In diesem Online-Journal schreiben Fachautoren regelmäßig über PR- und Marketing-Themen. Hierbei bilden neue Entwicklungen in der Kommunikation den Schwerpunkt.
Klaus Eck, der Herausgeber des PR Bloggers, ist auf BlogBeratung, BlogCoaching und BlogMonitoring für Unternehmen spezialisiert.
Kontakt:
Klaus Eck
Tel.: 089/44236991
ke (at) imagecapital.de Imagecapital
Unsere digitalen Existenzen verändern unser kulturelles Leben zunehmend. Die Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren und den Kontakt halten, hat sich komplett gewandelt. In dieser Morgenwelt gibt es dafür einige Beispiele:
Twitter-TV: Der
Wirtschaftssender n-tv berichtet in einem kurzen, aber guten Beitrag, wie sich Twitter, Dopplr und Skylounge im Einsatz für Geschäftsreisende eignet. Interviewt worden sind unter anderem die Twitterer und Dopplr-Nutzer Michael Domsalla (KMTO) und Igor Schwarzmann (Pleon).
Tod 2.0: Haben Sie sich schon einmal überlegt, was mit Ihrem Xing- oder Facebook-Account geschieht, nachdem Sie gestorben sind? Führt das Ende der realen Existenz auch zum Abschied von der digitalen Präsenz? Oder sollten wir ein digitales Leben nach dem eigenen Tode haben. Fragen, mit denen sich das elab Blog beschäftigt: Was passiert im Nachlass mit dem “virtuellen Vermögen”.
E-Mail-Identität: Wenn jemand Ihnen eine E-Mail zuschickt, erfahren Sie sehr viel über den Absender. Als erstes sehen Sie den Namen, die Domain und das Betreff der E-Mail. Die Psychologen Mitja Back,
Stefan Schmukle und Professor Boris Egloff von der Universität Leipzig
haben die E-Mail-Adressen von 600 Schülern im Alter zwischen 15 und 18 Jahren hinsichtlich ihrer Persönlichkeitseigenschaften analysiert. Heraus kam bei ihrer Studie, dass die E-Mail-Adresse als Psychogramm des Absenders taugt. Jochen Mai fasst es gut zusammen: "Wir sind, wie unsere Mailadresse heißt. Oder wissenschaftlicher
ausgedrückt: E-Mail-Adressen sind ein Spiegel der Persönlichkeit."
TV-Twitter: Benedikt Köhler verfolgt mit vielen anderen Twitterern eine Maischberger-Talkshow, in der Sascha Lobo dabei ist. Dieser hat zahlreiche Twitterer eingeladen, seinen TV-Auftritt twitternd zu begleiten. Vielleicht bietet Twitter Potential für das dialogische Fernsehen, meint der Münchner Soziologe auf Viralmythen: "Um die 50 Personen sehen gemeinsam eine Fernsehsendung und verwandeln
sie durch ihr Getwitter von einem starren diskursiven Broadcast in
einen Dialog." Ist das vielleicht sogar die Zukunft des Fernsehens?
Sind wir immer noch ein Blog-Entwicklungsland, weil wir uns nicht auf innovative Kommunikatinsinstrumente einlassen oder ist alles nur halb so schlimm? Es gibt schließlich zahlreiche lesenswerte Blogs. Auf einige Corporate Blogs möchte ich diesmal verweisen und insbesondere die Weiterbildungsblogs zur Lektüre empfehlen. In manchen Branchen halten sich die Blogger trotz allem nach wie vor zurück. Wir sind noch weit davon entfernt, dass hierzulande flächendeckend und überall gebloggt oder getwittert wird. Dennoch gibt es zarte Anfänge, die vielversprechend sind.
Weinblogs: Als Web-Schlafmützen bezeichnet Mario Scheuermann die Winzer und entfacht damit eine spannende Diskussion in seinem Blog drinktank: "Deutschlands Weinmacher verschlafen das Web 2.0 mit all seinen
Möglichkeiten komplett. Mehr oder minder schicke Homepages haben sie
inzwischen fast alle. Auch die teuer eingekauften Shops funktionieren,
wenn sich denn mal ein Zufallskunde zu einer Order entschliesst. Doch
ansonsten: Fehlanzeige."
Greenpeace: Wer sich für die Rettung der Regenwälder oder professinelles Campaigning interessiert, wird bei der Umweltorganisation fündig: Talk to Dove. Greenpeace outet den Dove-Hersteller Unilever als
Regenwald-Vernichter, weil er für das Palmöl den Regenwald in
Indonesien abgeholzt und nutzt ein Video für die Kampagne.
Ideenplattformen: Nachdem in den USA My Starbucks Idea und Dell IdeaStorm erfolgreich gestartet sind, schien die Zeit reif für eine deutsche Variante einer Brainstorming-Platform, auf der Kunden über die besten Produktideen diskutieren und diese bewerten. Doch dank der viralen Zahnbürstenhandyaktion für die Tchibo verantwortlich zeichnet, dürfte die Bloggerwelt zumindest etwas verschnupft auf das frisch gestartete Portal Tchibo Ideas reagieren. (via netzwertig)
Twitter: Der Popkulturjunkie Jens Schröder aktualisiert ab sofort regelmäßig die deutschen Twittercharts.
Corporate Blogs: Nein, einen Persilschein erhält das neue Unternehmensblog über die Marke Persil noch nicht. Dazu gibt es noch viel zu verbessern. Zu Recht gibt es deshalb viel Kritik in der Bloggerwelt. Prof. Thomas Pleil liefert eine sehr gute erste Analyse des Mitarbeiterblogs: "Gebloggt wird bei Henkel ähnlich wie bei Daimler
von mehreren Mitarbeitern aus dem Unternehmen - von der Praktikantin
über die Marktforscherin bis zum Brand Manager. Allerdings scheint mir
die Personalisierung ein wenig zurückhaltend - ähnlich wie man sich zum
Konzept ein wenig bedeckt hält. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass man
mit etwas zu viel Vorsicht ein neues Spielfeld betritt und deshalb auch
erstmal den Lesern nicht ganz über den Weg traut: Die müssen sich
registrieren, damit sie kommentieren dürfen." Immerhin forcieren die Macher trotz dieser Hürden, die mich dort ebenfalls vom Kommentieren abhalten, den Dialog mit ihren Kunden. Mir gefällt der Blick in die Markenhistorie, der ein wenig an den Coca Cola-Blog-Ansatz erinnert. Deshalb wünsche ich Henkel viel Glück dabei.
Weiterbildung: Eine Top 10 der deutschen Weiterbildungsblogs liefert die Zeitschrift wirtschaft + weiterbildung einschließlich einer
Stärken-Schwächen-Analyse. Dabei wurde der Weiterbildungsblogger Dr. Jochen Robes aus Frankfurt am Main sogar zum „wichtigsten Blogger" der deutschen Weiterbildungsszene gekürt und bekam einen Platz auf den Titel der Zeitschrift.
E-Mails: Schreiben Sie nicht zu viele E-Mails, denn merke: "Wer E-Mails sät, wird E-Mails ernten" heißt es im Buch "Wenn E-Mails nerven". Wir tragen alle zum Information Overload ein Stück bei.
Nachdem ich bereits vor einige Wochen auf die Facebook Adwords mit meinem hingewiesen habe, erregt das Thema erneut die Gemüter in der Blogosphäre. Inzwischen will Johnny Haeusler, der Spreeblick-Blogger, von Facebook wegen der unautorisierten Nutzung seines Namens in einer Werbung Schadensersatz einfordern. Darum kümmern wird sich Lawblogger Udo Vetter. Beide wollen den Verlauf der Auseinandersetzung in ihren Blogs festhalten. Anfangs hatte ich mir ebenfalls überlegt, rechtliche Schritte einzuleiten. Doch das kostet zu viel negative Energie und lässt sich meistens anderes regeln. Nachdem Facebook in meinem Falle sehr schnell und gut auf meinem Blogbeitrag reagiert hat und mein Name nicht mehr im Kontext einer Facebook-Werbung auftaucht, lasse ich es deshalb auf sich beruhen und bleibe weiterhin Mitglied. In dieser Morgenwelt geht es ansonsten überwiegend um neue Blogs und um das Networking.
Twitter: Eine wirklich schöne Twitter-Anwendung für Einsteiger stellt Twittervision Local dar, die zumindest einen Einblick in die Faszination bietet, die mit der Twitter-Kommunikation immer mehr um sich greift. Auf Twittervision Local kann man sehen, wer worüber wie in Deutschland via Twitter kommuniziert. Eine unterhaltsame Twitter-Spielart. Neuerdings werden die Twitterdialoge übrigens auf der Aggregationsplattform Rivva präsentiert.
Facebook: Die Debatte um die Facebook Werbung im Namen der Mitglieder zieht immer weitere Kreise (siehe "Ungewollt als Testimonial für Facebook arbeiten" vom 4. April). Inzwischen gibt es ein offizielles Statement eines Facebook-Sprechers, das mir per E-Mail zugeschickt worden ist: "Facebook hat mehrere Programme getestet, damit Nutzer, mit der Option einer öffentlichen Suchanzeige für die Indexierung von Suchmaschinen, noch schneller in Suchergebnissen zu finden sind. Im Moment läuft dieser Test nicht mehr. Die Anzeigen wurden nur ausgeliefert, wenn a) ein Facebook Nutzer eine öffentliche Suchanzeige für die Indexierung von Suchmaschinen hat und b) wenn nach speziell ihrem Namen auf einer Suchmaschine gesucht wurde....." Thomas Knuewer wundert sich dennoch weiterhin über die Facebook-Werbung und hält einige Erklärungen nicht für plausibel.
Seit einigen Wochen nutzt die Personensuchmaschine 123People leider ebenfalls unautorisiert meinen Namen. Hierbei bin ich ebenfalls nicht der einzige Betroffene.
Corporate Blogs I: Wenig mit Ruhm bekleckert sich die deutsche Telekom mit ihrem neuen Blog Deutsche Telekom Interactive TV Award. Es fehlt eigentlich alles, was ein gutes Corporate Blog auszeichnet. Aktuelle und lesenswerte Inhalte, ein persönlicher Einstieg und vor allem an erkennbaren Menschen, die bloggen. Bisher gibt es auf der Plattform keine Blogger. Nicht ein Beitrag ist namentlich gekennzeichnet. Anonymität vorherrschend. Im bislang letzten Beitrag vom 15. April 2008 heißt es "Inhalte machen kann jeder!" Ob Sie jedoch auch gut sind, dass entscheiden die Leser. Passenderweise bin ich über einen Werbelink der Telekom via Spiegel auf das Blog gelockt worden und nicht über eine Linkempfehlung.
Corporate Blogs II: Viel besser gefällt mir hingegen ein frisch gestartetes Walblog von Greenpeace, weil die Riesen der Meere klar im Focus stehen, es neben schönen Bildern von Walen auch noch Videos gibt und die Akteure dahinter als Blogger sofort erkennbar sind.
Blogs I: Was tun, mit völlig veralteten, überholten und vielleicht inzwischen sogar falschen alten Beiträgen, darüber macht sich Martin Oetting einige spannende Gedanken in seinem Blog. Ich selbst update alte Artikel eigentlich nie, sondern greife die Themen erneut auf und entwickele sie dann weiter. Wie verfahren Sie mit Ihren Blogartikel aus dem Jahre 2006 und früher?
Blogs II: Netzwertig ist ein neues Projekt von Andreas Göldi und Marcel Weiß. Das Projekt der Schweizer Blogwerk AG beschäftigt sich mit den neuesten Trends in der Internetwirtschaft und ist als Tech-Blog absolut lesenswert und gehört deshalb in jeden Feedreader.
Networking: Wie viel sind die Beziehungen auf Xing wirklich für den eigenen guten Ruf wert, fragt sich Melanie Huber im Kilroy Blog. Sie stellt fest: "Neben dem offiziellen Profil haben nahezu alle Leute, mit denen ich in
letzter Zeit gesprochen habe, ein zusätzliches Fake-Profil – um
unerkannt zu recherchieren und Profilseiten zu besuchen." Welche Erfahrungen Sie mit der Qualität der Xing-Kontakte gemacht?
MySpace: Das Online-Netzwerk MySpace wirbt ab dem 19. Mai hierzulande mit einer Websoap namens "They Call Us Candy Girls" für sich. In der Online-Video-Serie geht es um vier Berliner Frauen. Die MySpace-Mitglieder können "Freund" von den Berlinerinnen werden, deren Videoblogs und Fotos in ihr MySpace-Profil einbinden und mit ihnen über diverse integrierte Kommunikationsmittel wie Mail-Funktion und MySpaceIM interagieren sowie auf den Seiten der Candy Girls Kommentare hinterlassen. Durch Informationsdienste von MySpace wie Bulletins oder den Blog der jungen Serienheldinnen werden MySpace-Nutzer über aktuelle Ereignisse im Leben der Girls auf dem Laufenden gehalten und aus erster Hand informiert.
Momentan scheint wirklich jedes Blog nur ein Thema zu kennen, so auch der PR Blogger: Twitter. Während die einen Leser überhaupt nicht nachvollziehen können, was die Faszination am Microblogging sein soll und sich mit Schaudern vom Online-Gezwitscher abwänden, gibt es immer mehr Menschen, die sich davon begeistern lassen. Cem Basman stellt einige Twitterati vor. In der Morgenwelt gibt es diesmal sehr viel Getwitter, danach wende ich mich sicherlich verstärkt wieder anderen Themen zu:
Status: Falls Sie sich über die Wasserstandsmeldungen auf Xing bereits gewundert haben, sollten sie unbedingt die Lach- und Sachgeschichten aus dem Web 2.0 von Wolfram A. Zabel im Media-Treff lesen. Der Kommunikation für Vogel Business Media geht den Statusmeldungen auf den Grund und spielt Status-Bingo. Eine andere Antwort auf die Xing-Statusfragen gibt Melanie Huber. Sie analysiert die Status-Varianten-Nutzer und teilt sie in Ignoranten, Verwirrte, Verirrte und andere ein.
Medien: "Die Hedonistische Internationale“ hat dem ARD-Magazin Polylux vor einigen Tagen ein gefälschtes Interview untergejubelt. Das „Kommando Tita von Hardenberg“ brachte einen angeblichen Speed-User namens „Tim“ in der Sendung unter, der vorgab, regelmäßig die „Alltagsdroge Speed“ als Diät zu nehmen. Jetzt antwortet Tita von Hardenberg in ihrem Blog auf den Medienfake und fragt sich nach dem Sinn des Ganzen.
Twitter I: Thomas Knüwer fragt sich erneut, ob Twitter vor dem Blasenplatzen - oder dem Durchbruch steht und bleibt dabei: "Der Kurznachrichtendienst Twitter gibt mir Rätsel auf." In den Kommentaren wird das Für und Wider des Services heftig diskutiert.
Twitter II: Cem Basman hat einige Twitterati oder Twitterer gefragt, warum und für wen sie twittern und einige spannende Antworten erhalten:
Twitter III: Natürlich kann man Twitter auch als kritischer betrachten: Der größte Blödsinn aller Zeiten. Christian Sickendieck meint in seinem Twitter-Bashing-Blogeintrag: "Twitter ist … der Höhepunkt des
Seelenstriptease - welcher der Damen und Herren Twitterer will denn
noch ernsthaft um die Privatsphäre kämpfen, für den Datenschutz
eintreten, wenn er selber weitaus mehr in die Welt bläst, als Schäuble,
Bush & Co. jemals wissen wollen? Vorratsdatenspeicherung,
Fluggastdaten, Online-Durchsuchung, Rasterfahndung, um nur wenige
Schlagworte zu bieten - sie alle sind ein Hühnerschiss gegen das, was
man per Twittersuche findet." Das kann man durchaus so sehen. Andererseits sollte immer jedem klar sein, was er mit seinen "privaten" Daten macht. Verwundert musste der fixmbr-Blogger feststellen, wie harsch so manche Twitterati auf seine Kritik reagieren, weil er deren (und mein) Spielzeug in Frage stellt. Glaubenskriege...
Blogger I: Manche Blogger wollen Geld verdienen und tun dieses auch. Einen kleinen März-Überblick über die bekannten Verdienste in der internationalen Blogosphäre gibt Peer Wandiger in seinem Blog "Selbstständig im Netz".
Wer sind überhaupt die Web 2.0-Freaks, ist das Thema überhaupt businessrelevant, darauf geben zwei Videos Auskunft, die ich diesmal in der Morgenwelt vorstelle.
Social Network: Obwohl das regionale Netzwerk wer-kennt-wen.de (WKW) vielen unbekannt ist und in der Presse eher selten erwähnt wird, gewinnt es fast eine halbe Million Mitglieder pro Monat. Die meisten der rund 2,1 Millionen Mitglieder stammen aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland, West-Hessen und dem südlichen Nordrein-Westfalen. Im Durchschnitt sind die Networker 30 Jahre alt. (via zweinull.cc)
Video: re:publica'08: Keynote von Peter Schütt (IBM): Web 2.0 im Unternehmen: Video-Vortrag (53 Minuten) Er meint, dass es zahlreiche spannende Anwendungen für Blogs in der internen Unternehmenskommunikation: Wenn ein Schichtleiter sein Protokoll in einem Blog ablegen würde, könnte die Informationspolitik verbessert werden. Bei IBM werden insgesamt 14.000 interne Blogs betrieben. Die 370.000 Mitarbeiter beteiligen sich daran, indem sie kommentieren und selbst Artikel schreiben. Zwei Drittel der IBMler nutzen zudem Wikis.
Content: Frank Westphal erläutert in einem Interview mit 1000ff!das Aggregations- und Filtermodell seines Online-Angebots Rivva.de:
"Konzeptionell ist Rivva an eine Zeitung angelehnt, nur werden die Schlagzeilen nicht von einer bestimmten Redaktion ausgewählt, sondern Rivvas Titelseite wird von tausenden, selbsternannten Redakteuren geschrieben (und ständig fortgeschrieben), indem sie auf ihren Webseiten einfach aktuell interessante Themen diskutieren. Im Unterschied zu einer klassischen Zeitung fokussiert sich Rivva allerdings mehr darauf, wie sich eine Story über die Zeit entwickelt (als auf die eher regungslosen Titelgeschichten selbst), oder wer sich alles auf einen bestimmten Artikel bezieht (anstatt auf die Urquelle allein). Die Seite ist ständig im Fluss, daher auch der Name."
Momentan berichten die meisten Blogger über die Republica in Berlin, dem kann man sich in der Bloggerwelt kaum entziehen, somit auch die Morgenwelt nicht. Aber es gibt noch einige weitere Themen: Falls Sie sich in den kommenden Wochen in Berlin oder München über die Kommunikation 2.0, neue Trends in der PR und Corporate Blogs informieren wollen, können Sie zwischen zwei Workshops von mir wählen. Und warum Sie die Wikipedia genauer betrachten sollten, zeigt das Beispiel Hillary Clintons.
Republica: Es ist fast unmöglich in diesen Tagen, eines der größten deutschen Bloggertreffen auszulassen.. Das zeigt allein schon die enorme Medienresonanz, die die Berliner Veranstalter stilgerecht in einem Wiki festgehalten haben. Jeder hat selbst die Möglichkeit, seine Blog- und sonstigen Medienbeiträge selbst in das Republica-Wiki einzutragen. Das ist in der Tat eine PR 2.0, von der die meisten anderen Organisationen weit entfernt sind. Wer nicht selbst in Berlin auf der dreitägigen Konferenz dabei ist, kann den Livestream der Republica noch bis zum 4. April 2008 auf der Videoplattform Hobnoxverfolgen oder via Twitter aktuelle Informationen erhalten. Später soll es aber auch noch einen Video-Podcast geben.
Bewertungsplattform: Eine Web-Entwicklung für Feinschmecker bietet codecuisine, das neue Unternehmen des Community-Experten und früheren Cassiopeia-Gründers Patrick Gruban. Die Web-Kochkünstler haben für die Fidor AG eine Web 2.0-Plattform mit Finanzprodukt- und Beratertest online gebracht. Ein Corporate Blog gibt es dort ebenfalls. Vielen Dank für die per Post eingegangenen Kochlöffel.
Twitter-Monitoring: Wie laufen eigentlich Twitter-Dialoge ab? Wer spricht dort mit wem? Eine schnelle konzeptionelle Antwortet bietet Quotably. In der Maske des Twitter-Services können Sie einfach einen Twitter-Namen angeben, um herauszufinden, wer mit wem worüber online spricht. Auch eine Art von Twitter-Monitoring. Zudem können Sie sich direkt bei Quotably mit Ihrem Twitter-Account anmelden und von dort aus posten. Mir gefällt die Usability sehr gut. Weitere alternative Twitter-Clients finden Sie auch in der Liste: "How we Tweet" von ReadWriteWeb.
Blogger: In einigen Ländern gehören Blogger zur Gegenöffentlichkeit. Sie erhalten jetzt Unterstützung von der Journalisten-Organisation “Reporter ohne Grenzen”, die einen 81-seitigen Blogger- und Dissidenten-Ratgeber herausgibt: PDF-Download: "Handbook for Bloggers and Cyber-Dissidents” (via Bernd Pitz)
Wikipedia: Wie sollen Politiker reagieren, die auf der Wikipedia immer wieder Opfer von bösartigen Kampagnen werden. Eve Fairbanks berichtet in ihrem Beitrag "The battle to define Hillary online", über die Probleme, die sich bei der Wikipedia für die US-Politiker im Wahlkampf ergeben. Diese sind gezwungen, sich intensiv um das Monitoring zu kümmern. Ansonsten müsste Hillary Clinton in ihrem Wikipedia-Beitrag länger mit einem Walroß-Foto leben, was wenig schmeichelhaft wäre. Sowohl Clinton wie auch Barack Obama sind um ihre Wikipedia-Präsenz sehr bemüht, weil die Einträge jeweils leicht via Google zu finden sind und somit viel Einfluss auf die öffentliche Meinung haben. Immer wieder werden die Wikipedia-Texte deshalb geschlossen.
Blogs: Kurznachrichten sind im Trend, meint Alexander Becker im ethority Blog, und stellt einige Beispiele vor, darunter auch den PR Blogger.
Workshop I: 10. und 11. April 2008: 2-tägiger DEPAK-Workshop in Berlin zu Kommunikation 2.0 mit mir.
Workshop II: 14. April 2008: Münchner Workshop in der Akademie des deutschen Buchhandels zu Corporate Blogs mit Dennis Wolpert und mir.
Wie viel Kommunikation darf ein Unternehmen eigentlich seinen Kunden und Mitarbeitern zumuten? Wer nur einige Pressemitteilungen und Newsletter erhält, dürfte sich kaum beschweren. Wie sieht es aber aus, wenn ein Unternehmen den kompletten Launch seiner neuen Website online intensiv begleitet? Sevenload hat dieses erfolgreich vorgemacht:
Video: Sevenload geht in die transparente Offensive, meint Olaf Kolbrück off the record. Denn bei dem Relaunch seiner Videoplattform setzt Sevenload auf eine radikale Transparenz. Seine Mitarbeiter informieren und diskutieren via Blogs und Twitter und sorgen dadurch für sehr viel Aufmerksamkeit in der Social Media-Welt und verschaffen sich viel mehr Resonanz als mit jeder Pressemitteilung. Bei alledem stellt sich das Unternehmen offen dem Dialog mit seinen Kunden und wirkt dabei souverän.
Twitter: Millionen Menschen legen ihren Microcontent auf Twitter
ab und diskutieren dort miteinander. Doch wer wird hierzulande wirklich
gelesen? Dem ist der Popkulturjunkie nachgegangen und hat sich die
Twitter-Nutzer mit den meisten Abonnenten herausgesucht und die
Deutschen Twittercharts ins Leben gerufen. Mich finden Sie im Twitter-versum übrigens unter twitter.com/klauseck.
Xing: Das Business-Netzwerk will viele seiner bisherigen Premium-Angebote allen Nutzern kostenlos zur Verfügung stellen, bangt aber dennoch nicht um seine Bezahl-Mitgliedschaften, weil dafür neue Anreize geschaffen werden sollen. (via wiwo)
Falls Sie sich über die mangelnde Produktinnovationsfreudigkeit einzelner Unternehmen aufregen sollten, haben Sie künftig bei Starbucks keine Ausreden mehr. Die ersten Firmen binden ihre Kunden direkt in den Entwicklungsprozess und bei der Markenführung ein und freuen sich über Ihre Anregungen. Das und vielmehr lesen Sie in der neuesten Morgenwelt:
Innovation: Dell hat es vor einiger Zeit mit seinem Portal Dell IdeaStorm vorgemacht und bereits rund 9.000 innovative Ideen seiner Kunden eingesammelt. Jetzt nutzt auch Starbucks das Know-how seiner Kunden. Auf My Starbucks Idea kann jeder seit etwa einer Woche Einfluss auf künftige Produktentwicklungen nehmen und die Zukunft der Marke offensiv mitgestalten. Jeder Onliner erhält zudem die Gelegenheit, die besten Ideen direkt zu bewerten. (via adage)
US-Wahlkampf: Im laufenden US-Wahlkampf informieren sich fast ein Viertel der Amerikaner online über die Präsidentschaftskandidaten, heißt es in einer Studie des “Pew Research Center”. Dabei bevorzugen sie vor allem Web 2.0-Instrumente. (via Schnipseljagd)
Online-PR: Als PR-Agentur sollten Sie es tunlichst vermeiden, Blogger (oder Journalisten) auf plumpe Art und Weise anzusprechen, wie das der Marketingberater 2.0 Sebastian Voss erlebt hat. So machen Sie sich keine Freunde. Auch wenn viele Journalisten bloggen heißt das noch lange nicht, dass Blogger Journalisten sind, denen Sie Pressemitteilungen einfach so zusenden und von denen Sie ein Clipping erhalten können. EIne PR 2.0 sieht völlig anders aus. Sie berücksichtig - wie die PR 1.0 im besten Falle auch - die Interessen der Adressaten.
Medien: Print ist nicht mehr eine Voraussetzung für den Online-Erfolg, meint Peter Turi n einem Interview mit Readers Edition und findet auch eine Erklärung für die mangelnde Akzeptanz des Mitmach-Webs in der journalistischen Zunft: "Was für die Zielgruppe der Medienmacher definitiv nicht gut
funktioniert, ist das, was ich vor zwei Jahren noch für das Tolle und
Neue am Web 2.0 hielt: das Diskutieren über Themen. Medienmacher, also Profis, die ihr Geld damit verdienen, haben aber leider meistens keine Lust zu diskutieren."
Medien: Neben dem Ex-Kress-Macher beschäftigt sich auch Martin Oetting in einem lesenwerten Beitrag mit der künftigen Entwicklung der Mediengesellschaft und den neuen Gatekeepern, die das Leben so mancher Journalisten nicht leichter machen:
"Die klassischen Medienkanäle, die bislang verlässlich für die
Verbreitung von Inhalten gesorgt haben, bekommen eine sehr
vielschichtige Konkurrenz. Diese Konkurrenz wird sie nicht ersetzen.
Jeder einzelne dieser neuen Kanäle hat – zumindest heute noch – eine
recht beschränkte Reichweite. Selbst vielgelesene Blogger in
Deutschland haben nicht mehr als einige Tausend Leser. Aber
zusammengenommen zweigen die vielen Blogger, YouTube-Filmer,
Facebook-Selbstdarsteller, StudiVZ-Gruschler, Forenautoren und
Web-TV-Produzenten einen nicht unbeträchtlichen Anteil der medialen
Aufmerksamkeit von den Massenmedien ab. Und es werden stetig mehr."
Corporate Blogs: Wie geht man in einem Unternehmensblog damit um, wenn eine Mitarbeiterin gestorben ist? Soll man das, was alle bewegt, ansprechen oder lieber verschweigen? So etwas ist in der Kommunikation immer eine Gratwanderung, andererseits haben die Kollegen ein großes Bedürfnis, sich mitzuteilen und sind froh darüber. Am Beispiel des Cirquent Blogs zeigt sich, wie wichtig gut gemachte Corporate Blogs auch für die interne (=externe) Kommunikation sind.
Web-Controlling: Falls Sie wissen wollen, wer wann welche Artikel in Ihrem Blog liest, sollten Sie das Tool Google Analytics näher betrachten. Es wird im folgenden 8-Minuten Video erklärt.(via Turi2)
Privatsphäre: Erfolgreiche Blogger haben es schwer, das stellte die Amerikanerin Diablo Cody in einem SZ-Interview fest: "Jeder Mensch, der morgens anonym aufwacht, sollte dankbar dafür sein,
weil man dann nur für das gehasst oder geliebt wird, was man
tatsächlich selbst tut. Wenn man in der Öffentlichkeit steht,
projizieren die Leute all ihre eigenen Unsicherheiten und Hoffnungen
auf dich - und sie urteilen völlig irrational." Die 29-jährige Drehbuchautorin und Pussy Ranch-Bloggerin hat im Februar für ihr Drehbuch
"Juno" den Oscar gewonnen.
Während der Staat nur noch bei der Verfolgung schwerer Straftaten auf Vorrat Telefonverbindungsdaten nutzen darf, wird unser digitaler Schatten immer größer. Wissen Sie wie Ihrer aussieht? Immerhin gibt es Möglichkeiten, sein Privatleben zu schützen. Darüber mehr in der heutigen Morgenwelt:
Digitaler Schatten: Mit jedem Mausklick, Einkauf und Anruf produzieren wir Datensätze, die Spuren hinterlassen. Allein diese Nutzerdaten verbrauchen laut einer IDC-Studie doppelt so viel Speicherplatz wie Digitalfotos, E-Mails oder Texte, die Sie jeden Tag speichern.Wie groß ist Ihr persönlicher digitaler Schatten. Wie viele Bytes an Daten erzeugen Sie eigentlich jeden Tag? Erste Antworten liefert das IT-Unternehmen EMC mit einem Digital Footprint Calculator, den jeder auf seinen Rechner laden kann: Übrigens produziere ich demnach jeden Tag einen Datendurchsatz von 3.860 Megabytes.
Privatsphäre: Die Bild-Zeitung berichtete gestern auf der ersten Seite über das "traurige Geheimnis" der neuen Tagesschausprecherin Judith Rakers und nimmt dabei wenig Rücksicht auf deren Privatsphäre, meint das Bildblog. Auf die Frage eines Journalisten der "Neuen Westfälischen" Zeitung: "Spüren Sie langsam die Schattenseiten, wenn man prominenter wird?" antwortete die Nachrichtensprecherin: "Das gehört wohl dazu. ... Vermutlich ist das Interesse an meinem Privatleben auch deshalb da, weil ich dazu partout nichts sage. Privat ist Privat."
Facebook: Mehr Kontrolle der eigenen Privatsphäre verspricht das Social Network. Dadurch ist es möglich, den jeweiligen Kontakten unterschiedliche Zugriffsrechte zu gewähren und beispielsweise private Fotos nicht den Geschäftsfreunden zugänglich zu machen (via ReadWriteWeb).
Google Maps: In den USA kann ab sofort jeder seine Dienstleistungen mit Adresse in dem Kartenangebot der Suchmaschine selbst eintragen. Leider ist das Editieren eines Ortes in Deutschland bisher noch nicht möglich.
PR: Im PRX Builder können Sie Ihre Pressemitteilung kostenlos als Social Media Release direkt bloggen. Es gibt dort auch schon einige deutschsprachige Beispiele.
Allerdings stellt sich die Frage, warum Sie dazu eine fremde Plattform
wählen sollen, die zumindest hierzulande kaum jemand kennt. Ein eigener
RSS-gestützter Pressebereich kann ebenfalls Wunder in der Kommunikation
bewirken.
Digitale Identität: Im Vorfeld des Trendtags erläutert der Sozialwissenschaftler Jan Schmidt im Blog des Trendbüros die Bedeutung des Identitätsmanagements für den Einzelnen: "Anwendungen des Social Web erleichtern es, seine eigene Identität (oder Facetten davon) inklusive der sozialen Beziehungen zu artikulieren und davon ausgehend mit anderen zu kommunizieren."
Ungelesene E-Mails: Verschicken Sie eigentlich einen Corporate Newsletter? Dann sollten Sie dessen Erfolg evaluieren. Denn nur neun Prozent der Onliner lesen sämtliche eingehenden Newsletter, heißt es in einer kleinen Analyse der Münchener Kommunikationsagentur Dr. Haffa & Partner, die dafür etwa 70 Führungskräfte und Meinungsmacher befragt hat. Meistens landen die E-Mail-Newsletter ungelesen im digitalen Papierkorb.
Corporate Blogs: SinnerSchrader hat seine Blogs einem Relaunch unterzogen. Ab sofort sieht man beispielsweise auf dem Fischmarkt mehr Fische und Gräten. Ganz richtig heißt es zum Blog in der Selbstbeschreibung über die eigenen Unternehmensbotschafter: "Wie jeder Fischmarkt lebt auch dieser von seinen gut gelaunten und motivierten Verkäufern. Was wir unseren geneigten Marktbesuchern verkaufen wollen, sind Fakten und Meinungen, die sich aus unserer täglichen Arbeit am Thema E-Commerce ergeben." Darüber hinaus sucht Yvonne Neubauer neue Agenturmitarbeiter für SinnerSchrader in dem recht neuen Human Ressources-Blog radicalmonday, indem sie authentische Einblicke in den Arbeitsalltag wirft und das Unternehmen für Bewerber transparenter macht.
Einen Blick in die Zukunft des Online-TV wirft die Produktionsgesellschaft Brainpool, die zeigt wie Online-Fernsehen durchaus Spass machen kann. Ansonsten wird in der Morgenwelt Nr. 10 auch noch deutlich, wie die Kommunikation nicht nur in Videos, sondern auch in E-Mails schief gehen kann:
Teure E-Mail: Die Lehman-Brothers-Aktie verlor laut Spiegel am Montag teilweise mehr als 35 Prozent ihres Werts, nachdem die Development Bank of Singapore (DBS), immerhin die größte Bank Südostasiens,
ihre Händler in einer internen E-Mail angewiesen haben soll, nicht
mehr mit der US-Investmentbank zusammenzuarbeiten. Es gibt keine interne Kommunikation mehr. Das wird an diesem Fall wieder einmal deutlich. Alles kommt raus.
TV 2.0: Einen spannenden Weg in Richtung WebTV geht Brainpool mit dem neuen Videoangebot MySpass.de, die immerhin ein kleines Comedy Online-Programm online anbieten, darunter Stromberg, Ladykracher, Dr. Psycho und Pastewka. Davon sind zahlreiche Folgen online kostenlos erhältlich.
Web 3.0: Hugo E. Martin entdeckt das Focus-Jahrbuch-2008: Web 2.0 und Web 3.0 – reale und virtuelle Welt. Der Herausgeber Wolfgang J. Koschnick erläutert den Titel ein wenig: „Mit der Frage, ob denn die Gefahr bestünde, das Web 2.0 könne zur zweiten großen Blase des Internet werden, halten wir uns erst gar nicht auf. Die Sache ist längst entschieden und die Karawane zum Web 3.0 aufgebrochen.“ (Ausgewählte Beiträge auf Focus Medialine)
Corporate Blogs: Obwohl der Münchner Marketing-Chef Thomas Siegner meint, dass viele Unternehmen mit ihrem Corporate Blog "in Wirklichkeit die künstliche Beatmung einer Leiche" betreiben und er selbst keine großen Illusionen in dieser Hinsicht habe, startet seine IT-Beratungsfirma Cirquent jetzt ebenfalls ein Unternehmensblog. Viel Glück zum Start und etwas mehr Lebendigkeit, wünsche ich den ehemaligen Cirquent-Mitarbeitern.
Leserkommentare: Kein Angst vor dem Leserfeedback sollten Redaktionen haben. Stefan Niggemeier zieht in der FAS "Wie sag ich's meinem Randalier" insgesamt ein eher positives Fazit für die Feedback-Kultur auf den Webseiten der deutschen Zeitungen und Zeitschriften: "Ganz automatisch erhöht sich offenbar die Qualität der Leserbeiträge, wenn es sich auszahlt, gute Kommentare abzugeben."
Blog: Machen Sie beim Bloggen zu viele Tippfehler, es gibt tatsächlich eine Lösung. Schauen Sie sich dazu einfach einmal das Tintenblog an. Aber keine Angst ganz ohne Rechner müssen Sie dabei nicht auskommen. Die sogenannten Ink-Blogger schreiben zwar "handschriftlich", dieses jedoch meisten via Tablet PC. Immerhin gibt es davon weltweit schon mehr als zehn.
Verlage: In den Vereinigten Staaten gibt es eine wachsende Gruppe von Menschen, die zwar keine Zeitungen mehr lesen, dafür aber regelmäßig die "New York Times", das
"Wall Street Journal" und die "Los Angeles Times" online besuchen. Das ergab eine Studie des amerikanischen Marktforschungsunternehmens Comscore. Darüber hinaus bevorzugt diese Gruppe Aggregationsangebote wie Google News, Digg.com oder Topix.com. (via Netzökonom)
Letzte Kommentare