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Der PR Blogger

  • Im PR-Blogger erhalten Sie aktuelle Informationen über die neuesten Trends im Online Reputation Management, in der Online-PR- und im Online-Marketing.

    Klaus Eck, der Herausgeber des PR Bloggers, ist Kommunikationsberater und Reputation Manager.
    Er hilft Unternehmen beim Aufbau einer eindeutigen Online-Reputation und bei der Entwicklung von Online-Relations.

    Kontakt:
    Klaus Eck
    Neu: Tel.: 0171-68.8.68.24


    ke (at) imagecapital.de

Social Bookmarks

Friend Connect

20. März 09

Wie man Social Media im Unternehmen rechtfertigt

Ihr Unternehmen ist noch nicht in die Tiefen des Social Webs vorgedrungen? Dann wird es meiner Ansicht nach langsam Zeit dafür. Ein solcher Schritt zeigt, dass Ihre Firma sich mit neuen Dynamiken im Internet auseinander setzt und bereit ist zu experimentieren. Dadurch machen Sie sich auch für Digital Natives als Arbeitgeber attraktiver, die es gewohnt sind via StudiVZ, Twitter und Facebook zu kommunizieren. Eventuell sind Sie sogar in einer Branche, in der Sie den „First Mover“-Effekt ausnutzen können? Dann ist Ihnen Publicity und das Interesse der Web-Gemeinschaft sicher. Generell ist der Schritt hin zu einer offeneren Kommunikation immer einer, der von außen als positiv bewertet wird. 

Transparenz1. Es fördert die Transparenz im Unternehmen. Sie haben in Ihrem Firmenprofil das Wort Transparenz platziert? Twitter, Blogs und Soziale Netzwerke sind die Orte, an denen Sie die versprochene Transparenz auch beweisen können. Revidieren Sie die Floskeln der traditionellen Organisationskommunikation und machen Sie sich selber greifbar. 

2. Zielgruppen und Multiplikatoren können gezielter angesprochen und mobilisiert werden. Wer sich für Sie interessiert, der sollte auch angesprochen werden. Wer Ihren Corporate Blog besucht oder kommentiert, identifiziert sich als potentieller Interessent. Suchen Sie den Dialog zu Ihren Stakeholdern, Sie werden überrascht sein, wie wertvoll dieser werden kann.

3. Der emotionale Zugang zum Unternehmen wird gefördert. Je mehr Ihr Unternehmen kommuniziert und je stärker es sich durch die Social Media Aktivitäten profiliert, desto mehr "Identifikationspunkte" gibt es für Stakeholder. Die dadurch vereinfachte Identifikation mit Ihrer Organisation oder Ihrem Produkt ist eine hilfreiche Basis für eine neue Art von Kundenbindung: Eine Bindung, die nicht allein durch Preis und Konditionen bestimmt wird, sondern eher von dem, was die Menschen mit Ihnen verbinden. Sie geben Einblicke, zeigen gesellschaftspolitisches Engagement oder sind humorvoll - und erweitern damit die Wahrnehmung Ihrer Organisation um eine persönliche Dimension. 

4. Einsichten werden gewonnen und ermöglicht. Sie glauben gar nicht, für was sich die Menschen so alles interessieren. Setzen Sie die Scheuklappen ab und sehen Sie sich um - Ihr Unternehmen ist voll von interessanten Vorgängen, Ihr Kopf gefüllt mit spannenden Gedanken. Warum teilen Sie diese Dinge nicht mit? Liefern Sie Einblicke und treten Sie so in Dialog mit ihren Stakeholdern. Durch Kommentare und Antworten wird Ihnen immer wieder eine Aussensicht der Dinge dargelegt - das hilft neue Blickwinkel einzunehmen und ihre Organisation als ein lebendiges Ganzes zu betrachten. 

5. Die Masse erleichtert Entscheidungen (Crowdsourcing). Sie haben mehrere Marketing-Ideen und können nicht entscheiden, welche sie umsetzen wollen? Geben Sie die Frage weiter: An Ihre Follower auf Twitter, Fans und Leser. Die Weisheit der Vielen ermöglicht offene Innovationen und hat schon vielen Unternehmen geholfen, neue Wege zu beschreiten. Ihre Stakeholder fühlen sich integriert und respektiert, können eine Rolle annehmen und so noch stärker in Kontakt mit Ihnen treten. Genauso verhält es sich mit Ihren Mitarbeitern - sie sind die wahren Experten in ihren Bereichen, ihre Stimme sollte nicht überhört werden.  

6. Kritik existiert auch so (nur an anderer Stelle). Sie haben Angst vor Kritik in Ihrem Blog oder Ihrem Twitter-Account? Kritik ist zum einen wertvolles Feedback, zum anderen haben Sie so die unterschätzte Möglichkeit, direkt darauf zu reagieren. Auch ohne Ihre Präsenz würden die Kritiker publizieren - nur außerhalb Ihres Sichtbereiches, ohne eine Möglichkeit zur Stellungnahme. Was ist Ihnen lieber?

Gesicht7. Organisationen bekommen Gesichter. Social Media zeigt, richtig angewandt, die Menschen hinter den Markennamen. Gesichtlose Markenaccounts haben es schwer Emotion und Passion zu transportieren, ganz anders verhält es sich mit persönlichen Profilen. Ein Großteil des Lebens Ihrer Mitarbeiter ist ihre Arbeit, ihre Verbindung zu Ihrer Organisation: Wo findet diese bisher Ausdruck? Zeigen Sie die Gesichter, die Ihr Unternehmen zu dem machen was es ist. 

8. Die interne Kommunikation wird besser. Sie verschicken wöchentlich oder gar täglich interne Memos und Newsletter, um Ihre Belegschaft auf dem neuesten Stand zu halten? Wieso stellen Sie diese Informationen nicht in einen internen Blog? So kann jeder frei seine Gedanken dazu äußern, Hierarchieebenen können übersprungen werden und Ihre Mitarbeiter fühlen sich ernst genommen. Bloggende Führungskräfte können mit weniger Zeitaufwand in viel engerem Kontakt zu ihren Mitarbeitern stehen, als sie es durch einseitige Kommunikation tun. 

>> Bildnachweis - Transparenz: flickr / lightmash
>> Bildnachweis - Gesicht: flickr / Gaetan Lee

13. März 09

Twitter-Erfahrung: ein kurzer Rückblick auf zwei Jahre

09-03

Meinen ersten Tweet habe ich am 13. März 2007 veröffentlicht, damals war es nur ein erster Test, um herauszufinden, was das Neue am Twittern ist und ob sich Twitter in der Unternehmenskommunikation einsetzen lässt. 140 Zeichen sind schließlich schnell verfasst. Doch wer hätte gedacht, dass sich dadurch mein ganzes Informationsmanagement auf den Kopf stellen und ich heute immer noch twittern würde. Ich bin froh darüber, mich Twitterer nennen zu dürfen und schicke wochentäglich viele Tweets in die Welt, in der ich meistens auf Links verweise, mit einigen Kontakten kurze Online-Dialoge führe und nicht wenige Direct Messages verschicke. Auf diese Weise konnte ich viele Menschen besser kennenlernen und gute (Offline-)Gespräche führen.

Twitter ist längst ein spannendes Instrument für viele Kommunikatoren geworden und sollte zur Online-PR einfach dazu gehören. Das hat die bisherige Entwicklung mir deutlich gezeigt. Nach zwei Jahren habe ich selbst bereits 5555 Updates publiziert. Inzwischen soll es hierzulande rund 50.000 passive oder aktive Twitter geben, weltweit sind es rund 6 Millionen Nutzer - das ist noch keine große Zahl, aber dennoch mehr als ich damals erahnt hätte. Hatte ich vor genau einem Jahr erst 500 Follower sind es inzwischen bereits 3.194 Follower geworden. Darunter sind jedoch zahlreiche Influencer (Blogger, Networker, Journalisten, PR-Profis etc.).

Kein Wunder also auch, dass ich sogar Workshops zum Thema "Corporate Twitter" in Unternehmen durchführe und dabei in PR und Marketing berate, wie man effektiv Twitter in der Kommunikation einsetzen kann. Denn ganz so leicht und erfolgreich, wie viele es sich denken, ist das Twittern auch wieder nicht. Schließlich geht es beim Corporate Twittern immer auch um Kommunikationsziele, die man damit erreichen will.

Corporate Newsletter sind meiner Ansicht weniger erfolgsversprechend wie Twitter. Auf E-Mail-Newsletter verzichte ich als Leser schon seit einigen Jahren. Ich abonniere diese Informationsquellen höchst selten, weil man nie so genau weiß, welche Qualität sich hinter dem Betreff einer E-Mail versteckt. Leider bekommt man von Unternehmen häufig nur eine Art von nicht maschinengenerierten Spam zugeschickt, der nicht meinen Lesebedürfnissen entsprciht. E-Mail-Programme eignen sich viel besser für die 1:1 Kommunikation und weniger zum Lesen von Nachrichten.

Stattdessen entscheide ich lieber aufgrund der Überschrift in meinem Google Reader, ob ich den Inhalt lese oder nicht. Mein RSS-Konsum ist durch das Twittern erheblich zurückgegangen. Das liegt vor allem daran, dass die von mir abonnnierten Twitterer ihre Links posten und oftmals für mich vertrauensvolle Quellen darstellen, denen ich gerne folge. Wenn ich einen Twitterer gut einschätzen kann und die Qualität seiner Links schätze, vertraue ich seinem Urteil und klicke häufiger auf den Teaser-Tweet.

Skype und Social Bookmarking nutze ich zwar noch, aber viel weniger, weil das inzwischen auch sehr gut über Twitter funktioniert. So kann ich meine Tweets über Friendfeed vorab in thematischen Räumen wie zum Beispiel "Karrierefalle Internet" oder "PR Blogger" sortieren und gleichzeitig als Twitterartikel in die Followerwelt schicken. Es macht viel mehr Spass seinen Livestream twitternd zu bedienen und direkt darauf ein Feedback zu erhalten, als nur die Links in Social Media Blackboxen abzulegen, ohne dass sich auf Mister Wong oder Delicious wirklich viel bewegt. 

In diesem Sinne möchte ich mich an dieser Stelle auch bei all meinen Followern bedanken und freue mich auf Ihre Anregungen und Ihr Feedback.

>> PR Blogger: 18 Anti-Twitter-Thesen 
>> Das PR Blogger Twitter-Konzept
>> PR Blogger: 30 Tipps zum erfolgreichen Twittern
>> Twitter-Tools 7: Effizienter followen mit Twimailer
>> Twitter-Tools 6: Twitsnip - Zeit sparen beim Twittern
>> Twitter-Tools 5: Einladen via Twtvite - welche Twitterer kommen am Sonntag?
>> Twitter-Tools 4: Twitter-Umfragen via twtpoll
>> Twitter-Tools 3: Analysieren der Follower mit Mr. Tweet
>> Twitter-Tools 2: Twitterautomatik dank Twollow
>> Twitter-Tools 1: Mehr über Twitterleser erfahren dank Twittfriends

Klaus Eck

12. März 09

Ade BACN? Oder wie gehen Sie mit der E-Mail-Flut um?

25 Minuten: Das ist ungefähr die Zeit, die ich täglich für das Lesen und Verarbeiten von automatisierten Newslettern, Facebook- und Twittermeldungen in meinem Postfach benötige. Eigentlich nicht viel Aufwand, wäre da nicht ein Problem: Da die E-Mails zu den verschiedensten Zeiten kommen, lenken sie mich des öfteren vom Arbeiten ab. Eine Lösung hierfür könnte das Hochsetzen des Zeitabstandes sein, in dem die E-Mails abgefragt werden auf eine bis zwei Stunden. Was aber wenn wirklich mal etwas Dringendes in meinem E-Mail-Eingang landet und jede Minute zählt? Bacn


Seit geraumer Zeit geistert das Wörtchen „BACN“ in der Social Media Szene herum. BACN ist keine Abkürzung, sondern steht für Social Spam - es bedeutet nach Blogger Andy Quayle „Notifications you want. But not right now.“. Dazu zählen zum Beispiel Follower-Mails bei Twitter, neue Freunde und Gruppeneinladungen bei Xing, Facebook und anderen Netzwerken. Dies sind alles Dinge, die für mich keine unmittelbare Relevanz haben, sondern auch am Ende des Tages oder der Woche bearbeitet werden können.

Twitter_inbox_wahnsinn_mod

Dazu lassen sich in den E-Mail-Programmen durchaus Regeln (Filter) aufsetzen, die die Mailflut aus dem Posteingang in einen eigens dafür eingerichteten Ordner verschiebt. Normalerweise reicht es, die Absender der jeweiligen Mails, bei neuen Twitter-Followern z.B. twitter-follow-EIGENE_EMAIL@postmaster.twitter.com , als Kriterium zum Verschieben anzugeben (siehe Filter bei Apple Mail im Bild unten). Natürlich lassen sich auch Bestandteile des Titels filtern, etwa das Wort „Newsletter“, aber dies kann auch dazu führen, dass wichtige E-Mails in dem BACN-Ordner landen.

Bacn-filter

Deshalb habe ich eine kleine Liste einiger bekannter Plattformen zusammengestellt, die sich leicht als BACN-Absender filtern lassen. Diese Liste dürfen Sie gerne via Kommentar oder per Twitter vervollständigen.
  • Xing: mailrobot@xing.com
  • Twitter-DM: twitter-dm-EIGENE_EMAIL@postmaster.twitter.com
  • Twitter-Follower: twitter-follow-EIGENE_EMAIL@postmaster.twitter.com
  • Friendfeed: emailhelp@friendfeed.com
  • Flickr: mail@flickr.com
  • Facebook: *@facebookmail.com
  • Lifestream.fm: info@lifestream.fm
  • Mr.Wong: letter@mister-wong.de
  • StudiVZ: noreply-1@studivz.net  
  • MySpace: noreply@message.myspace.com (Dank an Thomas
Nach der Anwendung eines Filters konnte ich mehr als 3000 alte E-Mails in den Ordner verschieben- ein Zeichen dafür, wie stark User mittlerweile von solchen Nachrichten bombardiert werden. Steigern Sie auch Ihre Produktivität, verbannen Sie BACN aus der Inbox!

>> Bildnachweis: Bacn vs. Spam -  Jason Theodor

Christoph Bauer

Minority Report schon bald Realität?

Was wir in der Kommunikation künftig erwarten und wie wir von einem "Sixth Sense" als Menschen profitieren können, demonstrierte Pattie Maes, Fluid Interfaces Group, in ihrem tollen Vortrag auf der TED Conference. Durch das 8-minütige Video erhalten Sie einen ersten Eindruck davon, wie der "Minority Report" Wirklichkeit werden könnte. Darin wird gezeigt, wie sich Kommunikationstools in die Kleidung integrieren und wie sich Informationen als Layer über Produkte und Menschen legen lassen. Schon bald könnten solche Wearable Devices uns als Kommunikationswerkzeuge angeboten werden.

"Maes showed a video of her student Pranav Mistry who she describes as the brains behind the project. Mistry wore the device on a lanyard around his neck, and colored Magic Marker caps on four fingers (red, blue, green and yellow) helped the camera distinguish the four fingers and recognize his hand gestures with software that Mistry created. The gestures can be as simple as using his fingers and thumbs to create a picture frame that tells the camera to snap a photo, which is saved to his mobile phone. When he gets back to an office, he projects the images onto a wall and begins to size them." (Wired)

10. März 09

Lieber Social Media als E-Mail

Die E-Mail-Kommunikation wird immer unwichtiger, heißt es in einer aktuell veröffentlichten Studie des Nielsen Instituts mit dem Namen „Global Faces and Networked Places“. Die Marktforscher setzen sich darin mit der Entwicklung und Verbreitung von sozialen Netzwerken auseinander, die zurzeit ein enormes Wachstum verzeichnen. Anscheinend löst das Social Networking "die klassische "alte" E-Mail-Kommunikation ab. So haben die Social Networks und Blogs mit einer Reichweite von 66,8 Prozent die E-Mail vom Platz 4 der populärsten Bereiche im Web verdrängt. 

Tabelle_nutzung

Am schnellsten wächst das Social Network Facebook. Es scheint so, als wenn immer mehr Menschen auf Social Media als Alternative zur E-Mail setzen und damit eine persönlichere Kommunikaton wählen. Der schnelle Austausch kann längst über Instant Messenger, Twitter und Social Networks erfolgen. Dafür ist der formale Charakter einer E-Mail nicht mehr unbedingt notwendig.

Die Funktionsvielfalt der Social-Media-Plattformen ermöglicht einen sehr viel differenzierteren Umgang mit der Online-Kommunikation. E-Mail ist nicht immer ein Must, auch wenn offizielle Business-Informationen sicherlich weiterhin noch per E-Mail verschickt werden. Schließlich gibt es (unverständlicherweise) auch noch das FAX in der Kommunikation. Doch wenn man sich online schnell austauschen will oder nur den ersten Kontakt aufnehmen, dann reicht Xing, Facebook und co. völlig aus. 

Geburtstagsgrüße lassen sich über Twitter, Xing-Nachricht oder Pinboard-Eintrag auf Facebook mitteilen. Dafür bedarf es längst keiner (wichtigen) E-Mail mehr. Mit dem Alter der Onliner hat das Nutzerverhalten immer weniger zu tun, betrachtet man die Entwicklung beispielsweise auf Facebook. Die Internet-Anwender werden auch in den Social Networks älter:

Facebook

Die Gründe für die langsame Abkehr von der E-Mail sind naheliegend. Schließlich ist das Spam-Problem nach wie vor ein großes Defizit in der E-Mail-Kommunikation. Der Maschinenspam lässt sich vielleicht noch filtern, aber wie ist mit den nicht verifizierten Kontakten, die Sie mit ihren vielen E-Mails nerven? In einem Social Network können Sie oftmals festlegen, ob und wer Sie anschreiben kann. Selbst die Privatsphäre lässt sich dort einigermaßen verwalten. Und per Twitter und Facebook sind Sie ohnehin leichter erreichbar, weil man sieht, ob Sie am Schreibtisch sitzen und selbst aktiv an Ihrem Livestream arbeiten. In jedem Falle haben Sie in der Social-Network-Kommunikation eine größere Sicherheit und können damit rechnen, Ihren Adressaten direkt zu erreichen, selbst wenn es in den Social Networks natürlich auch eine große Gefahr für die Verzettelung gibt. Oder  schauen Sie in jedem Ihrer (zahlreichen?) Netzwerke rein und lesen Ihre Post innerhalb von 24 Stunden?

Wie stark nutzen Sie eigentlich Ihre Social Networks für die direkte Kundenkommunikation?

>> Direktlink zum .pdf der Nielsen-Studie "Global Faces and Networked Places"
>> Blogpost zur Studie von Nielsen Wire
>> Briansolis.com - Social Networks Now More Popular than Email; Facebook Surpasses MySpace 
>> Mashable.com - Social Networking More Popular Than Email 
>> Crossmediale Kommunikation - Wachstum bei Social Networks und Blogs
>> The Guardian -Social networking and blogs now more popular than email, says Nielsen
>> Netzökonom - Web 2.0 auf der Überholspur im Internet

Klaus Eck

06. Februar 09

Vertrauen aufbauen durch mehr Kommunikation

In Zeiten des Wandels (oder der Wirtschaftskrise) wird die Online- wie Offline-Kommunikation immer wichtiger. Wer sich in seine Organisation (Schneckenhaus) zurückzieht, aus allem ein Geheimnis macht und sich nur mit sich selbst beschäftigt, verliert schnell den Kontakt zu seinen Kunden. Es fällt vielen Unternehmen schwer, den richtigen kommunikativen Zugang zu ihren Zielgruppen zu gewinnen. Hierbei wird vor allem die Online-Kommunikation häufig vernachlässigt und nur auf statische Texte gesetzt. Dabei reicht es heute längst nicht mehr aus, manchmal eine Pressemitteilung oder eine News auf der eigenen Website zu aktualisieren und sich ansonsten in Schweigen zu hüllen.

Aber  worüber sollen wir denn schreiben, heißt es immer wieder. Es sei doch alles gesagt oder offensichtlich. Meistens suchen die Unternehmen einen konkreten Anlass, ein berichtenswertes Thema. Sie stellen dann ein neues Produkt oder auch nur ein Feature oder einen weiteren Service vor, ohne zu bedenken, dass sich ihre Kunden auch für das Innenleben der Organisation oder für Branchenerfahrungen interessieren könnten und die Mitarbeiter kennenlernen wollen. 

Schließlich will ich vielleicht als Käufer auch einmal mehr über die Marke erfahren und fühle mich gut unterhalten, wenn diese entsprechend inszeniert wird. Selbst die Köpfe hinter einer Marke können von Interesse sein, weil sie ein persönliches Vertrauensverhältnis aufbauen helfen. Schließlich will ich als Kunde durchaus wissen, für welche Werte eine Marke steht. Dafür muss ich nicht unbedingt einen ganzen CSR-Bericht lesen. Oft genügt es mir bereits, einen kleinen Eindruck von der Unternehmenskultur zu erhalten. 

In der Unternehmenskommunikation geht es nicht nur um Produkte und um die Reaktion auf eigene Fehler (Krisen-PR). Daher sollten Sie die Online-Kommunikation dazu nutzen, ihre Kunden unmittelbar in Ihren Kommunikatinsbemühungen einzubeziehen. Teilen Sie Ihrer Community mit, worüber in Ihrem Unternehmen diskutiert wird. Zeigen Sie, wie sich bei Ihnen kleine wie große Dinge bewegen, damit Ihre Zielgruppe Veränderungen und Entscheidungen nachvollziehen kann.

Aus diesem Grunde empfiehlt es sich immer, die eigenen Kunden über einen Relaunch, Produktveränderungen oder Personalwechsel auf den Laufenden zu halten. Denn wie es Peter Y. Solmssen, Siemens-Vorstand für Recht und Compliance, in einem Manager Magazin-Interview ausdrückte: "You can never communicate enough! Wir Vorstände müssen intern unbedingt noch mehr kommunizieren." 

Das gilt sicherlich auch für die Außendarstellung von Unternehmen.

Klaus Eck

07. Januar 09

Retweeting: Wie Blogger von Twitter profitieren

Falls Sie als Corporate Blogger aktiv twittern, sollten Sie gezielt die positiven Effekte des Microblogging Tools Twitter für Ihr Branding nutzen. In diesem Blogartikel möchte ich Ihnen einige kleine Tipps dazu geben.

Je attraktiver Ihre Bloginhalte sind, desto mehr profitieren Sie auch vom Empfehlungsmarketing Ihrer Twitter-Kontakte. Guter Content wird von Ihren Lesern goutiert und oftmals an Dritte weitergereicht. Betrachten Sie jeden Link auf Ihre Blogartikel als Nachweis für die Qualität Ihrer Inhalte. Schließlich schenkt Ihnen mit einem Twitter-Link ein Leser sehr viel Vertrauen und bürgt mit seinem Namen für Ihre Ideen.

Obwohl die Zahl der Links in anderen Blogs immer mehr zurückgeht, betrachtet man die Entwicklung in den Deutschen Blogcharts, heißt dieses noch nicht, dass dadurch insgesamt weniger verlinkt wird. Inzwischen gibt es allerdings viele Alternativen zum klassischen Blogging. Jeder Onliner kann an zahlreichen Stellen seine Links ablegen und auf spannende Inhalte verweisen. Als Blogger sollten Sie es jedoch Ihren Lesern möglichst einfach machen, Ihr Blog via RSS oder E-Mail zu abonnieren und einzelne Beiträge als Bookmark oder Link weiterzureichen.

Wer Twitter und sein Blog vor allem privat nutzt, benötigt kein Linkbaiting. Doch in der professionellen Twitter-Nutzung kommt es auch darauf an, neben privaten Postings seine Einsichten viral zu verbreiten. Dabei kann es durchaus sinnvoll sein, die eigenen Blogartikel von den Lesern retweeten (Twitter-Befehl RT) zu lassen. Vermutlich kennen viele Twitterer den Begriff noch nicht einmal. Beim Retweeten eines Twitter- oder Blogpostings geht es im Prinzip nur darum, einen Satz vorzugeben, den andere Twitterer 1:1 selbst veröffentlichen können. Je mehr Onliner dieses tun, desto mehr Links verweisen auf die von Ihnen dazu ausgewählte Webadresse.

Die Twitterer retweeten gerne Inhalte, die einen guten Link oder eine wertvolle Information enthalten. Meistens geht es den Nutzern dabei darum, anderen mit diesem Tweet ebenfalls zu helfen (siehe "Mehr geben, weniger nehmen"). Hierbei können Sie als Blogger ansetzen: Jeremiah Owyang fordert in seinem Forrester Research-Fachblog Web Strategy unter "How Bloggers Should Inspire Retweets" Blogger dazu auf, mehr zu retweeten und hat auch Antworten gefunden: Findings: Why You Don’t Need to Tweet to Get Traffic from Twitter.  

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Sehr schnell lässt sich das mit dem "Tweet It Button Builder" von Twitter Grader (s.o.) realisieren, den ich in diesem Beitrag für das Retweeting verwendet habe, um Sie als Twitterer zum Retweeten eines Blogpostings einzuladen. Ich würde mich freuen, wenn Sie das einmal ausprobieren. Voraussetzung dafür ist es nur, dass Sie bereits bei Twitter.com eingeloggt sind.

TweetIt from HubSpot




Haben Sie schon einmal als Twitterer RT genutzt? Welche Inhalte retweeten Sie am liebsten?

Klaus Eck

06. Januar 09

Opfer eines Identitätsdiebstahls werden oder sicher twittern?

Zum Jahresanfang 2009 wird vielen Twitterern bewusst, wie fragil ihre digitale Existenz mitunter doch ist. Wer sich im Urlaub sicher wähnte und eine Twitterpause eingelegt hat, dürfte sich wundern, wenn sich in der Zwischenzeit die eigene Online-Identität verselbstständigt hat. Das haben 33 Promis erlebt, deren Twitter-Accounts von Unbekannten übernommen worden sind.

In einer offiziellen Erklärung heißt es im Twitter-Blog-Artikel vom 5. Januar 2009:

"This morning we discovered 33 Twitter accounts had been "hacked" including prominent Twitter-ers like Rick Sanchez and Barack Obama (who has not been Twittering since becoming the president elect due to transition issues). We immediately locked down the accounts and investigated the issue. Rick, Barack, and others are now back in control of their accounts.

What Happened?

The issue with these 33 accounts is different from the  Phishing scam aimed at Twitter users   this weekend. These accounts were compromised by an individual who hacked into some of the tools our support team uses to help people do things like edit the email address associated with their Twitter account when they can't remember or get stuck. We considered this a very serious breach of security and immediately took the support tools offline. We'll put them back only when they're safe and secure."


So durften sich die Twitter-Follower des US-Präsidenten Barack Obama darüber wundern, dass dieser in seinen Tweets nach der US-Wahl einen Werbelink zu einer Benzin-Kundenkarte setzte, die einen großen Rabatt versprach.
2Twitter _ BarackObamajpg

Vielen Lesern wird dadurch schnell klar geworden sein, dass Obama Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden ist. Andere Promis wie die Popsängerin Britney Spears hatten weniger Glück. In ihrem Namen wurde Unflätiges gepostet. Aber auch Medienhäuser waren unter den Betroffenen. So hatten die Hacker einen Twitter-Account von Rupert Murdochs Fox News übernommen.

2Twitter _ britneyspearsjpg


Doch es lauern noch weitere Gefahren auf aktive Twitterer: Phisher sprechen gezielt Twitterer an, um an deren Login-Daten zu gelangen. Dazu senden sie den Microbloggern direkte Nachrichten mit fragwürdigen Inhalten zu. Wer von Unbekannten oder auch (gehackten?) Bekannten seltsame Twitter-Messages im Stile von "Hey! check out this funny blog about you", sollte lieber darauf verzichten, den Link zu überprüfen und auf keinen Fall in der daraufhin aufgerufenen (nachgemachten Phishing-) Twitter-Seite seine Twitter-Passwörter abgeben. Ansonsten könnten Ihre Twitter-Kontakte sich über Ihre Spam-Tweets wundern.

9 Tipps zum sicheren Twittern

Falls Sie sich regelmäßig, auf Applikationen von Dritt-Anbietern mit Ihren Twitter-Daten einloggen, sollten Sie sich Gedanken über die Sicherheit Ihrer digitalen Identität machen. Am besten beherzigen Sie folgende Tipps, wenn Sie künftig sicher twittern wollen:

  1. Abonnieren Sie nicht immer jeden Twitter-Feed, nur weil der Twitterer Ihnen ebenfalls folgt. Ansonsten müssen Sie mit privaten Nachrichten rechnen, die Sie auf dubiose Websites führen.
  2. Klicken Sie in den Direct Messages nur auf die Links, wenn Sie deren Quelle absolut vertrauen und die Nachricht nicht merkwürdig klingt.
  3. Geben Sie Ihre Twitter-Account-Daten nicht allzu bereitwillig jeder dritten Partei. Behalten Sie dabei den Überblick. Wer hat Ihre Daten?
  4. Auf keinen Fall sollte Ihr Twitter-Passwort ein zentrales sein, dass Sie auch bei anderen Webangeboten nutzen. Ansonsten könnten Sie in Zukunft erhebliche Probleme mit Ihrer Online-Identität bekommen.
  5. Ändern Sie bei intensiver Twitter-Nutzung alle paare Monate Ihr Passwort, falls Sie häufiger Ihre Twitter-Log-ins herausgeben.
  6. Installieren Sie lieber keine Software, auf die Sie via Twitter-Link aufmerksam gemacht worden sind, wenn Sie sich nicht sicher sind, wer der Tippgeber ist. Gehen Sie lieber erneut auf die Website und laden Sie sich dann erst die Datei oder ein Update herunter.
  7. Legen Sie mehrere Twitter-Accounts an, um Ihren Namen und Ihre Marken (Unternehmen, Produkte etc.) vor Missbrauch zu schützen. Ansonsten könnten Face-Accounts entstehen, die sich gegen Ihre Interessen richten.
  8. Ein Twitter-Monitoring schützt Sie vor der Karrierefalle Internet. Deshalb sollten Sie einige News Alerts auch für Twitter einrichten, damit Sie nicht überrascht werden, wenn jemand in Ihrem Namen aktiv (unter einem anderen Account) twittert. Empfehlenswert auch für das Keyword-Monitoring ist hierbei Twilert.
  9. Denken Sie nach, bevor Sie einem Twitter- oder sonstigen Link folgen. Vertrauen Sie der Quelle tatsächlich?
Falls Sie weitere Tipps für die Twitter Security haben, freue mich über Ihre Ergänzungen. Verändern die aktuellen Twitter-Diskussionen um Trojaner, Phishing und Hacks bereits Ihr Twitter-Verhalten oder ändert sich dadurch für Sie gar nichts?

>> Meedia: Obama & Britney: Twitter-Konten gehackt
>> heise Security - 06.01.09 - Micro-Blog Twitter gehackt
>> Lummaland: Sicherheitsprobleme bei Twitter immer schlimmer
>>TechCrunch: Twitter Gets Hacked, Badly


TweetIt from HubSpot


Klaus Eck

Blogged with the Flock Browser

21. November 08

Haben Sie schon Ihr persönliches Google mit dem SearchWiki eingerichtet?

Können Sie sich vorstellen, dass Sie künftig die Google-Suchergebnisse selbst so gestalten können, wie Sie es sich am liebsten wünschen? Das Suchmaschinenranking ist für viele Unternehmen, aber auch für einzelne Personen von großer Bedeutung, weil sie darüber online oftmals als erstes wahrgenommen werden.

Ab sofort bietet Google Search Wiki allen US-Bürgern die Möglichkeit, sich in der US-Google-Suche selbst die Suchergebnisse anzupassen, umzusortieren, zu löschen oder zu kommentieren. Im folgenden sehen Sie das Beispiel TechChrunch:

Sep08158

Dummerweise sehen Sie die kleinen Manipulationen nur als registrierter Google-User. Auf Ihr reales Suchergebnis und damit Ihre Online-Reputation wirkt sich das nicht unbedingt aus. Aber immerhin können US-Nutzer dadurch ihre Suchen für sich etwas erleichtern und viele Dinge schneller finden, ohne dazu noch unbedingt Bookmarks zu benötigen. Nebenbei erfährt der Suchmaschinengigant außerdem noch viel über die Interessen seiner Nutzer und kann die Ergebnisse sicherlich auch irgendwie für den Google Index nutzen.

Einen guten Überblick über die einzelnen Funktionen der neuen Google-Suche liefert das Google Search Wiki Video:

Wenn sich die Mitarbeiter eines Unternehmens als Team unter einem gemeinsamen Google-Account einloggen, können Sie sehr gezielt und einfach ihre "Bookmarks" in die Organisation einfließen lassen und dadurch den Information Workflow erheblich verbessern. Insofern finde ich die Innovation sehr hilfreich und bin gespannt, wann wir auch hierzulande eine derartige personalisierte Suche nutzen können.

Auf der anderen Seite können natürlich die SearchWiki User mit ihren Kommentaren, die zurzeit nur für die anderen Toolnutzer und Google-Account-Besitzern in den USA sichtbar ist, auch negative Kommentare zu einer Marke verfassen, sodass nach einer größeren Verbreitung von SearchWiki die Kritik online nicht mehr nur einen Klick entfernt, sondern sogar direkt unter der Unternehmenspräsenz sichtbar ist. Das kann sich mitunter sehr negativ auf die Markenwahrnehmung auswirken. Für die Unternehmen stellt es eine neue Herausforderung dar, ihr positives Image mit Hilfe ihrer Kunden zu verbessern und diese zu positiven Reaktionen zu veranlassen.

Wer weiß, wie sich das noch auf die Suchmaschinenoptimierung - das SEO - auswirken wird. Vielleicht könnte das menschliche Verhalten an so manchen Stellen den SEO-Ansatz in Frage stellen, weil Google durch das Verhalten seiner Nutzer immer bessere Hinweise auf deren Suchbedürfnisse erhält. Was meinen Sie dazu? Ist das vielleicht sogar schon das Ende des SEO?

>> Google Blog: Searchwiki make search your own
>> Claudia Sommer: GOOGLE SEARCHWIKI
>> DEBug:Google rankt jetzt userbasiert. Searchwiki macht aus jedem Suchergebnis ein Digg-Wiki-Kommentar-Social-Ding

Klaus Eck

07. November 08

Social-Media-Gefahren: Greenpeace übernimmt Vattenfalls Facebook-Angebot

Es ist für ein Energieunternehmen nicht leicht, eine erfolgreiche Social-Media-Kampagne aufzubauen. Schließlich können die Online-Maßnahmen in diesem politisch brisanten Umfeld (Stichworte: AKW, Kohle) sehr viele Emotionen entfachen. Vattenfall hat bei seiner Aktion mit der Klimaunterschrift anfangs auf jegliche Kommentarmöglichkeiten verzichtet und erhält inzwischen viele harsche Reaktionen auf der eigenen Site. Außerdem gibt es ein offizielles Facebook-Angebot von Vattenfall, in dem jeder eigene Fotos und Texte einstellen kann.

Sep08127_2Das haben bislang erst wenige Facebook-Mitglieder für sich entdeckt. Dennoch zeigt der Stromanbieter hiermit eine offene Flanke in der Online-Kommunikation und macht sich unmittelbar angreifbar. Bislang reagiert er auf die kritischen Anmerkungen im eigenen Facebook-Bereich auch nach mehreren Tagen noch nicht und lässt zu, dass Greenpeace-Aktivisten und andere Kritiker das kleine Social-Media-Angebot quasi übernommen haben.

 

Sep08124_4 So meint Claudia Sommer, Webmanager bei Greenpeace: "Ich bin über die Vattenfall-Website auf den Facebook-Account gestoßen und fand es wunderbar, dass es möglich ist, einige kritische Kommentare direkt auf einer Vattenfall-Seite zu hinterlassen. Das haben wir dann auch gleich gemacht."

Neben einem kurzen Text hat sie auf Facebook Bilder und ein Video eingestellt, auf dem einige Greenpeace-Aktivisten sich kritisch mit Vattenfall auseinandersetzen. Außerdem verweist sie auf dem Pinboard mit einem Link direkt auf die etwas andere Klimaunterschrift-Website von Greenpeace.

 Sep08125_4 Der Umweltverband lässt sich die interaktiven Chancen nicht entgehen und verstärkt seit gestern mit einem YouTube-Video den öffentlichen Druck im Internet auf Vattenfall. Dieses Video hat Greenpeace auch in den Facebook-Auftritt Vattenfalls als "Fan-Video" eingestellt:

Schon beim Beginn der Social-Media-Kampagne machte Vattenfall einen strategischen Fehler, indem das Energieunternehmen die Webadresse klimaunterschrift-vattenfall.de nicht selbst zumindest als Weiterleitungsadresse angemeldet hat.  Damit machte es seinen Kritikern sehr leicht, unter dieser Adresse ein Anti-Campaigning aufzubauen.

Bei aller Kritik halte ich grundsätzlich den Ansatz des Energiekonzerns für richtig, sich der Kommunikation mit Gegnern wie Freunden zu öffnen. Allerdings sollte man nie einen einmal aufgebauten Online-Bereich einfach anderen überlassen. Ohne aktives Community Management funktionieren die Social Media Aktivitäten in der Regel nicht. Das ist immer personalintensiv, schützt dann aber auch in der Krise vor Angriffen. Warum hat Vattenfall bislang noch nicht auf die Angriffe reagiert? Keine Reaktion ist auch ein Statement und schützt vor weiteren Anfeindungen nicht unbedingt.

Wenn ein Unternehmen sich auf das Social Media Marketing einlässt, sollte es unter anderem immer folgende 8 Social-Media-Tipps berücksichtigen:

1. Die Kunden können und wollen im Web 2.0 auf Fragen antworten. Somit entsteht ein neuer Kommunikationskanal zum Unternehmen.

2. Wenn ein Unternehmen nicht selbst Feedback-Möglichkeiten einräumt, wird es für unzufriedene Konsumenten auch alternative Chancen geben, im Web aktiv zu werden. (Beispiel: Spore)

3. Jedes Social Media-Angebot benötigt adäquate personelle Ressourcen und ein aktives Community Management. Ansonsten sind "Übernahmen" sehr schnell möglich.

4. Auch wenn ein Social-Media-Angebot nur ganz klein und unbedeutend sein mag, kann es auf die gesamte Marke ausstrahlen und von Journalisten und Blogger entdeckt werden. Daraus entsteht sehr schnell ein Krisen-Issue.

5. Ohne Krisen-Szenario scheitert eine Social-Media-Kampagne sehr schnell.

6. Von selbst wird eine Online-Aktion nicht unbedingt bekannt. Die meisten Aktionen entfalten nicht aus sich selbst heraus eine virale Wirkung. Deshalb müssen sie aktiv promotet werden. Ohne Community Buildung funktioniert es nicht.

7. Das Web vergisst nichts. Alle Aktionen sind auch noch viele Jahre später sichtbar.

8. Die Echt-Zeit-Kommunikation des Webs stellt eine völlig neue Herausforderung für die Organisationsstrukturen eines Unternehmens dar und verlangt nach neuen Antworten, damit man dem gewachsen ist.

>> PR Blogger: Greenpeace und Vattenfall setzen auf die Macht der Konsumenten (3. November 2008)

Update: Seit dem 10. November 2008 ist es nicht mehr möglich, auf Facebook textuelle oder bildliche Antworten zu hinterlassen. Das Greenpeace-Video wurde inzwischen sogar entfernt, nicht aber die kritischen Texte auf dem Pinboard. Deshalb dürfte der eine oder andere Energiekonzern-Kritiker sicherlich von Zensur sprechen. So weit würde ich nicht gehen, aber warum stellt Vattenfall nicht einfach neue Texte, Bilder und Videos ein, dann wäre die Kritik auf Facebook ohnehin nicht mehr so präsent. Es wirkt ein wenig wie eine Kapitulation, wenn das Energieunternehmen nicht einmal auf die wenigen Kommentare richtig reagieren kann. Schade, eine Kommunikationschance blieb ungenutzt.

Klaus Eck

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