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13. Juli 09

Eine Liste mit 32 Versicherungsblogs

Die Versicherungsbranche entdeckt Social Media Media für sich. Zwar ist sie hierzulande noch ganz am Anfang, was auch die Beispiele weiter unten zeigen. Doch es bewegt sich etwas. Das haben mir die Diskussionen gezeigt, die ich Mitte Juni bei der Deutschen Versicherungsbörse geführt (PDF) habe. Dort habe ich als Referent über Blog- und Social Media Strategien gesprochen. 

Im folgenden erhalten Sie einen kurzen Überblick über die hiesige und internationale Versicherungsbloglandschaft. Eine Bewertung nehme ich hierbei (noch) nicht vor. Grundsätzlich gilt jedoch, dass die meisten deutschsprachigen Beispiele deutlich machen, wie viel für die Unternehmen noch zu tun ist, um wirklich in der Online-Kommunikation anzukommen.

In der Liste sind sowohl Fach- wie auch Corporate Blogs zu Versicherungsthemen enthalten. Darüber hinaus würde es zahllose Beispiele für Spam-Blogs (Splogs) geben, die eher für Verwirrung sorgen. Diese werden immer wieder als Landingpages für die Suchmaschinenoptimierung eingerichtet.

Corporate Blogs 'Versicherungen' im deutschsprachigen Raum

1. Deutsche Internet Versicherung
Die Mitarbeiter der Deutsche Internet Versicherungs AG (eine Tochtergesellschaft der 'Die Continentale') bloggen in ihrem Blog über dasUnternehmen.



2. Direct Line
Im Blog der Direct Line bloggen fiktive Mitarbeiter - u.a. ein Hund - über die humorvolle Seite des KFZ-Versicherungsgeschäfts.



3. AOK (im Rahmen der c@re community)
Die AOK-c@re Community soll Versicherte zu mehr sportlicher Betätigung anspornen. Im dazugehörigen Blog berichten Mitglieder über ihr Trainingsprogramm.



4. Wüstenrot (AT) 

Im Blog der österreichischen Wüstenrot berichten Mitarbeiter über ihr (Arbeits-)Leben. Das Blog ist in der Wüstenrot-Community angesiedelt, die aktuell überarbeitet wird.



Weitere deutschsprachige Blogs rund um die Versicherungsbranche:


5. DKV 

Hier bloggt ein einzelnes DKV Servicecenter über Themen rund um die Krankenversicherung.



6. Abakus24
Auf dem Blog des Vergleichportals Abakus24 gibt es regelmäßig Informationen zu den Themen Versicherungen und Finanzen.



7. Manfred Walter
In dem Blog schreibt der Versicherungsmakler Manfred Walter über aktuelle Entwicklungen im Bereich der privaten Krankenversicherung.




8. Insurance1
Im Blog des Versicherungsvergleich-Anbieters Insurance1 werden aktuelle Themen aus der Welt der Versicherungen aufgegriffen und besprochen.




9. Das Versicherungsblog
Auch bei diesem Blog handelt es sich um das Angebot eines Vergleichsservices.



10.
Ansahl.com
Neben aktuellen Informationen wird im Blog des Vergleichanbieters Ansahl auch Hintergrundwissen vermittelt und Grundlegendes erklärt.




11. Versicherung Online24
Ein weiteres Blog eines Vergleichanbieters. Neben Versicherungsthemen geht es hier auch um Kapitalanlagen und Finanzen im Allgemeinen.





12. Versicherungen Blog
Im Versicherungen Blog informieren diverse Makler über Themen rund um verschiedene Versicherungen. Auch Leserfragen werden beantwortet.




Internationale Corporate Blogs 'Versicherungen'


1. Adrian Flux Car Insurance (UK)
Im Corporate Blog der Adrian Flux Car Insurance beleuchten die Firmenblogger die skurille und humorvolle Seite der KFZ-Versicherung.




2. Progressive Car Insurance (USA)
Der amerikanische Autoversicherer Progressive hat gleich mehrere Blogs, Podcasts sowie einen eigenen Twitteraccount.



3. Aegon (UK)
Der auch im Versicherungsgeschäft tätige Finanzdienstleister AEGON betreibt ein Industrie-Blog, in dem es um Zukunftsperspektiven der Finanzindustrie geht.



4. Principal Financial (USA)
Principal Financial lässt Teilnehmer seines Leadership Development Angebotes über ihre Erfahrungen in einem Career-Blog berichten.



5. Mann Insurance
Im Blog der Mann Insurance berichten Mitarbeiter über Fachthemen im Bereich der Unternehmensversicherungen und des Risikomanagements.



6. New York Life Insurance
Das New Yorker Versicherungsunternehmen bloggt über aktuelle Branchenthemen.




7. More Th>n (UK)
Der Versicherer More Th>n betreibt mehrere Themenblogs in der eigenen Community und auch für Press Relations gibt es ein eigenes Blog inkl. Kommentarfunktion.





8. Embrace Pet Insurance (UK)
Embrace Pet Insurance bietet Versicherungen für Haustiere und bloggt über entsprechende Themen.






9. PurinaCare Pet Insurance Blog (Kanada)
Der Kanadische Tierversicherer bloggt über Haustierthemen und betreibt sogar einen eigenen Podcast



10. VetCare Complete Insurance Blog (USA)
Die Reihe der bloggenden Haustierversicherer wird durch den amerikanischen Anbieter kompletiert.




Weitere internationale Blogs aus der Versicherungsbranche


11. Specialty Insurance
Das Themenblog Specialty Insurance kommentiert aktuelle Ereignisse in den Bereichen Risikomanagement und Business Versicherungen.




12. InsWeb
Vergleichsanbieter Insweb berichtet Aktuelles und informiert seine Leser zu häufigen Fragestellungen.




13. Health Inurance Sort
Ein auf Krankenversicherungen spezialisiertes Portal mit Berichten über Gesundheitsthemen.



14. Insblog
Das Autorenteam des Insblog beantwort Leserfragen zu allen Themen rund um Versicherungen.



15. Corporate Insurance Blog
Corporate Insurance berichtet alles rund um Versicherungen für Unternehmen.





16. About.com Health Insurance Blog
Fachblog auf About.com zum Thema Krankenversicherung.




17. Home Insurance Blog
Die Hausratsversicherung ist das Thema in diesem Blog.




18. Astonish Results Insurance Blog
Ein Fachblog zum Versicherungsmarketing im Internet.




19. The lower New York insurance blog
Nachrichten aus der Versicherungsindustrie mit Fokus auf New York.




20. Eagle Harbor Insurance
Hier bloggen zwei Versicherungsmakler über Fragen ihrer Kunden und Geschehnisse im Berufsalltag.


Letztlich sollen die Beispiele den Versicherungen deutlich machen, wie vielfältig die Corporate Blogging Welt ist. Ich freue mich über Kommentare und Meinungen zu den Versicherungsblogs. Welche gefallen Ihnen als Leser oder Betreiber am besten? Welche nicht?

Klaus Eck

30. Juni 09

6 der größten Fehler in Corporate Blogs

Für viele Startups und jüngere Unternehmen sind Corporate Blogs ein selbstverständliches Mittel der Online-Kommunikation geworden. Doch erst wenige Firmen setzen das Blogging wirklich überzeugend ein - so jedenfalls mein (Christoph Bauer) Resümee aus der Evaluation einiger Corporate-Blogs.

Was Unternehmen beim Bloggen alles falsch machen können, und wie man mit einfachen Mitteln das eigene Blog interessanter für die Leserschaft gestalten kann, soll Ihnen diese Aufzählung der "größten Fehler von Corporate Blogs" näherbringen.

corporate evangelist.jpg1. Fehlende Persönlichkeit: Wofür steht Ihr Corporate Blog eigentlich? Blogs leben vom Content und von den Personen, die ihn verfassen. Somit sind Blogs, richtig eingesetzt, ein persönlicher Kommunikationskanal - nur so haben die Leser etwas zum "festhalten": Ein charakteristischer Stil, die humorvolle Ader des Autors oder einfach nur die Verbindung persönlicher Erfahrungen mit den Thematiken des Blogs. Erst durch die Kombination der Inhalte mit der persönlichen Erfahrungswelt des Autors erhält ein Blog einen eindeutigen Charakter und ist nicht austauschbar.

Tipp: Der erste Blick auf den Unternehmensblog sollte verraten wer hier bloggt - dies kann zum Beispiel durch die Einbindung von Autorenfotos (sowohl statisch als auch unter jedem Blogpost) realisiert werden. Haben Sie ein Autorenteam, so lassen Sie sich dieses doch auf einer Unterseite vorstellen – zeigen sie die Menschen hinter den Beiträgen.

2. Übertriebene Selbstrefenzialität: Natürlich ist es auch Aufgabe eines Corporate Blogs, Einblicke und Berichte zu Vorgängen innerhalb des Unternehmens zu liefern. Doch die Selbst-Beweihräucherung sollte ein gewisses Maß nicht überschreiten - viele Corporate Blogs kranken an der ständigen Wiederholung von Einträgen, die sich um das Hauptthemenfeld des Unternehmens drehen. Wenn jede Titelzeile den Firmennamen enthält und die Textbausteine sich nur von der Reihenfolge her abwechseln, vergeht selbst dem treuesten Leser schnell die Lust am RSS-Abonnement. Oftmals fehlt den Blogbetreibern hier der "Blick von Außen" - der Blick über den unternehmerischen und thematischen Tellerrand, hinter dem spannende Themen nur darauf warten mit den eigenen Inhalten sinnvoll verknüpft zu werden.

Tipp: Bieten Sie authentische Einblicke, aber pushen sie nicht Ihre Firmenbotschaft. Zeigen Sie sich offen und überzeugt, aber versuchen Sie niemanden zu überreden. 

3. Offenheit: Unzählige Corporate Blogs arbeiten isoliert: Anstatt auf andere Blogs zu verlinken, die ein Thema schon umfassend beleuchtet haben, wird lieber nochmal eine eigene Version des Inhaltes gestrickt, damit die User auch schön auf der eigenen Website bleiben können. Dieses Verhalten führt dazu, dass der eigene Blog ein isoliertes Kommunikationsmedium bleibt - aufgrund der fehlenden Vernetzung mit der Blogosphäre werden Trends zu spät erkannt, aktuelle Themen können nur mit großem Aufwand aufgegriffen und wiedergegeben werden.

Tipp: Legen Sie eine Blogroll an und nutzen Sie diese auch. Verlinken Sie zudem weitergehende Inhalte - auch von Ihrem Wettbewerber. Durch die Vernetzung mit anderen Bloggern demonstrieren Sie, dass Sie die Dynamik der Blogosphäre verstanden haben und nicht mehr im stillen Kämmerlein publizieren wollen.

4. Fehlende Aktualität: Ein Problem, welches sich zu dem der Selbstreferenzialität gesellt, ist die scheinbare Ignoranz bezüglich aktueller Thematiken.

Tipp: Versuchen Sie doch den eigenen Blog zu einem kleinen Branchen-Terminkalender zu machen: Kündigen Sie wichtige Messen und Roadshows an, berichten sie im Vorab über Engagements und besuchte Konferenzen. Die Informationen müssen nicht unbedingt tagesaktuell sein - aber neben der Reflexion sollte auch der Blick nach vorn einen Platz in Ihrem Blog bekommen.

Shutterstock_32658847 5. "Geschlossene" Texte: Den meisten Corporate Blogs im deutschsprachigen Raum fehlt es an Aufforderungen zur Interaktion. Dies schlägt sich besonders in einer gewissen Kommentar-Armut nieder. Ein Kommentar in einem Corporate Blog ist schon fast etwas Besonderes - das muss es aber nicht sein. Meist ist die Kommentarlosigkeit ganz einfach zu erklären und einem bestimmten Charakteristikum geschuldet: Ich nenne es das Phänomen der "geschlossenen Texte". Wir kennen es von Pressemitteilungen: Nach der Lektüre einer solchen sollen alle Fragen des Lesers beantwortet sein. Ein Blogeintrag, der jemanden dazu motivieren soll, sich zu äussern oder eine Frage zu stellen, soll das ganze Gegenteil bewirken: Um Fragen aufzuwerfen, müssen Dinge unbeleuchtet bleiben. Um Menschen passioniert kommentieren zu lassen, müssen seitens des Beitrags auch kommentierbare Standpunkte vertreten und eine Haltung deutlich und mitunter provokativ gezeigt werden.

Tipp: Schreiben Sie offener. Aalglatte Texte sind etwas für Ihre PR-Abteilung, ein Blog ist ein dialogisches Medium, das heisst man arbeitet mit dem Publikum an einem gemeinsamen Ziel. Und dieses Ziel heißt nicht (nur) "Überzeugung durch Markenbotschaften" sondern "gegenseitige Annäherung".

6. Fehlender Dialog: Nicht nur geschlossene (journalistische) Texte machen es dem Leser schwer, mit dem Inhalt zu interagieren - oftmals sind auch die Inhalte nicht darauf ausgerichtet, diskutiert zu werden. Aus Furcht vor den vermeintlichen Kritikern wird der dialogische Ansatz als zu risikobehaftet gesehen und lieber auf "Feelgood"-Themen gelenkt. Dabei versteckt sich gerade in der objektiven Kritik aufmerksamer Beobachter oftmals unheimlicher Mehrwert. Sowohl in internen als auch externen Blogs sollte sich ein Herz gefasst werden, um auch mal kritische Themen auf die Tagesordnung zu bringen.

Tipp: Meist sind die Blogbetreiber durch rigorose Kommunikationsrichtlinien oder das Festhalten an einer One-Voice-Politik dazu gewzungen, Nebensächlichkeiten im Blog abzuhandeln, und die großen Themen den Pressemitteilungen und Kommunikationsabteilungen zu überlassen. Stoßen Sie innerhalb ihres Unternehmens eine Diskussion an, die sich um die Stellung des Blogs dreht. Oftmals reicht etwas Überzeugungsarbeit auf breiter Front um den Weg von Steinen zu befreien.

Und nun sind Sie dran: Welche Corporate Blogs empfehlen Sie? Welche Blogs bieten für sie Mehrwert, und warum? Was fehlt Ihnen an meiner Auflistung? Oder sind Blogs etwa nur für Nice-to-Have-Themen gut?


Christoph Bauer

20. März 09

Wie man Social Media im Unternehmen rechtfertigt

Ihr Unternehmen ist noch nicht in die Tiefen des Social Webs vorgedrungen? Dann wird es meiner Ansicht nach langsam Zeit dafür. Ein solcher Schritt zeigt, dass Ihre Firma sich mit neuen Dynamiken im Internet auseinander setzt und bereit ist zu experimentieren. Dadurch machen Sie sich auch für Digital Natives als Arbeitgeber attraktiver, die es gewohnt sind via StudiVZ, Twitter und Facebook zu kommunizieren. Eventuell sind Sie sogar in einer Branche, in der Sie den „First Mover“-Effekt ausnutzen können? Dann ist Ihnen Publicity und das Interesse der Web-Gemeinschaft sicher. Generell ist der Schritt hin zu einer offeneren Kommunikation immer einer, der von außen als positiv bewertet wird. 

Transparenz1. Es fördert die Transparenz im Unternehmen. Sie haben in Ihrem Firmenprofil das Wort Transparenz platziert? Twitter, Blogs und Soziale Netzwerke sind die Orte, an denen Sie die versprochene Transparenz auch beweisen können. Revidieren Sie die Floskeln der traditionellen Organisationskommunikation und machen Sie sich selber greifbar. 

2. Zielgruppen und Multiplikatoren können gezielter angesprochen und mobilisiert werden. Wer sich für Sie interessiert, der sollte auch angesprochen werden. Wer Ihren Corporate Blog besucht oder kommentiert, identifiziert sich als potentieller Interessent. Suchen Sie den Dialog zu Ihren Stakeholdern, Sie werden überrascht sein, wie wertvoll dieser werden kann.

3. Der emotionale Zugang zum Unternehmen wird gefördert. Je mehr Ihr Unternehmen kommuniziert und je stärker es sich durch die Social Media Aktivitäten profiliert, desto mehr "Identifikationspunkte" gibt es für Stakeholder. Die dadurch vereinfachte Identifikation mit Ihrer Organisation oder Ihrem Produkt ist eine hilfreiche Basis für eine neue Art von Kundenbindung: Eine Bindung, die nicht allein durch Preis und Konditionen bestimmt wird, sondern eher von dem, was die Menschen mit Ihnen verbinden. Sie geben Einblicke, zeigen gesellschaftspolitisches Engagement oder sind humorvoll - und erweitern damit die Wahrnehmung Ihrer Organisation um eine persönliche Dimension. 

4. Einsichten werden gewonnen und ermöglicht. Sie glauben gar nicht, für was sich die Menschen so alles interessieren. Setzen Sie die Scheuklappen ab und sehen Sie sich um - Ihr Unternehmen ist voll von interessanten Vorgängen, Ihr Kopf gefüllt mit spannenden Gedanken. Warum teilen Sie diese Dinge nicht mit? Liefern Sie Einblicke und treten Sie so in Dialog mit ihren Stakeholdern. Durch Kommentare und Antworten wird Ihnen immer wieder eine Aussensicht der Dinge dargelegt - das hilft neue Blickwinkel einzunehmen und ihre Organisation als ein lebendiges Ganzes zu betrachten. 

5. Die Masse erleichtert Entscheidungen (Crowdsourcing). Sie haben mehrere Marketing-Ideen und können nicht entscheiden, welche sie umsetzen wollen? Geben Sie die Frage weiter: An Ihre Follower auf Twitter, Fans und Leser. Die Weisheit der Vielen ermöglicht offene Innovationen und hat schon vielen Unternehmen geholfen, neue Wege zu beschreiten. Ihre Stakeholder fühlen sich integriert und respektiert, können eine Rolle annehmen und so noch stärker in Kontakt mit Ihnen treten. Genauso verhält es sich mit Ihren Mitarbeitern - sie sind die wahren Experten in ihren Bereichen, ihre Stimme sollte nicht überhört werden.  

6. Kritik existiert auch so (nur an anderer Stelle). Sie haben Angst vor Kritik in Ihrem Blog oder Ihrem Twitter-Account? Kritik ist zum einen wertvolles Feedback, zum anderen haben Sie so die unterschätzte Möglichkeit, direkt darauf zu reagieren. Auch ohne Ihre Präsenz würden die Kritiker publizieren - nur außerhalb Ihres Sichtbereiches, ohne eine Möglichkeit zur Stellungnahme. Was ist Ihnen lieber?

Gesicht7. Organisationen bekommen Gesichter. Social Media zeigt, richtig angewandt, die Menschen hinter den Markennamen. Gesichtlose Markenaccounts haben es schwer Emotion und Passion zu transportieren, ganz anders verhält es sich mit persönlichen Profilen. Ein Großteil des Lebens Ihrer Mitarbeiter ist ihre Arbeit, ihre Verbindung zu Ihrer Organisation: Wo findet diese bisher Ausdruck? Zeigen Sie die Gesichter, die Ihr Unternehmen zu dem machen was es ist. 

8. Die interne Kommunikation wird besser. Sie verschicken wöchentlich oder gar täglich interne Memos und Newsletter, um Ihre Belegschaft auf dem neuesten Stand zu halten? Wieso stellen Sie diese Informationen nicht in einen internen Blog? So kann jeder frei seine Gedanken dazu äußern, Hierarchieebenen können übersprungen werden und Ihre Mitarbeiter fühlen sich ernst genommen. Bloggende Führungskräfte können mit weniger Zeitaufwand in viel engerem Kontakt zu ihren Mitarbeitern stehen, als sie es durch einseitige Kommunikation tun. 

>> Bildnachweis - Transparenz: flickr / lightmash
>> Bildnachweis - Gesicht: flickr / Gaetan Lee

07. Januar 09

Retweeting: Wie Blogger von Twitter profitieren

Falls Sie als Corporate Blogger aktiv twittern, sollten Sie gezielt die positiven Effekte des Microblogging Tools Twitter für Ihr Branding nutzen. In diesem Blogartikel möchte ich Ihnen einige kleine Tipps dazu geben.

Je attraktiver Ihre Bloginhalte sind, desto mehr profitieren Sie auch vom Empfehlungsmarketing Ihrer Twitter-Kontakte. Guter Content wird von Ihren Lesern goutiert und oftmals an Dritte weitergereicht. Betrachten Sie jeden Link auf Ihre Blogartikel als Nachweis für die Qualität Ihrer Inhalte. Schließlich schenkt Ihnen mit einem Twitter-Link ein Leser sehr viel Vertrauen und bürgt mit seinem Namen für Ihre Ideen.

Obwohl die Zahl der Links in anderen Blogs immer mehr zurückgeht, betrachtet man die Entwicklung in den Deutschen Blogcharts, heißt dieses noch nicht, dass dadurch insgesamt weniger verlinkt wird. Inzwischen gibt es allerdings viele Alternativen zum klassischen Blogging. Jeder Onliner kann an zahlreichen Stellen seine Links ablegen und auf spannende Inhalte verweisen. Als Blogger sollten Sie es jedoch Ihren Lesern möglichst einfach machen, Ihr Blog via RSS oder E-Mail zu abonnieren und einzelne Beiträge als Bookmark oder Link weiterzureichen.

Wer Twitter und sein Blog vor allem privat nutzt, benötigt kein Linkbaiting. Doch in der professionellen Twitter-Nutzung kommt es auch darauf an, neben privaten Postings seine Einsichten viral zu verbreiten. Dabei kann es durchaus sinnvoll sein, die eigenen Blogartikel von den Lesern retweeten (Twitter-Befehl RT) zu lassen. Vermutlich kennen viele Twitterer den Begriff noch nicht einmal. Beim Retweeten eines Twitter- oder Blogpostings geht es im Prinzip nur darum, einen Satz vorzugeben, den andere Twitterer 1:1 selbst veröffentlichen können. Je mehr Onliner dieses tun, desto mehr Links verweisen auf die von Ihnen dazu ausgewählte Webadresse.

Die Twitterer retweeten gerne Inhalte, die einen guten Link oder eine wertvolle Information enthalten. Meistens geht es den Nutzern dabei darum, anderen mit diesem Tweet ebenfalls zu helfen (siehe "Mehr geben, weniger nehmen"). Hierbei können Sie als Blogger ansetzen: Jeremiah Owyang fordert in seinem Forrester Research-Fachblog Web Strategy unter "How Bloggers Should Inspire Retweets" Blogger dazu auf, mehr zu retweeten und hat auch Antworten gefunden: Findings: Why You Don’t Need to Tweet to Get Traffic from Twitter.  

09-46

Sehr schnell lässt sich das mit dem "Tweet It Button Builder" von Twitter Grader (s.o.) realisieren, den ich in diesem Beitrag für das Retweeting verwendet habe, um Sie als Twitterer zum Retweeten eines Blogpostings einzuladen. Ich würde mich freuen, wenn Sie das einmal ausprobieren. Voraussetzung dafür ist es nur, dass Sie bereits bei Twitter.com eingeloggt sind.

TweetIt from HubSpot




Haben Sie schon einmal als Twitterer RT genutzt? Welche Inhalte retweeten Sie am liebsten?

Klaus Eck

Blogkritik 1: Immonet und die Authentizität beim Corporate Blogging

Wie authentisch ist ein Corporate Blog, dem das menschliche Antlitz und jeglicher persönlicher Anstrich fehlt? Ein neues Corporate Blog aus der Immobilienbranche scheint damit keine Probleme zu haben. Immonets hat am 30. Dezember 2008 ein Blog gestartet und verzichtet dabei auf viele Blogzutaten. Es macht in der Online-Kommunikation vieles falsch und ist anscheinend dennoch - zumindest auf den ersten Blick - erfolgreich. Obwohl das Immobiliensuche-Blog nichts beherzigt, was ein gutes Corporate Blog ausmacht, verlinken zahlreiche Blogger auf das frisch gestartete Webangebot, weil ihnen dafür ein attraktives Angebot gemacht wird.  

So heißt es im ersten Blogartikel

"Mit Hilfe dieses Blogs wollen wir von nun an versuchen, Ihnen Einblicke in unsere Arbeit an der Immobiliensuche zu geben und auch mal das eine oder andere Thema am Rande zu behandeln."

Dennoch verzichtet es auf vieles, was ein gutes Corporate Blog beherzigen sollte:
  1. Es werden bisher überhaupt keine Autoren vorgestellt. Jegliche Authentizität fehlt daher dem Corporate Blog.
  2. Die einzelnen Blogartikel werden nicht namentlich gekennzeichnet, sondern von einer "Redaktion" veröffentlicht.
  3. Selbst die Kommentare werden nur von der "Redaktion" abgegeben. 
  4. Der bisherige Content ist eher werblich gehalten und wirkt nicht besonders überzeugend. 
  5. Links auf Dritte werden unzureichend gesetzt oder enthalten keinen erkennbaren Mehrwert.
  6. Es fehlen Bezüge zum eigentlichen Thema des Immobilienportals. Bislang gibt das Blog noch keinen Einblick ins Unternehmen, sondern ist eher Selbstzweck.   
  7. Es fehlen bislang ernsthafte Dialogansätze. 
  8. Von Storytelling bisher keine Spur. 
  9. Ein Kommunikationskonzept ist ebenfalls nicht wirklich erkennbar. 
Stattdessen versuchen die Unternehmensblogger den einfachsten Weg zu gehen und bieten den ersten 100 Bloggern als "Gewinn" einen Apple iPod Shuffle an, wenn diese direkt auf das Blog verlinken. Damit ist das Immobilienportal kurzfristig sogar einigermaßen erfolgreich gewesen. Doch das dürfte sich eher als digitales Strohfeuer entpuppen, das nicht unbedingt in die Marke des Unternehmens einzahlt.


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Manchmal genügt eben schon ein guter Köder, um (zweifelhafte) Links zu erhalten. In gewisser Weise kauft sich das Immobilienportal dadurch den Traffic und die Aufmerksamkeit für sein Blog. Doch eine solche Aktion ersetzt keine nachhaltige Kommunikation und beschädigt vielleicht sogar auf mittlere Sicht die Online-Reputation Immonets. Als vertrauensbildende Maßnahme sehe ich das jedenfalls eher nicht. Zumal die Betreiber des Blogs zwar erfolgreich SEO-Links generiert hat, aber anscheinend noch nicht einmal in der Lage ist auf die Gewinner der iPod-Aktion zu verweisen. Jedenfalls scheint Immonet mit dem bisherigen Blogmarketing sehr zufrieden zu sein und kündigt bereits weitere Gewinnspiele an.

Update: Nun heißt es in einer Antwort des Immobiliensuche-Blogs: 

"Obwohl wir auf unserer “Über”-Seite deutlich geschrieben haben, welchen eng begrenzten Zweck dieses Blog hier hat, hat Klaus Eck es für das offizielle Immonet-Blog gehalten. Dies ist natürlich nicht der Fall. Es handelt sich hierbei um einen Service der IP Internet Pioneer GmbH aus Berlin, die als technischer Dienstleister auf immonet.finden-sie-hier.de eine Immobiliensuche für immonet betreibt und mit diesem Blog ausschließlich über diesen eigenen Service berichtet. Dies ist also, um es noch mal klar zu sagen, kein Unternehmensblog der Immonet GmbH."

Aufgrund des fehlenden Blog-Impressums und nicht erkennbarer Blogautoren werden sicherlich viele Leser ebenfalls nicht sofort erkennen können, wer der Urheber des Blogs ist. Das zeigen auch die Ergebnisse einer Google Blogsuche:

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Am besten schauen Sie es sich selbst an, um sich ein Bild davon zu machen. Ob es sich um ein Corporate Blog handelt oder nicht, darüber lässt sich nach wie vor streiten. Jedenfalls gibt es viele Unternehmensblogs, die von Agenturen für ihre Auftraggeber betrieben werden. An der eigentlichen Blogkritik ändert dieses nichts, wie mir auch via Twitter von Daniel Görs, Leitung Corporate Communications Immonet.de durchaus bestätigt worden ist:

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Beim nächsten Blogversuch sollte die Agentur oder das Unternehmen doch etwas mehr Wert auf Transparenz legen. Dann führt das auch zu keinen gewollten oder ungewollten Verwechselungen. Leider erhielt ich in einer E-Mail auch nur wieder wieder von der "Redaktion" einen Hinweis, nicht aber von einer ansprechbaren Person.

Update 2 vom 08.01.09:

Inszwischen haben die Betreiber des Corporate Blogs reagiert und zumindest die Headergrafik geändert. Leider gibt es im Blog selbst auf diesen Rebrush keinerlei Hinweis und so heißt es stattdessen in einem Blogartikel weiterhin:  "Auch Bloggerprofis können irren", was natürlich der Fall sein kann, aber dennoch fände ich es ehrenwerter, dann auch die Sachlage als solches entsprechend zu erläutern. Denn als ich diese Blogkritik geschrieben hatte, sah das Blog noch etwas anders aus:

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Nachher und somit aktuell:

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Damit ist zumindest endlich für die nötige Klarheit gesorgt und die Verwechselung mit einem Immonet-Blog weniger gegeben. Aber transparent wurde die Veränderung bislang niemanden gemacht.

Wie gefällt Ihnen das "Agentur-Blog"? Und was halten Sie von den Blogger-Reaktionen darauf, die bislang überwiegend positiv waren?


Klaus Eck

31. Oktober 08

Daimler-Blog: Mehr Unternehmenstransparenz, mehr Online-Reputation

Vor einigen Tagen bin ich gemeinsam mit Thomas Pleil auf einem Social Media-Workshop bei Daimler gewesen, um mit dem Daimler-Blogprojektleiter Uwe Knaus und Michael Kuhn, dem Verantwortlichen der Business Innovation Community, über Corporate Blogs, die Unternehmenskultur und die Online-Reputation zu diskutieren. Anlass der internen Daimler-Veranstaltung war der erste Geburtstag des Daimler-Blogs, in dem inzwischen mehr als 80 Daimler-Mitarbeiter bloggen. Thomas Pleil geht in seinem Blogartikel ausführlicher auf die im August gestartete Daimler-interne Business Innovation Community ein, deshalb verweise ich hier auf seinen lesenswerten Beitrag: Mit einem Zitat zeigt er zudem deutlich auf, mit welchen Fragen jedes Corporate Blog zu kämpfen hat:

“Es geht mir darum, dass es respektiert wird, wenn ich sowas mache”, meinte ein Teilnehmer der Diskussion. Es geht also nicht nur darum, ob Corporate Blogger von außen akzeptiert werden, sondern auch, welches Klima sie intern antreffen. Zugespitzt und umgedreht: Aus autoritären Strukturen heraus kann man nicht im Social Web bestehen." (Textdepot)

Unternehmen können letztlich als Organisation gar nicht bloggen. Sie benötigen Mitarbeiter, die aus einer intrinsischen Motivation heraus selbst am Corporate Blog mitwirken und es vorantreiben. Das fällt natürlich schwer, wenn die Beiträge als Ad-on gelten und nicht während der Arbeitszeit verfasst werden können, weil dazu in vielen Unternehmen die Akzeptanz fehlt. Stattdessen müssen sich Corporate Blogger sehr häufig sogar rechtfertigen, wenn sie etwas gebloggt wird. Die häufigste Replik die Corporate Blogger zu hören bekommen, ist sicherlich: "Dafür habe ich gar nicht die Zeit, woher nimmst Du die überhaupt. Bist Du nicht genügend ausgelastet?"

Es fällt schwer, Social Media in das Unternehmen zu holen, wenn dazu viele kulturelle und auch technische Voraussetzungen fehlen. Deshalb muss jedes größeres Unternehmen viel experimentieren, um für sich herauszufinden, inwiefern sich bestimmte Tools dafür eignen. Eine aktuelle Diskussion im Daimler-Blog macht dies sehr deutlich: Was geschieht, wenn Hierarchien in einem Corporate Blog aufeinander treffen? Noch tastet man sich einander heran und es fehlen in den meisten deutschen Unternehmen in dieser Hinsicht Erfahrungswerte. Von Enterprise 2.0 ist meistens nichts zu entdecken, wer kennt schon diesen webzweinulligen Begriff, der der Fantasiewelt zu entstammen scheint.

Noch etwas befremdlich ist für viele Menschen, dass sie als Mitarbeiter ihr Unternehmen in der digitalen Welt repräsentieren und dass sie eben nicht als Privatpersonen, sondern als Daimler-Mitarbeiter im Web wahrgenommen werden. Ihre Online-Reputation wirkt sich via Blog sowieso direkt auf das Unternehmensimage von Daimler aus. Jedes Human Brand wird zu einem Puzzleteil für die gesamte Organisation und wirkt sich auch via digitaler Mundpropaganda auf das gesamte Unternehmensbild aus. Je mehr Menschen online aktiv werden, desto runder wird hierbei der Gesamteindruck. Der Einzelne trägt sehr viel zur Online-Reputation seines Konzerns bei und profitiert gleichzeitig von dessen Marke und seinen eigenen Online-Aktitivitäten. Deshalb sollte jeder Corporate Blogger auch daran denken, dass er nicht nur für ein großes Unternehmens namens Daimler arbeitet, sondern an seiner eigenen internen oder externen Karriere bastelt. Jeder Blogartikel wirkt sich unmittelbar auf die eigene Reputation und damit auch auf die interne Wahrnehmung des Mitarbeiter 2.0 aus.

Im folgenden sehen Sie unsere beiden Vorträge auf der Daimler-Veranstaltung:

Angesichts der Finanz- und uns vermutlich allen bevorstehenden Wirtschaftskrise ist es spannend zu beobachten, wie sich die Unternehmenskultur durch ein Corporate Blog verändert. Auf den Blogbeitrag von Mario Jung im Daimler-Blog, der die interne Verunsicherung ein wenig verdeutlicht, reagiert immerhin sogar Prof. Dr. Eckhard Kressel und ergänzt die Unternehmensperspektive aus seiner Sicht als Leiter Personal- und Arbeitspolitik mit einem Kommentar und einem längeren Artikel zum Produktionsstopp, um damit die eigenen Mitarbeiter zu beruhigen. In seinem Posting erläutert er, was der Daimler-Personalvorstand Günther Fleig vor kurzem in einer Telefonkonferenz mit Journalisten besprochen hat und schafft damit ein Stück weit mehr Unternehmenstransparenz für alle Mitarbeiter.

>> Das Textdepot: Thomas Pleil: Social Media bei Daimler (und anderen): Eine Frage der Kultur
>> Daimler-Blog: Gedanken zum Produktionsstopp

Klaus Eck

30. Oktober 08

Warum Blogs nicht an Bedeutung verlieren

In seinem Blog Sprechblase fragt sich Cem Basman, ob die Macht der Blogger nachlässt bzw. ob sich Blogger neu orientieren und wieder das wahre Leben für sich entdecken. Bloggen kostet Zeit, deshalb entdecken nicht wenige Alt-Blogger das schnellere Medium Twitter für sich und verzichten zum Teil ganz darauf, ihren Gedanken eine Blog-Form zu verleihen. Schließlich kann man auf dem Microblogging-Kanal Twitter fleißig darauf losschreiben, ohne auf irgendwelche Text-Strukturen Rücksicht nehmen zu müssen. Das machen zwar viele Blogger auch heute noch in ihren Online-Magazinen, aber das bestrafen die Blogleser des Öfteren mit einer gewissen Lesezurückhaltung.

Nur weil der Verlinkungsgrad auf Technorati zurückgeht, verlieren die deutschsprachigen Blogger noch nicht an digitaler Kraft und Reputation. Zwar hat die Blogsuchmaschine Technorati durch technische Fehler dazu beigetragen, dass die Verlinkungszahlen schneller zurückgegangen sind, als es aufgrund von Spamblogs notwendig gewesen wäre. Doch gibt die Zahl der Links und die Repräsentanz auf Google noch immer einen gewissen Aufschluss darüber, wie stark die Online-Reputation einer Person ist.

Im Vergleich zu anderen Online-Maßnahmen entfalten Blogs nach wie vor eine große Wirkung, wenn die Themen gut gewählt sind und auf positive Resonanz stoßen. Wer keine spannenden Geschichten zu erzählen hat und damit keinerlei berufliche oder private Relevanz für den Leser entfalten kann, fliegt schnell aus dem Relevant Set der Blogleser raus und wird seltener verlinkt.

Bisher hat sich die Leserschaft kaum auf den Webseitenkonsum via RSS eingelassen. Zwar steigen die Nutzer der RSS-Reader. Dennoch sind es zurzeit allenfalls 11 Prozent, die als Leser RSS nutzen, um Blogs oder News zu abonnieren. Die meisten Leser kommen noch immer via Google-Recherche, Bookmarks, Twitterlinks oder aufgrund der Markenbekanntheit eines Blogs. Kein Wunder also, dass es in Zeiten des digitalen Content-Darwinismus' schwerfällt, seine Leserschaft zu binden, zumal die Zahl der professionell gemachten Blogs in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Mit dem steigenden Angebot der Blogs, aber auch den Alternativen Twitter, Facebook und Friendfeed etc. kann jeder für sich persönlich entscheiden, was das beste für die eigene Reputation ist.

Nicht jeder hat die Zeit für das Bloggen und die Ziele der Onliner sind ohnehin sehr unterschiedlich. Wer seine Zeit ins Twittern investiert, kann darüber zwar den Dialog mit seinem Netzwerk führen und dieses auch ausbauen, wird sich jedoch schwertun seine sichtbare Online-Reputation nachhaltig zu stärken. Dazu sind die ansonsten guten viralen Effekte von Twitter viel zu schnelllebig und flüchtig. Blogaktivitäten eignen sich viel besser, um Themen im Sinne eines Agenda Settings zu platzieren. Aber mit Twitter lassen sich die ersten Influencer direkt aufs Blog lenken, insofern ist es gar nicht so sehr ein Gegensatz. Beide Aktivitäten ergänzen sich auf ideale Weise.

Ich gehe gerne auf Web 2.0- und andere Kommunikations-Veranstaltungen und bevorzuge es dann ebenfalls, zu twittern statt zu bloggen. Das liegt unter anderem daran, dass es sehr anstrengend ist, sich auf Vorträge zu konzentrieren und gleichzeitig live darüber strukturiert zu berichten. Twittern ist schnell und leicht, aber vergleichsweise unstrukturiert. Blogger sind keine Geeks, die im stillen Kämmerlein ihre Ideen dem Senfuniversum beisteuern. Viele Protagonisten der sogenannten Blogosphere sind schon seit einigen Jahren auf den diversen Events unterwegs gewesen. Daraus würde ich dennoch nicht ableiten, dass die meisten Blogger deshalb keine Lust mehr aufs Virtual Life hätten. Zudem sind so viele Blogger im Vergleich zur Grundgesamtheit von vielleicht rund 1 Million hierzulande nun auch wieder nicht auf den Web 2.0-Events unterwegs. Es gibt es immer noch genug potentielle Leser, die gar nicht selbst bloggen. Blogs können durchaus auch für Nicht-Blogger von Interesse sein...

So viele Kontakte wie über Xing, Facebook, Twitter oder Blogs entstehen, kann ich gar nicht im Real Life händeln. All diese Tools erleichtern das Social Networking, haben aber noch nie den persönlichen Umgang mit Geschäftspartnern oder gar Freunden ersetzt. Aber über diese Social Software kann ich mir vorab einen guten Eindruck von meinem Gesprächspartner verschaffen und dadurch ihm oder ihr eine Reputation zuordnen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Ihrem Blog oder Twitter-Account gemacht? Benötigen Sie Ihr Blog durch das Twitter etwa nicht mehr?

>> Sprechblase: Thesen: Warum Blogs scheinbar an Bedeutung verlieren

Klaus Eck

09. Oktober 08

Corporate Blogs: Vorstellung des Daimler-Blogs

Trotz so mancher Unkenrufe zeigt die Entwicklung der vergangenen Jahre, dass sich immer mehr Unternehmen trauen, ein Corporate Blog aufzubauen. Nicht immer ist es gelungen. Aber zumindest wird in den Unternehmen viel experimentiert. Aus der Berichterstattung der Fachmedien sind sie ohnehin nicht mehr wegzudenken. Doch was macht eigentlich ein Corporate Blog erfolgreich, worauf sollte man dabei achten? Auf diese Fragen wird ein Vertreter der Automobilbranche Antworten liefern. Viele Autokonzerne haben Blogs aufgebaut und Erfahrungen gesammelt. Im deutschsprachigen Raum hat besonders das Daimler-Blog viel Aufmerksamkeit erhalten. Am 16. Oktober 2008 feiert es sein einjähriges Jubiläum. Einen Tag zuvor am 15. Oktober (Mittwoch) wird dessen Projektleiter Uwe Knaus auf dem Münchner Social Web Breakfast über die bisherigen Erfahrungen referieren und erläutern, warum er mit der Entwicklung des Daimler-Blogs mehr als zufrieden ist.

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Wie werden Corporate Blogger in der digitalen Öffentlichkeit akzeptiert? Müssen Markenunternehmen wirklich Angst vor Kommentaren haben? Uwe Knaus wird den Teilnehmern des Breakfasts in seinem Vortrag einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen.

Falls Sie für unsere Veranstaltung bereits im Vorfeld Fragen an Uwe Knaus richten wollen, können Sie dieses gerne via Kommentar zu diesem Blogartikel tun oder ihn direkt via Twitter erreichen. Wir nehmen gerne Ihre Fragen in der Diskussion auf.

Wer einen Einstieg in das Thema Corporate Blogging erhalten möchte, kann sich natürlich auch mein Buch anschauen:

>> Anmelden das Social Web Breakfast am 15. Oktober in München via Xing
>> PR Blogger: 15 Seiten PDF-Auszug aus meinem ersten Buch "Corporate Blogs"
>> Viele Links zum Thema Corporate Blogs bei Friendfeed
>> iMedia Connection: Steve Rubel on how blogs are changing the face of PR

Klaus Eck

19. August 08

OMD - Die Messe, das Blog und ein Bloggertreffen

Spektakulär, einzigartig, großartig. Die Online Marketing Düsseldorf erhält in diesem Jahr den Ritterschlag der Szene. "Wer nicht dabei ist, existiert nicht", so die Internet World Business Redaktion (10/2007), deren Zitat für den Einladungsflyer herhalten musste. Etwas mulmig ist mir da schon geworden. Nun gut, ich existiere, weil ich in diesem Jahr auf der OMD sein werde. Und zwar an beiden Messetagen. Und ich freue mich auf die OMD, denn mit über 300 Ausstellern wird die Messe tatsächlich ein Schaulaufen der Szene werden. Und die Veranstalter haben keine Mühen und Kosten für eine optimale Präsenz gescheut (man muss sich auch in Stellung bringen für das nächste Jahr), um den Ausstellern, Besuchern, Journalisten und Bloggern! ein Mega-Ereignis zu bieten. Richtig, die Blogger spielen in diesem Jahr auch eine besondere Rolle. Und zwar in vielerlei Hinsicht:

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07. August 08

Ade Corporate Blogs? Lifestreamblogs entstehen

Wann kommt (endlich?) das Ende der Corporate Blogs oder der Blogs insgesamt? Immer mal wieder ist der Blogger Blues im Gange, einige Blogs und Blogger verschwinden im Zuge dessen, eigentlich nicht weiter schlimm, da andere in dieser Zeit dennoch starten. Um es klar auszudrücken: Niemand muss bloggen, aber es braucht sich auch niemand ein solches Unterfangen verbieten lassen. 

In dem US-Blog ReadWriteWeb wird von Sarah Perez ein Zukunftsszenario aufgemacht, dass an viele Interessen der Unternehmen hierzulande (noch) vorbeigeht. Viele Star-Blogger gewinnen den neuen Lifestreaming-Diensten (Twitter, Friendfeed, Lifestream.fm etc.) einen großen Reiz ab und vernachlässigen darüber ihre Blogs. Angesichts des schnellen Wachstums der Lifestreaming-Services unter Multiplikatoren und neuer Diskussionen um die Bedeutung von Blogs (ARD-ZDF-Online-Studie) stellt sich so manchem die Frage, wie man die neueren Entwicklungen im Social Media-Bereich tatsächlich einordnen sollte. Geht der Trend nicht längst weg vom Bloggen und hin zu Twitter und Co.?

Wenn immer mehr Onliner lieber in Social Networks aktiv sind oder twittern und dort ebenfalls ihre Social Media-Inhalte publizieren, dann liegt es unter anderem auch daran, dass es für viele Menschen viel leichter ist, ein Profil von sich online zu stellen und dieses zu pflegen. Ein Twitter-Beitrag ist schnell geschrieben und wirkt oft banal. Hingegen benötigt ein gut gemachtes Blog einen hohen zeitlichen Aufwand, den viele Blogger zunächst unterschätzen. Zumindest eine Stunde am Tag sollten Sie für das Bloggen einkalkulieren, wenn Sie eine gewisse Reichweite und Online-Relevanz aufbauen wollen. Ein Xing- oder Facebook-Profil ist im Vergleich dazu schnell erstellt, kostet weniger Zeit und Geld, bringt aber bei weitem auch nicht die Online-Effekte, die sich die meisten Unternehmen wünschen.

Wo Twitter oder Facebook für eine Privatperson noch eine spannende Alternative zu einem Blog sein könnte, ist es noch längst nicht so im Businessumfeld. Ich sehe zwar durchaus vielfältige Businesseinsatzmöglichkeiten für Twitter, Friendfeed und Facebook, doch hängt es sehr stark von der jeweiligen Interessenslage der eigenen Kunden ab. Nicht immer sind die innovativsten Instrumente auch die geeigneten Kommunikationstools, um seine Zielgruppen adäquat zu bedienen.

Der (behauptete) Rückgang der aktiven Blognutzung in der Online-Studie von ARD und ZDF kann durchaus ein Resultat aus den bisherigen Praxiserfahrungen der Nutzer sein. Über die Relevanz von Blogs in Marketing und PR sagt das deshalb noch nicht viel aus. Entscheidend ist vielmehr, ob ich meine persönlichen Ziele besser mit dem Instrument X oder Y erzielen kann.

Blogs können als Kommunikationszentrale die Verbindungen in die einzelnen Communities stärken und ermöglichen es, die Businessaktivitäten gezielt zu steuern. Dasselbe lässt sich nicht so gut in den Social Networks erreichen, in denen ich nur Mitglied, aber nicht deren bestimmender Faktor bin. Als Herausgeber eines Blogs kann ich sehr viel besser meine Außenwahrnehmung steuern und dadurch meine Online-Reputation verbessern. In einer Community muss ich für dieselben Effekte oft wesentlich mehr Aufwand betreiben.

Noch bis vor fünf Jahren gab es sehr viele Blogs, in denen die Autoren kurze Beiträge gepostet oder gebloggt haben, die eigentlich nur aus dem Copy and Paste anderer Bloginhalte bestanden. Allzu viel Aufmerksamkeit erzielen derlei Blogkonzepte nicht mehr. Letztlich erinnert das Schreiben kurzer Postings sehr stark an das Twittern. In den 140-Zeichen-Beiträgen wird auf fremde Inhalte zum Weiterlesen verwiesen. Warum soll man in seinem Blog heute immer wieder den Inhalt eines anderen Mediums wiedergeben, wenn man ihm auch via Link eine Referenz erweisen kann... Durch das Sammeln spannender Links kann ich meine Kompetenz in bestimmten Wissensfelder ebenso gut unter Beweis stellen, dazu muss ich noch nicht unbedingt bloggen.

Perez erläutert in ihrem ReadWriteWeb-Artikel, wie durch das Lifestreaming "neue Blogs" entstehen, die Social Networks und Friendfeed in einem Medium zusammenführen und dadurch das alte Copy-and-Paste-Blog und persönliche Bloggen ersetzen. Digitale Tagebücher werden somit ins Lifestreaming überführt. Ein schönes Beispiel dafür stellt das "neue Blog" von Alan Cheslow dar, der mit den Social Media-Elementen auf geschickte Art und Weise spielt und auf klassische Bloginhalte gleich ganz verzichtet.

In gewisser Weise nutze ich Friendfeed als Lifestreamblog, um meine Inhalte zu bestimmten Themen über den PR Blogger hinaus zu erweitern. Deshalb gibt es von mir unter anderem folgende Friendfeed-Rooms: PR Blogger, Corporate Blogs, Karrierefalle Internet und Politik.

>> Blogpiloten: Lifestreaming als Alternative zu Blogs   
>> ReadWriteWeb: The Future of Blogging Revealed
>> bwl zwei null:Corporate Blogging - oder lieber gleich Corporate Life Streaming?
>> drink tank: Online-Studie II: Fachblogs gehört die Zukunft
>> Schmidt mit Dete: Die ARD/ZDF-Onlinestudie 2008 ist da
>> ARD-ZDF Onlinestudie: Mitmachnetz Web 2.0: Rege Beteiligung nur in Communitys

Klaus Eck

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