Der Marketingberater 2.0 bloggt nicht nur, sondern produziert regelmäßig als Video-Podcaster und Twitterer reichlich Stoff für die Social Media Späre. Im Online-Reputation-Interview erzählt Sebastian Voss unter anderem, worauf jeder Jobaspirant bei Online-Video-Bewerbungen achten sollte.
1. Sie bloggen und video-podcasten im Umfeld von Marketing und PR. Was wollen Sie damit eigentlich erreichen?
Das was viele Social Media-Produzenten in Blogos- und Podosphäre erreichen wollen: Das Vernetzen mit Gleichgesinnten, den Aufbau von Bekanntheit und Expertenstatus und natürlich auch das Generieren von Kundenanfragen. Und das schlägt sich auch in unseren Auftragsbüchern nieder. Über 60 Prozent der Projekte sind bisher über den Marketingberater 2.0 zustande gekommen, was mich keineswegs erstaunt. Denn wo sonst kann man potentiellen Mandanten diese Mengen an Wissenskostproben servieren und persönlichen Nutzen stitfen, als auf einem eigenen hauseigenem Online-Magazin.
Dies war für meinen Geschäftspartner Sebastian Wartenberg vor Kurzem auch Grund genug, sich von unserem schicken Hochglanz-Webauftritt zu trennen und stattdessen einen Blog aufzusetzen. Zum einen sind wir näher an unseren Kunden und Interessenten und zum anderen steigern wir unsere Popularität bei Google. Wenn man bedenkt, dass wir innerhalb eines Tages bei der Eingabe von „Synergie-Effekt“ auf Platz drei direkt hinter dem Wikipedia-Eintrag zu finden waren, hat sich die Umstellung für uns bereits mehr als bezahlt gemacht.
2. Welche Erfahrungen haben Sie mit Ihren Video-Aktivitäten gemacht? Wie wird das insgesamt angenommen?
Grundsätzlich sehr gut. Anfangs habe ich dies eher als Experiment gesehen, da ich meinen Lesern einfach mehr Multimedialität bieten wollte, als Ihnen nur reine Textwüsten zu präsentieren. Wie heißt es so schön: „Bilder sagen mehr als 1000 Worte“ und bewegte Bilder sagen noch mehr! Auch das durchweg positive Feedback von einigen meiner Leser bestätigte mir, dass ich mit meiner Webcast-Reihe richtig lag. Zuletzt steckte ich auch noch meinen Geschäftspartner Sebastian Wartenberg mit meiner Videoidee an, der nun mittlerweile bei vielen Webcast mehr vor der Kamera steht als dahinter
Unsere ersten gemeinsamen Gehversuche starteten wir letztes Jahr ganz unbefangen auf der „Business to Dialog“ und der „Call Center World“ in Berlin. Bei den Dreharbeiten sorgten wir nicht nur für überraschte Gesichter bei den Ausstellern und volle Mini DV-Kassetten danach, sondern knüpfte ebenfalls wichtige Kontakte zu diesen, die letztlich auch zu Auftragseingängen für unser Unternehmen führten. Wir bemerkten jedoch, dass das Thema „Webcast“ im Mittelstand noch lange nicht angekommen ist. Trotzdem waren viele neugierig und bereit sich für uns als Interviewpartner zur Verfügung zu stellen.
Unser jüngstes Projekt ist markt start! Das Praxishandbuch für Unternehmensgründer, in Kooperation mit dem Verlag Shaker Media, Förderland.de und Mister Wong, bei dem wir das fiktive Gründerduo Peter Flink und Paul Hastig auf dem Weg zu ihrem Krawattenladen u. a. mit einer Webcast-Reihe begleiten.
3. Welche Bedeutung hat der Einsatz von Videos überhaupt für PR und Marketing?
Für mich gibt es nichts authentischeres und emotionaleres als ein selbst gedrehtes Video. Doch hier liegt für mich der Casus Knacktus im Marketing für viele Unternehmen. Einige Marketing bzw. PR-Departments, stellen bereits erste Videos ins Netz. Jedoch merken sie nicht, dass Sie mit teueren Premium-Clips ihre User eher zum Gähnen und wegklicken verleiten, als das Sie bei diesen einen Hauch von Sympathie auslösen. Aus meiner Sicht, muss ein gut gemachter Clip auf die Zielgruppe ausgerichtet sein und dazu entweder unterhaltsamen oder nutzwertigen Charakter besitzen. Leider muss ich immer wieder erleben, dass Unternehmens-Webcasts eher einem ins Netz gestellten Werbeclip ähneln, der nicht nur ohne Botschaft daherkommt, sondern hier einfach fehl am Platze ist.
4. Immer mehr Medienmacher und Privatpersonen stellen Videos ins Netz. Welchen Einfluss hat das auf die Öffentlichkeit? Müssen wir jetzt damit rechnen, ständig gefilmt zu werden?
Damit kann ich wohl beim Stadtbummel in der deutschen Filmhauptstadt Berlin, tagtäglich rechnen. Selbstverständlich werden so einige Passanten ungewollt Statist einer TV-Serie oder finden sich unabsichtlich im Hintergrund von Hobby-Clips auf youtube wieder. Jüngstes und prominentestes Beispiel ist Googles neuer Service „Street View“, der auch bald in Deutschland erscheinen soll. Hier wurden ganze Straßenzüge abgelichtet und daraufhin für jedermann abrufbar auf die amerikanische Version des Services gestellt. Ein gefundenes Fressen für Datenschützer und für die Anwälte, die sich damit in den USA über viele neue Mandate freuen konnten. Dies zeigt, dass in unserem digitalen Zeitalter die Medien immer mehr mit den Bürgern verschmelzen werden und daraus ein Spiegelbild der Öffentlichkeit entsteht. Wir als Nutzer des Mitmach-Netz tragen jeden Tag ein Stück weit dazu bei, ob wir nun bloggen, twittern, flickern, Pod- oder Webcasten. Doch um Ihnen die kurz die Eingangsfrage zu beantworten: Ja, wir müssen damit rechnen.
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