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21. Januar 09

e-Politics 3: Obama setzt auf radikale Transparenz

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Kaum ist Barack Obama als 44.ster Präsendent der USA vereidigt worden, beginnt er schon damit, die Regierungspolitik ein wenig transparenter zu machen. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern im Amt nutzt er weiterhin sein Smartphone Blackberry, um darüber den Kontakt zu den US-Bürgern und der Welt zu halten. In gewisser Weise ersetzt er dadurch sogar das rote Telefon. 

Auf der neuen WhiteHouse.gov - Website ist ein Regierungsblog (ohne Kommentarfeld) und ein Video-Kanal eingerichtet worden.Wer wissen will, was die Obama-Administration umtreibt, sollte den RSS-Feed des Blogs abonnieren und sich einmal in der Woche am Samstag das neue Obama-Video anschauen.

In einem der ersten Blogbeiträge heißt es im WhiteHouse Blog:

"One of the first changes is the White House's new website, which will serve as a place for the President and his administration to connect with the rest of the nation and the world."

"Transparency -- President Obama has committed to making his administration the most open and transparent in history, and WhiteHouse.gov will play a major role in delivering on that promise. The President's executive orders and proclamations will be published for everyone to review, and that’s just the beginning of our efforts to provide a window for all Americans into the business of the government. You can also learn about some of the senior leadership in the new administration and about the President’s policy priorities."

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Barack Obama macht deutlich, was man von einer Regierungspolitik 2.0 erwarten kann und sollte. Sie nimmt die Bürger ernst und gibt ihnen Möglichkeiten der direkten Artikulation - online wie offline. Außerdem verpflichtet sich die neugewählte Regierung der Vereinigten Staaten auf mehr Transparenz und Partizipation. Sie nutzt dazu nicht nur die Medien auf brilliante Art und Weise, sondern schafft selbst durch ihre Politik 2.0 die Voraussetzungen dafür, indem die US-Regierung selbst als Medium agiert und ihre Ansicht via Blogs, Twitter, Flickr- und Video-Kanäle der Welt unmittelbar mitteilt.

Gleich nach seiner Inauguration-Rede wurden die im Internet verfügbaren Texte von Barack Obama (oben) mit der Abschiedsrede von Ex-Präsident George Bush (untern in s/w) durch Wordle geschickt und die wichtigsten Tags direkt miteinander verglichen. Transparenter geht es kaum mehr.

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Schon der gestrige Antrittstag zeigte, dass sich das Weiße Haus auch auf einiges an Feedback gefasst machen muss. Keine Regierung wird mehr hinter dem Obama Style und dem Web 2.0 zurückfallen (können). Der digitale Geist und die ePartizipation sind aus der Flasche entkommen. Niemand kann dahinter zurück. Deshalb muss die heutige Politik mit der radikalen Transparenz in der Politik leben lernen. Es genügt eine kurze Betrachtung der Twitter-Ströme, der Blog-Einträge und der Bilderwelten im Netz, um von der enormen Transparenz, der die neue Regierung ausgesetzt ist - ob sie will oder nicht - einen Eindruck zu erhalten. Mehr Informationen hat man wohl nie zuvor auf Google News zu einem Amtsantritt im Web finden können. Alles fließt in die Online-Reputation ein und wirkt sich insgesamt auf das Image von Barack Obama und seinem Regierungsteam aus. 

Ob wir etwas annäherend Vergleichbares in den kommenden Jahren auch hierzulande sehen werden, darauf bin ich wirklich gespannt. Oder bleiben die hiesigen Parteien lieber weiterhin der Hinterzimmerpolitik verhaftet? Was meinen Sie dazu?

>> Change has come to WhiteHouse.gov
>> Read The Inaugural Address
>> off the record: Die Vereidigung von Barack Obama und der vernetzte Mensch
>> TechCrunch: Whitehouse.gov Has A New Face, And a Blog
>> e-Politics 1: Big Brother Obama?
>> e-Politics 2: Obamas Vlog

Klaus Eck

17. November 08

e-Politics 2: Obamas Vlog

Am Freitag hat Barack Obama als gewählter Präsident der USA seine erste Vlog-Ausgabe veröffentlicht. Einmal in der Woche will der "President-Elect" künftig eine Videoansprache ins Netz stellen. Es ist über Change.gov, bei YouTube oder in zahlreichen Blogs abrufbar. Damit knüpft Obama an seine bisherige Online-Politik-Strategie an und stellt sich auch als künftiger US-Präsident weiterhin direkt der Öffentlichkeit. Bereits nach wenigen Tagen ist das Video mehr als 700.000 mal aufgerufen und in einigen Hundert Blogs erwähnt worden.

Die Kommentarfunktion ist zwar abgestellt, aber das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man sich die üblichen Kommentare in den deutschen Polit-Vlogs näher anschaut. Ohnehin kann jeder Onliner im eigenen Blog oder auf anderen Plattformen die eigene Meinung zum jeweiligen Obama-Video veröffentlichen. Außerdem gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das Online-Video via Youtube zu bookmarken und weiterzuverteilen, damit die Obama-Rede möglichst viele Menschen online erreicht.

>> Gulli: Obama veröffentlicht erste wöchentliche Videoansprache
>> PR Blogger: e-Politics 1: Big Brother Obama?

Klaus Eck

14. November 08

e-Politics 1: Big Brother Obama?

Haben Sie gebloggt oder getwittert? Unter welchen Pseudonymen eigentlich? Diese Fragen müssen sich alle Jobaspiranten in den USA gefallen lassen, die in der neuen Obama-Administration arbeiten wollen. Jeder muss sich als Bewerber einem umfangreichen Gewissenstest unterziehen. In den 63 Fragen sollen sie angeben, ob sie bloggen, twittern oder auf andere Weise online kommunizieren. Den siebenseitigen Fragebogen hat die "New York Times" am Donnerstag auf ihrer Website veröffentlicht. Er hat es in sich, weil die Jobaspiranten sehr viel Privates preisgeben sollen:
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"Wenn Sie jemals ein Tagebuch geführt haben, das etwas enthält, das einen Interessenskonflikt darstellen könnten oder Sie, Ihre Familie oder den gewählten Präsidenten in Verlegenheit bringen könnte, beschreiben Sie es.
(...)
Bitte beschreiben Sie und, wenn möglich, schicken Sie uns alle Bücher, Artikel, Kolumnen oder Publikationen (auch, aber nicht nur Schreiben und Kommentare auf Blogs und Websites), die von Ihnen stammen, allein verfasst oder mit jemand anderem. Bitte listen Sie alle Alias-Namen, die Sie je benutzt haben, um im Internet zu kommunizieren." (übersetzt im Spiegel)

Damit gehört die Überprüfung der Bewerber wohl zur schärfsten in der bisherigen US-Geschichte. Dem Obama-Team geht es hierbei um die größtmögliche Kontrolle. So will die Obama-Regierung es vermeiden, dass nach der Regierungsübernahme Interessenkonflikte bei Mitarbeitern auftreten oder peinliche Fehltritte bekannt werden.

Das ist natürlich eine geschickte Krisen-PR im Vorfeld, zeigt aber gleichzeitig auch die Schattenseiten der Online-Kommunikation auf: Wer seit vielen Jahren online aktiv ist und sehr viel publiziert hat, hinterlässt umfangreiche digitale Spuren, die nun Auswirkungen auf Bewerbungen haben können. Die Generation Internet ist für jeden transparent. Dadurch verbessern sich für den einen oder anderen Bewerber die Chancen, weil er seine Kompetenzen online deutlich machen kann. Andere fliegen aus dem Bewerbungsprozess nach einer kurzer Google-Recherche heraus und landen in der Karrierefalle Internet. Wie groß ist eigentlich Ihr digitaler Schatten? Durch das Lifestreaming der Online-Inhalte erfahren wir Menschen immer mehr übereinander, sodass nur noch wenig Privatsphäre und wenig Geheimnisse bleiben.

>> Spiegel Online: Obama unterzieht künftige Mitarbeiter hartem Gewissenstest
>> FTD: Obama will's wissen. Big Brother

Klaus Eck

06. November 08

US-Wahlkampf XVII: Obamas Wahlsieg

Barackishope Barack Obama ist zum US-Präsidenten gewählt worden und hat dadurch die Chance erhalten, unsere Welt ein klein wenig zu verändern. Weltweit überschlagen sich die Stimmen in den Blogs, auf Facebook, Twitter und den klassischen Medien, zu denen inzwischen auch die Online-Medien zählen. Der Vorgang der Wahl selbst hat schon die Medien- und Kommunikationswelt auf beeindruckende Art und Weise verändert.

In seiner Rede zur Präsidentschaft sieht Obama bereits aus und spricht wie der US-Präsident, obwohl er erst im Januar 2009 sein Amt antreten wird. Wie schon in seiner Graswurzelkampagne, die auf die Macht seiner vielen Unterstützer setzte, setzt er auch in seiner Ansprache auf die Menschen, die ihn zum Sieg getragen haben und vergisst nicht diejenigen, die ihn nicht gewählt haben. Damit zeigt er deutlich, dass er nicht das Trennende stärken, sondern die US-Bürger einen will und das Change nicht nur ein Lippenbekenntnis für ihn darstellt. Seine Botschaft gewinnt an Kraft, weil er sie gleichsam als erster farbiger US-Präsident verkörpern wird.

"Hallo, Chicago. Wenn es da draußen irgendjemand gibt, der noch zweifelt, dass Amerika ein Ort ist, wo alles möglich ist, der sich noch fragt, ob der Traum unserer Gründer heute lebendig ist, der Fragen zur Kraft unserer Demokratie aufwirft, hat heute eine Antwort bekommen. Es ist die Antwort, die von den Warteschlangen vor Schulen und Kirchen gegeben wird, in Zahlen, die diese Nation nie gesehen hat, von Leuten, die drei Stunden und vier Stunden gewartet haben, viele zum ersten Mal in ihrem Leben, weil sie glaubten, dass es dieses Mal anders sein muss, dass ihre Stimmen diesen Unterschied ausmachen können.

Es ist die Antwort, die von Jungen und Alten gegeben wird, von Reichen und Armen, Demokraten und Republikanern, Schwarzen, Weißen, Hispanics, Asiaten, Indianern, Schwulen und Heterosexuellen, Behinderten und Nichtbehinderten. Von Amerikanern, die der Welt eine Botschaft geschickt haben, dass wir keineswegs nur eine Ansammlung von Einzelmenschen oder eine Kollektion von roten und blauen Staaten sind. Wir sind die Vereinigten Staaten von Amerika und werden das immer sein." ... (Obamas Rede - siehe unten)

Während der ganzen Vorwahlkampagne und auch danach konnte Barack Obama im Internet dominieren. Dabei profitierte er von der enormenen Verbreitung des Webs in den USA. Inzwischen haben 55 Prozent der US-Bürger sogar einen Breitband-Internetanschluss. Viele sind mit Social Networks vertraut. Im Gegensatz zu den anderen Kandidaten stellte das Obama-Team das Web 2.0 ins Zentrum der Kampagne und profitierte auch von der Zusammenarbeit mit den Nerds wie dem 24-jährigen Mit-Gründer von Facebook Chris Hughes. Von Anfang an setzte der Kandidat auf die Vernetzung aller Online-Aktivitäten: Dadurch konnten seine Anhänger von Beginn an auf ganz unterschiedliche Art und Weise seine Botschaften aufnehmen und weitertragen. Es wurden Blogs genauso genutzt wie die alte E-Mail. Ziel war es immer wieder, die Menschen zum Spenden, Telefonieren oder zu sonstigen Wahlaktivitäten zu bewegen. Wer weiß, ob Obama überhaupt in die Endrunde gelangt wäre, wenn er nicht sofort auf die Online-Kommunikaton gesetzt hätte.

Im Vergleich zu den Online-Aktivitäten in der Wahlnacht wirken die ehrenwerten Versuche der deutschsprachigen TV-Anstalten, adäquat über die Wahl zu berichten, doch etwas mühevoll. Viel spannender war es, direkt ins Netz zu gehen und die aktuellen Gespräche auf Twitter oder den Gesprächen im US-TV zu verfolgen.

Aber selbst das Fernsehen zeigt sich in den USA innovativer als hierzulande: 35 HD-Kameras zeichneten die Korrespondentin Jessica Yellin in Chicago so auf, dass sie als Hologramm direkt neben dem Moderator in der New Yorker Wahlzentrale des Fernsehsenders CNN auftreten konnte und damit Mediengeschichte schrieb.

Ich bin gespannt, wie sich Obamas Internet-Wahlkampf jetzt auf seine anstehende Präsidentschaft auswirkt. Wie wird er seine positiven Online-Erfahrungen in seine Regentschaft einfließen lassen? Ist dann alles vergessen oder nutzt er das Online-Campaigning vielleicht sogar, um Entscheidungen in seinem Sinne im Senat und Kongress zu beeinflussen. Oder stimmt er auf diese Weise die Bevölkerung auf schwere Zeiten und den Wandel ein? Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass er die aufgebauten Netze kappen und sich von der Bevölkerung so weit entfernt wie sein noch amtierender Vorgänger Bush.

>> Turi2: Medien nutzen US-Wahl zur Online-Leistungsschau
>> DiePresse: Obamas Sieges-Rede im Wortlaut
>> Meedia: Nils Jacobsen: Onliner verschlafen Obamas Sternstunde >> Technology Review: Das Geheimnis seines Erfolges|
>> Der Sieg der Generation Obama - Nachrichten - DerWesten
>> off the record » Blog Archive » Obama und der Siegeszug des Web 2.0
>> PR Blogger: US-Wahlkampf XVI: 30 Minuten Obama
>> mehr Links zur Politik auf Friendfeed von mir

Klaus Eck

30. Oktober 08

US-Wahlkampf XVI: 30 Minuten Obama

Kurz vor dem Ende des US-Wahlkampfs greift der Präsidentschaftskandidat Barack Obama noch einmal in die Vollen und präsentiert seine Botschaft "American Stories, American Solutions" zur besten Sendezeit gleich auf sieben Fernseh-Networks. Dadurch konnten die US-Bürger kaum dem 30 Minuten langen perfekt inszenierten TV-Spot des Demokraten entgehen. Im Gegensatz zu seinem Gegenspieler von den Republikanern verzichtet er darin auf persönliche Angriffe und zeigt sich schon jetzt ganz souverän als der voraussichtlich nächste US-Präsident, der in Lösungen denkt und nicht im Klein-Klein des Wahlkampfs verharrt.

Damit steuert die Obamanie mit einem "Obamamercial" seinem Höhepunkt zu. Gekostet soll die Ausstrahlung der TV-Anzeige zwischen 3,5 und fünf Millionen Dollar haben. Das kann er sich im Rahmen seiner Wahlkampagne durchaus leisten, schließlich hat er insgesamt rund 780 Millionen Dollar an Spenden eingesammelt, mehr als jeder andere Präsidentschaftskandidat zuvor geschafft hatte. Demgegenüber soll John McCain nur 340 Millionen Dollar an Spendengelder zur Verfügung haben. Inhaltlich hat der republikanische Kandidat wenig zu bieten: Deshalb bezeichnet er den TV-Spot als schönen Schein und erneuerte seine Charakterangriffe auf Obama.

Schon jetzt hat der Video-Spot auf YouTube innerhalb weniger Stunden rund 400.000 Besucher gehabt. Zudem prägt die Meldung die hiesige Medienlandschaft. Ein Blick auf Google News genügt.

Im Tageschau-Blog wird erläutert, was die bekanntesten US-Blogs und ihre User über das Fernsehereignis berichtet haben. Wer sich selbst ein Bild von der Meinung der Onliner machen will, sollte sich Election2008 auf Twitter ansehen. Dort können Sie genau verfolgen, wie die Twitterer über die Kandidaten und den TV-Spot denken.

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Es scheint wirklich danach auszusehen, dass Barack Obama am 4. November zum nächsten US-Präsidenten gewählt wird. In seiner Online-Kampagne hat er jedenfalls alles richtig gemacht. Sein Ansatz einer vernetzten Kommunikation über alle Kanäle (Twitter, Facebook, Blogs, Flickr, Meetup, Youtube etc.) hinweg gilt als weltweites Vorbild für künftige Wahlkämpfe, oft auch als Politik 2.0 bezeichnet.

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Obamanie gemacht bzw. wie nehmen Sie den Wahlkämpfer Barack Obama wahr? Können Sie sich vorstellen, dass sich daran zunehmend deutsche Politiker orientieren oder leben wir hierzulande auf einem anderen Planeten und sollten lieber die Kirche im Dorf lassen und weiterhin die Fußgängerzonenvariante pflegen?

>> Barack Obama
>> Blog.Tagesschau: Tränen und Langeweile nach “Obamamercial”
>> The Huffington Post: Obama Infomercial (VIDEO)
>> Spiegel: 30-MINUTEN-WERBEMARATHON. Obama erobert Amerikas Fernsehzimmer
>> Taz: Republikaner agieren wie Opposition
>> US-Wahl auf dem PR Blogger
>> Politik 2.0 auf Friendfeed (zahlreiche Politik-Links zum Thema)

Klaus Eck

18. September 08

US-Wahlkampf XV: Sarah Palin inside

In die Kritik ist im US-Wahlkampf erneut Sarah Palin geraten, weil ihre private E-Mails auf Wikileaks auftauchten. Die Republikaner stellen den jüngsten Hacker-Angriff auf Sarah Palin als schockierenden Eingriff in die Privatssphäre der Gouverneurin von Alaska dar, wollen den für sie peinlichen Vorgang jedoch schnell in Vergessenheit bringen, weil er erheblich an der Reputation der Vizepräsidentschaftskandidatin kratzt. Sie hatte das Pech, dass Hacker ihren Yahoo-Zugang geknackt hatten und dadurch Zugang auf private Bilder und die E-Mail-Korrespondenz der US-Politikerin erhalten haben. Screenshots davon tauchten auf der umstrittenen Website WikiLeaks auf. Deren Echtheit wird nicht bestritten.
Palin

Die Anschuldigungen gegen Palin werden auf Wikileaks.org anonym erhoben, liefern aber gleichzeitig umfangreiches Hintergrundmaterial, so dass die Besucher des Online Prangers sich detailliert informieren können. Zu den Betreibern des Online-Angebots sollen 22 chinesische Dissidenten, Mathematiker und Technologen junger Unternehmen aus den USA, Asien, Europa, Australien und Südafrika stehen. Sie sehen in ihrem Projekt Wikileaks ein Ventil für jeden Regierungsbeamten, jeden Bürokraten, jeden Angestellten, der über beschämende Informationen stolpert und von der die Öffentlichkeit Kenntnis haben sollte. Der Begriff „Leaks“ steht für eine Information von Insidern, die ohne Genehmigung durchgesickert ist.

Sarah Palin hatte in der Vergangenheit selbst für offizielle Schreiben und Regierungsangelegenheiten zwei Webmail-Adressen genutzt, die nicht den Sicherheitsbestimmungen der US-Politik genügten. Außerdem steht sie jetzt in einigen Medien aufgrund der Nutzung von Yahoo Mail unter Verdacht, die Archivierungspflicht umgehen zu wollen. Das könnte die republikanische Hoffnung noch unter erheblichen Druck setzen, weil in ihrer "privaten" Korrespondenz noch Hinweise auf die Troopergate-Affäre entdeckt werden könnten, die bislang für die Staatsanwaltschaft nicht auffindbar waren.
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Demgegenüber scheint Barack Obama mehr Glück zu haben, als sein E-Mail-Account scheinbar gehackt worden ist. Er ist nur ein Opfer der Satire geworden. Und darf sich über den Palin-Fall freuen.

>> Spiegel: Hacker knackt Sarah Palins E-Mail-Konto
>> TP: Sarah Palins E-Mail-Geheimnisse
>> DenQuer: Sarah Palins E-Mail-Postfach gehackt (?)
>> TheOnion: Obama Deletes Another Unread MoveOn.org E-Mail
>> PR Blogger: US-Wahlkampf XIV: Read my lips & Googles Videosuche

Klaus Eck

17. September 08

US-Wahlkampf XIV: Read my lips & Googles Videosuche

Was haben Barack Obama, Sarah Palin oder John McCain eigentlich zum Thema Finanzkrise zu sagen? Bisher musste man sich dazu bei einer Recherche auf die Online-Texte verlassen, doch seit kurzem bietet Google für sein Videoportal YouTube einen besonderen Service für die US-Wähler an: Elections Video Search. Mit einer Spracherkennungssoftware werden hunderte Videos durchsucht, die auf YouTube's Politicians channels vorliegen. Dazu hat Google automatisch alle Politik-Videos der US-Präsidentschaftskandidaten von gesprochener Sprache in Texte überführt und indexiert.

Abb45_2 Anschließend kann man direkt die gesprochenen Worte im jeweils angezeigten Video ansteuern. Auf diese Weise sparen Nutzer viel Zeit und müssen sich nicht das ganze Video ansehen, wenn sie sich nur für ein spezifisches politisches Thema interessieren. Dieser neue Videosuchservice kann auch als Gadget zu iGoogle hinzugefügt werden.

Selbst wenn die Videosuche heute noch nicht wirklich perfekt ist und eher wie ein Gimmick für die US-Wahl wirkt, zeigt das neue Google Angebot dennoch deutlich, mit welcher Entwicklung in Zukunft zu rechnen sein dürfte. Niemand kann sich noch darauf verlassen, dass seine Worte im Web verloren gehen. Noch steht die Technologie ganz am Anfang. Aber in einigen Jahren sollte jeder damit rechnen, dass die Videosuche verbessert und auf andere Themenfelder ausgeweitet wird. Während das für Podcaster und Videopodcaster eine tolle Nachricht darstellt, weil dann Multimediales in den Suchmaschinen viel besser erkannt und gefunden wird, muss das nicht jedem gefallen, der auf Video oder Ton aufgezeichnet und dafür in der Öffentlichkeit kritisiert wird. Das wird nicht zuletzt am Beispiel Andrea Ypsilanti deutlich.

>> The Google Blog: "In their own words": political videos meet Google speech-to-text technology
>> ReadWriteWeb: Google Audio Indexing: Keyword Searches for Political Videos
>> PR Blogger: USA Wahlkampf 2.0 - Mein Vortrag
>> PR Blogger: US-Wahlkampf XIII: Jack Nicholson setzt Online-Joker gegen Obama ein
>> PR Blogger: US-Wahlkampf XII: Obama via Twitter erleben
>> PR Blogger: US-Wahlkampf XI: Yes We Can
>> PR Blogger: US-Wahlkampf X: Super-Tuesday & Super Obama Girl

Klaus Eck

11. Juli 08

Politik 2.0: Wahlkampfplakate selbst gemacht

_walplakat Brauchen wir in künftigen Wahlkämpfen eigentlich noch Aktivisten, die Plakate kleben und Flugblätter verteilen? Oder wäre es besser, wenn sich die Parteien auf die Online-Kommunikation (Twitter, Facebook, Blogs, Xing etc.) einlassen würden? Darüber ist eine Debatte in Österreich im Gange. Während in Deutschland noch darüber diskutiert wird, wie die Parteipolitiker denn von Barack Obama im Online-Wahlkampf lernen könne, sind die politischen Akteuere in Österreich anscheinend schon ein wenig weiter.

Angesichts der vorgezogenen Neuwahlen im September 2008 sind dort alle Parteien unter enormen Zeitdruck und vielleicht auch bereit, etwas Neues auszuprobieren. Jedenfalls hat der Grüne Christoph Chorherr in seinem Blog um Vorschläge für Wahlplakate der Grünen gebeten und daraufhin in kurzer Zeit zahlreiche konkrete Antworten erhalten.

Im Aufruf des Wieners an seine österreichischen Wähler heißt es: "Ihr könnt hier in den Kommentaren Texte/Slogans posten, könnt mir per Email Grafiken schicken oder diese bei euch im Weblog veröffentlichen (und ich verlinke dann drauf). Ich bin sicher, die Grünwähler haben mindestens so gute Ideen wie wir Grünfunktionäre. Wofür soll diese Partei im Wahlkampf stehen? Wofür wollt ihr sie wählen?"

Die Grünen in Österreich setzen auf das Mitmach-Web und Crowdsourcing. Ich bin gespannt, wie sich der Wahlkampf insgesamt entwickelt und ob die Vorschläge der grünen Community tatsächlich genutzt werden. Zumindest werden sich die Web 2.0-Wahlplakate viral im Internet verbreiten. Somit reichte vielleicht sogar schon die Idee als solches, um ein wenig für öffentliche Aufmerksamkeit zu sorgen und sich gleichsam als technologische Avantgarde zu empfehlen.

>> Zur Politik: G-Punkte
>> Jana Herwig: Walplakat - Vote Failwhale!
>> Lost and Found: Wähler machen Wahlkampf
>> Wissenbelastet: Wahl08: Brauchen die Grünen ein Wahlplakat?
>> Michael Schuster: Grüne Plakate
>> Wahlkampfblogger: Schwarmintelligenz für Österreichs Grüne
>> Weitere Links zur Politik 2.0 auf Friendfeed

Klaus Eck

02. Juni 08

USA Wahlkampf 2.0

In der vergangenen Woche durfte ich eine Keynote zum US-Wahlkampf vor der AmCham halten. Im folgenden können Sie sich die Präsentation jetzt auch online anschauen. Dazu habe ich sie auf Scribd (große Version) gestellt:

Read this doc on Scribd: Klaus Eck - US-Wahlkampf 2 0

>> Friendfeed Room Politik (zahlreiche Links zur Vertiefung der Präsentation)
>> Pressemitteilung AmCham Germany
>> Web 2.0 kann nächste Bundestagswahl entscheiden | silicon.de

Klaus Eck

29. Mai 08

Politik 2.0

Heute Nachmittag werde ich einen kurzen Vortrag zum "US-Wahlkampf 2.0" auf der Spring Membership Conference des Telecommunications, Internet, and Media (TIM) Committee der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland (AmCham Germany) halten. Das freut mich als Politikwissenschaftler natürlich besonders. Im Mittelpunkt der Konferenz steht das „Web 2.0“. Eingeladen hat AmCham dazu Experten aus Politik, Wirtschaft und Medien. Die Themen gehen von „Politischer Kommunikation 2.0“ mit Blick auf den laufenden US-Wahlkampf und die nächste deutsche Bundestagswahl, bis hin zum Spannungsfeld zwischen freiem Informationsfluss und dem Schutz persönlicher Daten in Social Networks.

Der US-Wahlkampf ist der deutschen Politik um Licht­jahre voraus. Hierzulande finden nur wenige Politiker ins Web 2.0 und zeigen sich nicht besonders risikofreudig. Demgegenüber wäre der Wahlkampf Barack Obamas ohne On­line Campaigning gar nicht mehr denkbar. Der voraussichtliche Kandidat der US-Demo­kraten spielt brilliant auf der Klaviatur der Web 2.0-Instrumente, indem er bloggt, twit­tert, mehr bis zum Ende des Wahlkampfs voraussichtlich mehr als 1.200 Videos online stellt und aktiv Social Networks wie MySpace und Face­book nutzt. Im Gegensatz zu den anderen Kandidaten kann er über das Internet sehr viele Post Babyboomer für sich mobilisieren und erhält auf diesem Wege sogar bis zu 1 Milliarde US-Dollar an Spendengeldern.

Einige Informationen und weiterführende Artikel zum Thema finden Sie in meinem Friendfeed Room Politik.

>> Pressemitteilung AmCham Germany

Klaus Eck

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