerne auf Twitter verfolgen

Wer hat in den Vereinigten Staaten die beste Unternehmensreputation?

Wie böse Google ist, das wissen wir nicht. Doch die Angst vor der allwissenden Datenkrake scheint durchaus bei einigen vorhanden zu sein. So ein Gefühl kann reale Auswirkungen auf die Wahrnehmung eines Unternehmens haben. In den USA hat vor kurzem das renommierte Reputation Institute seine jährliche Studie zur Entwicklung der Unternehmensreputation herausgeben und hierbei unter anderem über 153 US-Firmen bewerten lassen (Grunddlage der Studie). Würden Sie die Produkte von einem der genannten Unternehmen weiterempfehlen, vertrauen Sie den Unternehmen? Im Gegensatz zum Vorjahr ist Google diesmal nicht Reputationsspitzenreiter, sondern in den Bewertungen abgestraft worden. Noch im vergangenen Jahr lautete die Frage: „Warum hat Google die beste Reputation aller US-Companies?“ 

Doch in 2009 fiel der IT-Gigant auf Platz 8. Andere Unternehmen sind diesmal im Reputation-Ranking der Consulting-Firma an dem Suchmaschinenkonzern vorbeigezogen, der nach eigenem Bekunden doch nur Gutes tun will: "Don't be evil!" 

Der langjährige Star in der Unternehmensreputation heißt diesmal wieder das Pharmaunternehmen Johnson & Johnson. Gefolgt von Kraft Foods, UPS, General Mills und FedEx. 

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Neben Google gibt es noch viele weitere Reputationsverlierer, die in der Forbes-Grafik /siehe oben) aufgeführt werden. Dabei verloren die Finanzservice-Anbieter AIG, Goldman Sachs und Morgan Stanley erheblich an Ansehen, was angesichts der Finanzkrise wenig verwunderlich sein dürfte. Aber auch Dow Chemicals und Wal-Mart schnitten im Vergleich zu 2008 deutlich schlechter ab.

Die Ergebnisse des Reputation Institutes machen deutlich, dass Unternehmen von einer guten Reputation unmittelbar profitieren. So würden sechs von zehn der Befragten, eine der Top 10 Unternehmen in der Reputationsliste anderen empfehlen. Das Engagement reduziert sich spürbar bei den unteren zehn Gelisteten. Nur zwei würden sich für die mit einem eher schlechten Leumund ausgestatteten Firmen aussprechen. Hingegen wäre es für drei der Befragten denkbar, einen Boykottaufruf gegen das Unternehmen zu starten. Aus diesem Grund sollten Sie bei jeder Ihrer Entscheidungen auch die Reputationswirkung bedenken. Sie können sehr schnell an digitalen und realen Ansehen verlieren. Ist der Ruf erst ruiniert, dauert es mitunter viele Jahre, bis die Imagewerte wieder im positiven Bereich sind.

Seit 2006 führt das Reputation Institute jedes Jahr die "Global Reputation Pulse 2009"-Studie durch, in der die Reputation der 600 größten Unternehmen aus 29 Ländern miteinander verglichen wird. Bei ihrer Bewertung wird anhand von vier Indizes die Repuation eines Unternehmens überprüft: Vertrauen, Wertschätzung, Bewunderung und positiver Eindruck. 

Die Ergebnisse des Reputation-Rankings sind kein Zufall: Wer sich auf ein systematisches Reputationsmanagement einlässt und auf nachhaltige Online- wie Offline-Kommunikation setzt, kann Einfluss auf seine Reputation-Werte nehmen. Dazu ist es jedoch notwendig, die Corporate Social Responsibility (CSR) überzeugend in die eigene Kommunikationsstrategie zu integrieren. Dabei haben die Unternehmen große Vorteile, die mit dem personalisierteren Medienumfeld umgehen können, in dem jeder schnell etwas online publizieren kann. Deshalb ist es wichtig, dass die PR sich wieder ganzheitlicher versteht und gezielt Beziehungen zu den jeweils relevanten Influencern langfristig aufbaut. Je besser sich ein Unternehmen auf Blogger, Twitterer und Social Networker einstellt, desto mehr Rendite wird es vermutlich in Zukunft durch seine Online Relations erzielen. 

Darüber hinaus ist die Informationspolitik entscheidend für die eigene Glaubwürdigkeit. Wer seinen Stakeholdern die "richtigen" Informationen schnell genug zur Verfügung stellt, verbessert sein Ansehen. Allerdings sollte man sich dabei nicht in Widersprüche verstricken. Die Datenskandale der vergangenen Wochen haben hierzulande sicherlich zu erheblichen Vertrauensbußen im Einzelhandel geführt und die Reputation der Bahn erheblich angekratzt. Dann nützen auch wohlgemeinte CSR-Aktivitäten wenig. 

>> Fuellhaas: Reputation von Schweizer Unternehmen: Migros und REGA sind top
>> Handelsblatt: Eine gute Reputation beruht auf harter Arbeit
>> Forbes: Reputation America's Most Reputable Companies 
>> In Pictures: America's Ten Most Popular Companies
>> PR Newswire: Johnson & Johnson Ranks as Most Reputable and Recommended U.S. Company on Reputation Institute's Pulse Study; AIG Finishes at Bottom

Klaus Eck

04. Mai 09

29. Nachgebloggt: Torben Friedrich zur Schulaktion SchülerVZ, ICQ & Co.

Aufklärungsarbeit in Schulen zum Thema Internet, Online-Sicherheit und Online-Identität wird von der Politik und von Eltern seit geraumer Zeit vehement gefordert. Zu groß sind die Risiken für Kinder und Jugendliche, wenn sie zu leichtfüßig im Internet unterwegs sind. Von Panikmache möchte ich nicht sprechen, aber der bewusste Umgang mit dem neuen Medium müssen Heranwachsende lernen, um verantwortungsvoll mit dem Medium Internet umzugehen.

Im Rahmen des „Klicksafe.days“ in Deutschland initiierte der Blogger & Internetbeauftrage eines regionalen Jugendbeirates Torben Friedrich (22) gemeinsam mit vielen Mitstreitern aus der Online-Szene die Schulaktion „SchülerVZ, ICQ & Co. / Das Internet vergisst nie...“ an der Kooperativen Gesamtschule Salzhemmendorf in Niedersachsen. Prominentester Mitstreiter war Robert Basic, der mich aufgrund eines Twitter-Aufrufs zwecks Mithilfe auf die Aktion aufmerksam gemacht hat. Die Aktion fand am 22.4. als Live-Experiment statt.

Das Gespräch führte Heike Bedrich, Talisman Kommunikation und Imagebildung

1. Herr Friedrich, wie sieht die Entstehungsgeschichte hinter der Schulaktion “SchülerVZ, ICQ & Co. / das Internet vergisst nie…” aus? 

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Die Entstehungsgeschichte basiert auf persönlichen Erfahrungen mit dem Internet, der - noch kürzlich selbst als Schüler - gestellten Erwartung der Unterrichtsgestaltung im Umgang mit dem für Lehrer und Schulen noch neuem Medium und der Idee, den regionalen Jugendbeirat in das Gedächtnis der jungen Menschen zurück zu holen, sowie ihn mit einem Projekt, welches Jugendliche direkt ansprechen soll, wieder für mehr Personen interessanter zu gestalten.

2. Was motiviert Sie dazu, sich in diesem Bereich zu engagieren und wo sehen Sie die Problemfelder der derzeitigen Jugendarbeit?

Grundsätzlich engagiere ich mich in der Jugendarbeit, jedoch ist Jugendarbeit schon lange nicht mehr nur die klassische - ob gleich schwere und wichtige - Unterstützung in Sport-, Musik- oder Jugendvereinen, sondern auch der Umgang und die Aufklärung mit den für Jugendlichen relevanten Themen, die man halt gerade nicht im sogenannten ‚realen Leben‘ begleiten kann, sondern auch virtuell verfolgen muss, um hier zu helfen, zu fördern und zu unterstützen. Dies haben meiner Ansicht nach ein Gros der fördernden Vereine, Institutionen, Eltern und auch Schulen noch nicht im vollen Umfang erkannt und deshalb muss hier Aufklärungsarbeit an allen Fronten geleistet werden.

3. Welche Themen gehören Ihrer Meinung nach stärker in der Öffentlichkeit thematisiert?


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Der Umgang mit Medien. Seien es die klassische Printmedien, die TV- oder Internetnutzung, diese Bereiche werden als zu selbstverständlich und selbsterklärend abgetan, ohne jedoch die Folgen der Nutzung zu thematisieren. Bei Print- und TV-Nutzung erfährt man zwar bereits im Unterricht auf Quellen zu achten, zu vergleichen und auch zu recherchieren, es handelt sich aber bei allen klassischen Medien um eine Einbahnstraße. Medien werden konsumiert, verarbeitet und genutzt. Sie sollen zwar hinterfragt und beleuchtet werden, im Endeffekt bin ich aber ein stiller Nutzer dieser Quellen. Das Internet ist jedoch im Vergleich zu den klassischen Medien eine viel befahrene Autobahn in beide Richtungen. Man ist nicht mehr der stille Konsument sondern ein Teil der Quelle. Man gibt persönliche Daten über sich Preis, Bilder, Texte & Videos, die jedem mit der richtigen Recherchekenntnis, selbst nach der "Löschung", weiter zugänglich sind und macht sich keine Gedanken darüber, welche Folgen dies für einen selbst haben kann.

4. Wie erklären Sie Sich die geringe Resonanz auf die Veranstaltung, trotz guter Vorbereitung und prominenter Unterstützung, zum Beispiel durch Robert Basic, der sich bereits frühzeitig für dieses Projekt engagiert hat?


Selbst wenn mir Jimmy Wales oder Larry Page Ihre Zusage erteilt hätten, glaube ich nicht, dass dies im Bewusstsein der Zielgruppe mehr Bereitschaft eingebracht hätte. Es gibt bisher keine deutsche Internet-Ikone, die von sich behaupten kann, in der Allgemeinheit so populär zu sein, dass sie als Publikumsmagnet in dieser Zielgruppe zieht. Doch das war ja auch nicht die Intention, mit der Herr Basic gekommen ist. Er kam nach eigener Aussage eher selbst als Vater und äußerte sich so, dass er es wichtig finden würde, solche Projekte weiter auszubauen und populärer zu machen. Ich glaube übrigens auch nicht, dass es an der falschen Vorbereitung lag, wir haben nur gegen eine der ältesten Windmühlen in diesem Segment angekämpft, die es zu überwinden gab. Unser Termin wurde für Schüler nicht in die Schulzeit gelegt und welcher Schüler hat a) die Möglichkeit länger (auf ländlichen Gebieten) zu bleiben ohne die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln und b) die Lust nach der Schulzeit sich weiter in der Schule aufzuhalten. Auch einem Großteil der Lehrer werfe ich kein Desinteresse vor, sondern denke eher, dass es am ungünstigen Zeitpunkt lag. Ohne die Einbindung solcher Projekte in die reguläre Schulzeit, sehe ich keine Chance, mehr Schülerinnen und Schüler zu erreichen, sowie für Lehrer und Lehrerinnen eine Unterstützung anzubieten.

5. Ist es sinnvoll, das Thema Medienkompetenz in den Unterricht zu packen oder glauben Sie, dass sich Jugendliche in diesem Themengebiet einfach nicht reinreden lassen wollen, weil sie meinen es besser zu wissen. Wie kann man Lehrer und Schüler in diesem Zusammenhang näher zusammen bringen?


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Wollen Sie sich in Ihre "Hobbies" reinreden lassen von jemandem, der anscheinend weniger Ahnung hat als Sie selbst? Solange Lehrer aber auch Eltern nicht den Schritt ins Internet wagen, sich objektiv mit der Gesamtsituation beschäftigen und von den bereits vorhandenen Portalen und Plattformen Gebrauch machen, sehe ich keine Möglichkeit dem Schüler zu vermitteln, dass man auf die Erfahrung und Kompetenz der Älteren aufbauen kann. In den Köpfen der Schüler ist die Internetnutzung ein Zeitvertreib, der sich in angeblich sicheren Räumen wie im Privatleben abspielt. Warum also hier Ratschläge von jemanden annehmen, für den Google primär ein Suchformular, SchülerVZ unbekannt oder ein digitaler Steckbrief ist und die automatische kostenpflichtige Internetsperre die einzige Option ist, dass Verhalten des Kindes zu kontrollieren. Erst wenn der ausgediente Spruch: "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!" aus den Köpfen der Erzieher weicht und in ein "Vertrauen ist gut, Aufklärung ist besser!" umgestaltet wird, sehe ich eine Chance, dass Jugendliche auch das Vertrauen haben, sich Rat bei Ihren Erziehungsberechtigten zu holen.

6. Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus? Wird es mit der Schulaktion weiter gehen?


Erfreulich ist, dass am Veranstaltungstag der Direktor der Kooperativen Gesamtschule, sowie der Systemadministrator auf uns zugekommen sind und uns gegenüber äußerten, dass das Projekt in den Klassenverbänden stattfinden sollte und zwar während der Schulzeit. Somit bekommen wir die Chance weiter auf die Jugendlichen eingehen zu können, um von und mit Ihnen zu lernen, wie man das Internet besser nutzen und mitgestalten kann. Nun müssen wir uns jedoch Gedanken machen, wie wir an die Eltern und Lehrer herankommen, denn auch diese Zielgruppe muss drastisch aufholen und lernen, was das Internet in den Augen Ihrer Kinder darstellt, sie müssen die Angst verlieren, dass das Internet in der Hand von Pädophilen und Gewalt liegt, sie müssen den Mehrwert dieses Mediums sehen und verstehen, dass all Ihre eigenen Kindheitserlebnisse, das mit Pfeil und Bogen vollzogene Cowboy & Indianer spielen, der gemeine Eintrag der ehemaligen Klassenkameraden im Freundschaftsbuch, bis hin zum ersten Liebesbrief, heute virtuell passieren kann und halt CounterStrike, schülerVZ und ICQ heisst. Es geht nicht um die Frage, ob dies ein Werteverlust, eine negative Veränderung der Gesellschaft oder schlecht für die Entwicklung des eigenen Kindes ist, denn das empfanden schon meine Urgroßeltern gegenüber meinen Großeltern und diese gegenüber meinen Eltern in jeder Beziehung der Veränderung. Es geht darum diesen Kommunikationsaustausch und Prozess zu verstehen der sich hinter dem Internet verbirgt, dass all die vorher privaten Kleinigkeiten heute einen Millionenpublikum bei falscher Nutzung zugänglich ist.

>>Blogsprache, das Blog von Torben Friedrich.Auf Twitter wurde die Aktion unter dem Hashtag #scool dokumentiert.
>> Weitere Interviews im PR Blogger

27. April 09

KnowEm: Eine Basis für das Online Reputation Management schaffen

Jeder kann sofort in Ihrem Namen einen Social Media Account anlegen, vielleicht ist das sogar bereits passiert… und Sie sind Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden? Haben Sie das wirklich schon einmal systematisch überprüft oder glauben Sie, dass es nicht so wichtig ist, schließlich sind sie als "Privatperson" nicht an Ihrer Online-Reputation interessiert oder ist Ihre Marke im Netz ohnehin schon omnipräsent? 

Niemand mag alle Social Media Portale abklappern, um seinen Namen dort sichern zu lassen, weil es bislang doch arg zeitaufwändig war. Trotzdem ist es durchaus empfehlenswert, möglichst viele Profile im Netz anzulegen. Je früher Sie dran sind, desto besser für Sie, denn sollten Sie Müller, Meyer oder Schmidt heißen, könnte es schon zu spät sein. Wenn Ihre Namensvetter ebenfalls über Web 2.0-Know-how verfügen, haben Sie vielleicht im digitalen Darwinismus schon verloren.

Wer aktiv einige Online-Identitäten (Marken-Keywords) für sein Unternehmen anlegt, hat dadurch den Vorteil, die Online-Marke besser steuern zu können. Auf diese Weise schützen Sie Ihre Brands und Ihre Online-Reputation sehr effektiv vor Fake-Accounts. Allerdings kostet das in der Regel sehr viel Zeit und bedarf zumindest eines konzeptionellen Ansatzes. 

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Kein Wunder also, dass es erste Dienstleister gibt, die das komplette Anlegen von Online-Profilen automatisieren oder als Social Media Service anbieten. KnowEm, ein Portal von ITCN, erlaubt es, eine Marke kostenlos auf rund 120 Socia Media Websites zu überprüfen. Dadurch erhalten Sie einen schnellen Überblick über Ihre Marke im Web 2.0 und können entscheiden, ob Sie noch weitere Anmeldungen vornehmen sollten. Zudem bietet KnowEm einen zweitsparenden Service an, für eine einmalige Gebühr in Höhe von $64,95 alle verfügbaren Domains anzumelden. Für eine weitere monatliche Summe von $9,95 werden neue Social Media Sites ebenfalls sofort hinzugefügt. Das stellt zumindest sicher, dass Sie keinen neuen Dienst mehr verpassen und Ihre Marke unmittelbar vor Identitätsdieben sichern.

Es gehört zur Basis des Online Reputation Managements, die eigenen Claims im Web abzustecken und dafür Sorge zu tragen, dass alle relevanten Känale für die Social Media Optimization (SMO) genutzt werden. Hierbei ist es nicht immer leicht, den richtigen, wirklich relevanten Social Media Kanal ausfindig zu machen. Natürlich kann es deshalb durchaus ein Hebel sein, sich möglichst viele Online-Profile zu sichern. Andererseits sollten Sie dann auch in der Lage sein, Ihre Online-Identität zu verwalten. Sobald Sie Mitglied in einem Social Media Angebot sind, wird von Ihnen auch erwartet, dass Sie auf Anfragen und Social Network Mails reagieren, ansonsten richten die vielen neuartigen Accounts mehr Schaden als Nutzen an.

Je mehr Sie im Social Web unterwegs sind, desto eher wird von Ihnen auch erwartet, dass Sie nicht nur zuhören, sondern auch aktiv daran partizipieren. Erst wenn Sie als Person und Unternehmen unter Beweis stellen, dass Sie tatsächlich diese Tools nutzen, werden Sie auch auf Akzeptanz der Nutzer stoßen und dadurch Glaubwürdigkeit erhalten.

Übrigens kann jeder Nutzer sich bei KnowEm einen schnell Überblick über die Web2.0-Affinität der Unternehmen verschaffen. Dazu müssen Sie nur einige bekannte deutsche Marken eingeben.

>> via Brian Solis: PR 2.0: Online Reputation and Brand Management Starts with Identity  

Klaus Eck

20. April 09

Achten Sie auf Ihre Privatsphäre?!

In Kürze erscheint Jeff Jarvis' Buch "Was würde Google tun?: Wie man von den Erfolgsstrategien des Internet-Giganten profitiert" auch auf Deutsch. Die Wirtschaftswoche bringt einige Auszüge aus dem lesenwerten Werk, in dem Jarvis die Google-Modelle auf andere Wirtschaftszweige überträgt. Obwohl mir die Lektüre insgesamt sehr gut gefällt und sie durchaus neue Einsichten vermittelt, kann ich Jarvis Zukunftsoptimismus nicht überall teilen und warne in einer kurzen Replik in der Wirtschaftswoche davor, die neue Transparenz und den Abschied von der Privatsphäre allzu positiv zu beurteilen. 


Letztlich verändert sich das Modell des Privaten, immer mehr davon gelangt bewusst gesteuert oder ungewollt ins Netz. Dennoch sollten wir uns immer genau überlegen, wie viel Privates wir wirklich öffentlich machen wollen und wie sich das auf unsere Online-Reputation auswirkt.

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Wie gehen Sie mit Ihrer Privatsphäre im Netz um? Wie viel Privates teilen Sie selbst der Welt mit, und welche Grenzen sollte man lieber nicht überschreiten?

>> PR Blogger: Digital Natives verzichten gerne auf Privatsphäre
>> PR Blogger: Unternehmen unter der Lupe 2.0  

Klaus Eck

15. April 09

Promi Keira Knightley verzichtet lieber aufs Ego-Googeln

Knightley Es gibt immer noch Menschen wie die populäre Schauspielerin Keira Knightley, die mit dem Social Web wenig bis gar nichts anfangen können, glaubt man einem Bericht der Gala. Es ist sicher für die meisten belanglos, ob jetzt ein Star schreit, er will hier raus (aus dem Web), aber dürfte dennoch symptomatisch für die Vielen sein, die wenig mit Facebook und Twitter anfangen können.  Aus der fehlenden Auseinandersetzung mit dem Web resultiert oftmals eine gewisse Angst; denn steuern können Darsteller das Web nur ein klein wenig, weil die Medien immer wieder über sie berichten. Deshalb wundert es mich nicht, wenn laut Gala Knightley erklärt: 

 „Ich hasse das Internet. Ich finde es entmenschlichend andauernd seine E-Mail oder Social Sites, die ja jetzt so im Trend liegen, zu überprüfen.“

Interessanterweise ist dem Fluch-der-Karibik-Star es durchaus bewusst, wie bedeutsam die eigene Online-Reputation ist. Sie glaubt jedoch, mit der vermeintlichen Kritik im Netz nicht gut umgehen zu können und vermeidet lieber die Wahrnehmung derselben. Gleichzeitig nutzt sie ihre Schauspieler-Freundin Sienna Miller als menschlichen Filter, um dennoch nichts Wesentliches zu verpassen. Ihre Vertraute informiert sie darüber, wenn etwas Wichtiges über sie veröffentlicht wird. In der Gala klingt es so, als würden sich zwei Süchtige gegenseitig von einer Droge abhalten: So erzählt Miller: „Sie ruft mich dann an und sagt: 'Ich denke daran es zu tun', und ich sage: 'Ich auch... tu es nicht, tu es nicht!' Und dann bringen wir uns gegenseitig davon ab. Aber manchmal ist es schwer nicht wissen zu wollen, was hinter deinem Rücken geredet wird.“

Natürlich sind manche Berichte im Web schmerzhaft, nicht jede Beurteilung ist schmeichelhaft. Aber so ist das Leben. Wir müssen es lernen, die digitale Abbildung der Gespräche im Web auszuhalten. Denn verhindern können wir sie schon lange nicht mehr. Wer diese neue Wirklichkeit auf die eigene Reputation ignoriert, baut nur einen virtuellen Schutzpanzer um seinen Personal Brand oder sein Unternehmen auf, ohne die realen Bewertungsprozesse, die ihren Niederschlag im Netz finden, wahrhaben zu wollen. Das mag eine Zeit lang gutgehen und zum eigenen Wohlbefinden beitragen, aber langfristig macht man sich nur einiges vor. 

Stattdessen lohnt es sich, selbst aktiv im Netz zu werden und den digitalen Ruf zu gestalten. Das macht beispielsweise John Cleese sehr gut. Das ehemalige Monty Python-Mitglied ist unter einem eigenen Blog- und Twitteraccount sowie mit einem Videokanal vertreten. Wer den Schauspieler online sucht, kommt gar nicht an den Cleese-Seiten vorbei. Dieser nimmt dadurch direkt Einfluß auf seine Webpräsenz und meint dazu lapidar auf Twitter: 

„Die Presse hatte lange Zeit ein faktisches Monopol. Es muss wehtun, das verschwinden zu sehen. Pfffffffft!!“


„Ich sehe es als Ausschaltung des Zwischenhändlers. Anstatt die Zeitungen jedes langweilige Detail berichten, tun es nun die Prominenten selbst. :)“ (übersetzt via FAZ)

  

>> Foto-Quelle: http://www.flickr.com/photos/potatojunkie/

Klaus Eck

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