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    Klaus Eck, der Herausgeber des PR Bloggers, ist Kommunikationsberater und Reputation Manager.
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    Klaus Eck
    Neu: Tel.: 0171-68.8.68.24


    ke (at) imagecapital.de

Social Bookmarks

Friend Connect

15. Juli 09

Morgenwelt 43: Warten Sie nicht auf die Digital Natives!

Niemand weiß so recht, was passiert, wenn die Digital Natives ins Arbeitsleben eintreten. Es wird jedoch erwartet, dass die Youngster dann viel bewegen und das Arbeiten im Unternehmen revolutionieren werden. Ob dem wirklich so ist, wird die Zukunft zeigen. Schon heute ändert sich die Arbeitsorganisation rasant und profitiert an vielen Stellen von Social Media. In der Welt der Jüngsten spielt Social Media bzw. das Web insgesamt eine zentrale und selbstverständliche Rolle, auch wenn nicht so viele twittern. Längst haben sich TV- und andere Lese-Gewohnheiten bei den Digital Natives verändert. Hingegen ist Twitter anscheinend ein eher altes Medium, was hierzulande noch immer ganz am Anfang steht. Das zeigen mehrere Studien und Analysen, auf die in dieser Morgenwelt hingewiesen wird. 

Digital Natives: Auf den Aussagen eines 15-jährigen basierend hat Morgan Stanley eine kurze Analyse herausgebracht, die den Umgang von Jugendlichen mit Medien und Technologie thematisiert. Die Repräsentativität ist fraglich, einen guten subjektiven Einblick in das digitale Leben der Teenager bietet das Dokument aber schon und stößt im Netz auf sehr große Resonanz.

How Teenagers Consume Media



Statistiken: Twitterer sind eine spannende Zielgruppe - jedenfalls nach Aussagen der W3B-Studie von Fittkau und Maaß Consulting. So kommen viele der Microblogger aus der EDV, Medien und Internetbranche, was besonders für werbliche Bestrebungen auf Twitter interessant ist.

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Einfluss: Wie Kaufentscheidungen getroffen werden und wie Social Media in diesem Prozess mitwirkt, thematisiert der Razorfish Social Influence Marketing Report (PDF). So sind es mittlerweile 71 Prozent der Internetnutzer, die ihre Erfahrungen und Empfehlungen online stellen. Marken müssen somit in Zukunft immer mehr auf diesen Kanal achten, um nicht vom Markt gedrängt zu werden.

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Twitter-Fakten: 10 nützliche Statistiken zu Twitter wurden von einem kanadischen Monitoring-Anbieter namens Sysomos im Rahmen einer Studie veröffentlicht. Der Ogily-Blog hat sich den Fakten in einem Blogpost angenommen, auf deutsch ist das Ganze bei Handelskraft nachzulesen.

Identitätsmissbrauch: Wer online seinen Freunden traut, kann in eine böse Falle rennen. Wie Social Networking Accounts genutzt werden, um andere Leute abzuzocken, ist bei Franztoo zu lesen.

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25 Jahre: Die E-Mail, vor kurzem erst von Jeremiah Owyang zum größten Social Network heilig gesprochen, feiert ihren nunmehr 25. Geburtstag. Auch Spiegel Online nimmt sich dem Urgestein der Onlinekommunikation an und testet einige Promi-E-Mails.

Kampagnen: Dass Social Media Kampagnen nicht funktionieren, wenn sie wie klassische Kampagnen angelegt sind, konstatiert Wolfgang Lünenbürger auf przweinull.de. Letztlich funktioniert Social Media nur in der Kommunikation. Eine Kampagne ist letzllich doch sehr einseitig und verzichtet oftmals eher auf den Kundendialog.

Zahlen: Es gibt ca 125.000 deutsche Accounts bei Twitter - jedenfalls wenn man der Recherche der Webevangelisten glauben darf. Neben Nutzerzahlen gibt es auch einige Ausblicke auf die Nutzungsgewohnheiten der Twitterati - so sind Mittwoch und Donnerstag die Tage mit dem höchsten "Tweetaufkommen".

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Verdeckte PR: Alles kommt raus: Berlinpolis, zuletzt in den Medien durch die verdeckte Bahn-PR, scheint auch in anderen Bereichen umstrittene Lobbyarbeit zu betreiben. Wie der Blog Lobbycontrol.de berichtet, war die Firma auch für den Verband der deutschen Biospritindustrie aktiv: Leserbriefe und Umfragen sollen bei der Agentur in Auftrag gegeben worden sein. Ein weiteres Beispiel dafür, dass Undercover-PR-Arbeit früher oder später aufgedeckt wird.

Spacetweets: SF-Kultikone Perry Rhodan twittert. Das Ganze geschieht im Rahmen der Vorankündigung zum 2.500 Band des Sciene-Fiction-Romans, der am 17. Juli herausgebracht wird. Auch eine Spezialversion für das iPhone ist geplant. Als ehemaliger Leser und Fan des Groschenromans musste ich natürlich darauf verweisen...

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Musikschule: Myoon nennt sich ein interessantes Projekt, welches Musikschulen und Privatpersonen die Möglichkeit bietet, ihre Dienste feil zu bieten und Schüler zu finden beziehungsweise von Schülern gefunden zu werden. Ein weiteres Feld, auf dem versucht wird, mit Hilfe von Social Media Anbieter und Kunden einfacher zueinander finden zu lassen.

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Veranstalter-Liste: Ganze 30 Veranstalter im Social Media Bereich findet man im Referenten-Blog meiner Frau. Eine gute Basis, um eine Übersicht über kommende Events und Themen zu bekommen.

Interview: "Es reicht nicht mehr, nur sein heutiges ICH zu vermarkten." ist der Titel des zweiten Teils meines Interviews zum Thema Personal Branding bei Markus Albers. Damit meine ich, dass es zunehmend auch wichtiger ist, die eigene Reputation langfristig zu sichern.


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Twittersport: Ritter Sport hat zur Bewerbung ihrer „Olympia“-Schokolade einen Blog eingerichtet und veranstaltet auf dem eigenen Youtube-Channel einen Video-Wettbewerb zum Comeback der Marke "Olympia". Das beste Fanvideo wird sogar im TV ausgestrahlt. Sogar auf Twitter kann man dem Unternehmen folgen.


Der Wettbewerb « Ritter Sport Olympia.jpg

Vodalobo. Sascha Lobo äußert sich nach dem Abkühlen der Diskussion um die Vodafone-Pressekonferenz und dem Generation-Upload-Dilemma im eigenen Blog. Leider gibt es nicht viel Neues zu hören. Dafür zeigt der "PR-Punk" (Focus online) auf tolle Art und Weise, wie Personal Branding funktionieren kann.

>> Bildnachweis: Voodoo Doll Dotees von elasticcamel

Klaus Eck

08. Juli 09

Morgenwelt 42: Ade Gatekeeper! Pressekonferenzen für alle

Pressekonferenzen sind für Journalisten gedacht! Oder? Anscheinend hat sich die PR grundsätzlich gewandelt. Jedenfalls scheint das Vodafone in Teilen anders zu sehen. Sie öffnen sich via Facebook der digitalen Öffentlichkeit und laden zu ihrer Social Media Pressekonferenz auf geschickte Art und Weise ein. Außerdem geht es in dieser Morgenwelt um die Kanzlerfrage, die Horst Schlämmer neu stellt.

Pressekonferenz 2.0:  Vodafone veranstaltete am heutigen Mittwoch ab 11 Uhr eine Pressekonferenz, die nicht allein den klassischen Gatekeepern (Journalisten) vorbehalten ist. Vielmehr wird sich das Event live in den Browsern vieler Influencer abspielen: Man bietet erstmals einen Livestream in Kooperation mit Facebook an und nutzt dazu eine neue Livestreaming-Technologie, bei der alle Onliner durch die Einbindung von Facebook Connect zum Verlauf der Pressekonferenz Nachrichten abgeben sowie Fragen stellen können. Damit werden die Social Media Bestrebungen von Vodafone, welches erst vor kurzem mit der Implementierung eines Blogs und Twitter die ersten Schritte gewagt hat, intensiviert. Die Diskussionen finden gleichzeitig auch in den Facebook Profilen statt, sodass die Reichweite der PK enorm sein könnnte. Allerdings müssen die Unternehmen dann auch mit Kritik rechnen, wie man auf Facebook nachlesen kann. Auf der Pressekonferenz hat Vodafone unter andere die Social-Media-Kampagne "Es ist deine Zeit" vorgestellt.

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Personal Branding:  Markus Albers (twittert unter @albersmark) hat ein zweiteiliges Interview mit mir zum Thema "Jeder Mensch ist eine Marke" auf seinem Blog veröffentlicht. Es dient als Grundlage zur Recherche für sein nächstes Buch.

Identitätsdiebstahl: Die Zeit Online wehrt sich auf transparente Weise gegen einen Fake-Account im Microblogging-Netzwerk Twitter. Nach erfolglosen Kontaktversuchen mit dem unbekannten Betreiber des Fake-Accounts, der unter http://twitter.com/ZEIT_ONLINE Meinungsumfragen und News gepostet hat, fordert der Chefredakteur Zeit Online Wolfgang Blau in einem Blogpost, dass der Betreiber des Accounts sich "umgehend mit der Geschäftsführung" in Verbindung setzt, um rechtlichen Konsequenzen aus dem Weg zu gehen. Jede Marke sollte Twitter so ernst nehmen, wie das die Zeit tut und sich um ihre Online-Identität und ihren Markenschutz kümmern. Ansonsten übernehmen andere die Regie. Das kann mitunter die Marke beschädigen.

Online-Reputation: Nichts ist mehr privat. Selbst im kleinen Familienkreis müssen Sie mit allem rechnen. Das zeigt das Beispiel eines Neuseeländers: Anstatt die Garage aufzuräumen, hat ein Jugendlicher Nacktfotos seiner Mutter im Internet feilgeboten. Die Erziehungsberechtigte war darüber nicht erfreut und ließ das Angebot löschen. Nach genauerer Überlegung stimmte sie aber einem nochmaligen Verkauf der Bilder zu - doch der Betreiber von "Trade Me", bei dem die Fotos eingestellt werden sollten, nahm die delikaten Fotos nicht an.

Social Networks: Comscore hat sich in einer neuen Studie den Social Networks gewidmet. Die Forschung zeigt, dass besonders in Russland und Brazilien die Netzwerkbindung am höchsten ist: In Verweildauer und Page Visits gemessen, führen diese Länder das Ranking an. Deutschland ist erst auf dem achten Platz zu finden, hinter Ländern wie Spanien, Finland, Canada und Puerto Rico. Der Netzökonom hat weitere Details.

Top 20 Highest Engagement Social Networking Country Audiences

Ranked by Average Hours per Visitor*

May 2009

Total Worldwide, Age 15+ - Home & Work Locations

Source: comScore World Metrix

Country Average Hours per Visitor Average Pages per Visitor
World-Wide 3.7 525
Russia 6.6 1,307
Brazil 6.3 1,220
Canada 5.6 649
Puerto Rico 5.3 587
Spain 5.3 968
Finland 4.7 919
United Kingdom 4.6 487
Germany 4.5 793
United States 4.2 477
Colombia 4.1 473
Mexico 4.0 488
Chile 4.0 418
Ireland 3.8 462
Turkey 3.7 427
Venezuela 3.7 454
France 3.6 526
Australia 3.4 374
New Zealand 3.4 386
Switzerland 3.2 430
Italy 3.2 399

Ade Unternehmenswebsite: "Google ist deine Homepage" postuliert Bastian Serbeck bei "digital-conversation". Er meint damit, dass die meisten Internetaktivitäten bisher mit einer Suche beginnen – sagt jedoch voraus, dass sich dies bald ändern könnte. Social Media Plattformen werden als relevante Contentlieferanten immer stärker, so dass Unternehmen sich darauf einstellen müssen, mit Aspekten des Social Webs versehen zu werden. Meiner Ansicht nach wird das SEO dadurch unwichtiger. Stattdessen geht es darum, alle Online-Aktivitäten in der Aufmerksamkeit zu unterstützen. Und diese finden an vielen Orten statt und bedürfen daher Social Media Optimazation (SMO).

Politsatire: Gabriele Pauli erhält Konkurrenz: Horst Schlämmer aka Hape Kerkeling hat die HSP (zumindest virtuell) gegründet: die Horst Schlämmer Partei - eine Art Kanzlerwahlverein für die Bundestagswahl. Die ganze Aktion steht im Zeichen seines neuen Films "Isch kandidiere!". Zumindest zeigt das folgende Bild-Voting, dass Horst Schlämmer gewisse Chancen hätte:


Hape Kerkeling_ Kult-Figur Horst Schlämmer als Kanzler-Kandidat - Unterhaltung - Star News - Unterhaltung - Leute - Bild.de.jpg



Kampagnenkritik: Philips´ neue Social Media Kampagne mag kreativ sein, stößt aber bei genauerem Hinsehen nur auf geringe Resonanz. Im Viralblog wird der Buzz, den die Aktion erzeugt hat genauer untersucht – Philips setzte auf usergenerierte Medien, die wiederum eine hohe Einstiegsbarriere mit sich brachten. User waren aufgefordert, Philips-Produkte ihren Alternativen gegenüber zu stellen. Die Frage ist, ob die Aufgabe zu schwer war oder ob Internetnutzer langsam müde werden angesichts laufender ähnlich gearteter Kampagnen.


>> PR Blogger: Morgenwelt 41: Otto und Vodafone mit noch mehr Social Media
>> PR Blogger: Morgenwelt 40: Erweiterte Realitäten werden sichtbar
>> PR Blogger: Morgenwelt 39: Welche Online-Reputation hat ihr Arzt?
>> PR Blogger: Morgenwelt 38: Denken sie an den Twitter-Faktor
>> PR Blogger: Morgenwelt 37: Mit dem Terminator twittern
>> PR Blogger: Morgenwelt 36: Twitter-Kommunikation wirkt

Klaus Eck

02. Juli 09

Morgenwelt 41: Otto und Vodafone mit noch mehr Social Media

Corporate Blogs bleiben wichtig und sind ein spannender Kommunikationskanal für die direkte Kundenkommunikation. Obwohl erste Blogger wie Steve Rubel sich inzwischen vom klassischen Blogkonzept zu verabschieden scheinen und lieber auf das Livestreaming setzen, entdecken immer Unternehmen zunächst einmal die Chancen, die im Corporate Blogging liegen. Jede Organisation kann sich selbst dadurch nahbarer machen und sich der direkten Kommunikation mit den Kunden stellen. Meiner Ansicht nach liegt im Lifestreaming zwar ein gigantisches Potential, aber es kann (bislang - zumindest für mich) nicht das Bloggen wirklich substituieren. Das Blog ist eine wunderbare Ergänzung für den Livestream und funktioniert im Zusammenspiel mit Twitter und Facebook noch besser. Auf die gehe ich in dieser Morgenwelt ebenfalls wieder ein.

Corporate Blog: Vodafone hat am 1. Juli sein Corporate Blog gestartet und damit einen weiteren Social Media Channel seiner Social Media Stratetgie hinzugefügt. Carmen Hillebrand betreut das Blog. Sie schreibt im ersten Eintrag: "Das sind die Mitarbeiter von Vodafone Deutschland und Gastautoren. Nach dem ersten Schritt in das Social Web wie z.B. Twitter und weiteren Schritten z.B. auf MySpace oder Facebook öffnen wir uns weiter und werden transparenter." Dank ihrer persönlichen Vernetzung in der Blogosphäre und ihrer Twitteraktivitäten gab es gleich beim ersten Blogartikel bislang 25 Kommentare.

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Twitter wächst weiter rasant. Das zeigen die Zahlen, die Matthew Daines von Twellow herausgefunden hat. Er hat die Twitter-Registrierungen und Tweets ausgewertet. Demnach haben wir inzwischen weltweit zumindest 52,6 Millionen Twitter-Accounts. Davon twittern natürlich nicht alle, aber die Zahl der Tweets steigt ebenfalls weiterhin an, wie die zweite Grafik deutlich macht.

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Studie: Der (N)ONLINER Atlas ist soeben in der 2009er Version erschienen. Die Studie gibt Zahlen und Fakten zum digital divide in Deutschland - so sind nach dortigen Angaben fast 70 Prozent der Deutschen in den vergangenen 12 Monaten mindestens einmal im Monat online gewesen. Der digitale Atlas ist eine Studie der Initiative D21, die bereits zum neunten Mal von TNS Infratest durchgeführt wurde.  

Friendfeed-Update: Der Social Media-Service Friendfeed erweitert sein Funktionsspektrum: So ist es seit kurzem möglich Dateien an die jeweiligen Beiträge zu hängen. Eine wichtige Funktionalität, konnte man doch vorher Präsentationen oder andere hilfreiche Daten nur über Umwege teilen. Außerdem bietet das Interface verschiedene Layouts an, aus denen man hier seine Favoriten wählen kann.


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Facebook-Update: Auch Facebook hat eine neue Funktionen zu bieten: Die "Live Stream Box" ermöglicht es, Videoinhalte live innerhalb des Netzwerkes sowie auf externen Websites anzusehen, zu kommentieren und auf der eigenen Pinnwand zu teilen. Das Ganze geschieht mit Hilfe von Facebook Connect. Das könnte noch ein großer Schritt in Richtung kollaboratives Live-Erlebnis über das Internet werden, wer weiß...


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The King of Pop: Michael Jacksons Tod versetzte das Social Web in eine gemeinschaftliche Trauer. Die Dichte der Meldungen und Trauerbekundungen, die sich kurz nach dem Tod des Popstars auf die Social Networks einprasselten, liessen die Server auf Hochtouren arbeiten. Auf Spiegel Online findet sich ein guter Artikel zum Phänomen des Todes in Zeiten des Social Webs.


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Vertuschung: Eine kleine Änderung im Lebenslauf  der NRW-Vorsitzenden des SPD-Landtagsfraktion hat die Blogger und die Opposition auf den Plan gerufen: Durch das Wegstreichen des Namens der Firma "Zenit GmbH", die in eine wichtige Rolle in einem Skandal um Landes-Fördermittel spielte und deren Mitarbeiterin Hannelore Kraft war, hat der Blog "Ruhrbarone" angefangen, kritische Fragen zu stellen. Kraft selber spricht von keiner Vertuschung, sondern lediglich von einer Verkürzung des Textes, die Informationen sind noch an anderen Stellen im Internet nachzulesen.

Newsroom: Otto hat einen sehenswürdigen Social Media Newsroom gestartet, der Pressetexte geschickt und ansehnlich mit verschiedensten Medien und Plattformen verbindet, ohne Journalisten und andere Influencer zu überfordern. Ein weiterer großer Player (der PR-Blogger hat vor kurzem 21 Social Media Newsräume vorgestellt), der diesen Trend aufgreift. 

Otto - Home

YouTube - Kanal von OTTONewsroom

Flickr_ Fotostream von OTTONewsroom

Twitter-Statistik: Der durchschnittliche Twitter-Nutzer hat 126 Follower. Diese und weitere Einblicke wurden von Evan Weaver, einem Twitter-Mitarbeiter, bei der QCon-Konferenz im Rahmen eines Vortrags über die Architektur des Twitter-Systems geboten. The Guardian hat noch ein paar mehr Fakten zusammengefasst.

Twitter-Update. Die Twitter-Website ist wiederum ein paar Funktionen reicher geworden: Der Überblick über Follower und Followings ist erleichtert worden, es ist jetzt sogar möglich DirectMessages direkt in der Following-Ansicht zu adressieren, wie auch User direkt dort zu blocken. Das Followen wurde in dieser Ansicht auch stark erleichtert, es reicht ein Klick, um die Tweets eines Users zu abonnieren.

Flickr

Flickr-Update. Das Fotoportal Flickr hat die "Blog this"-Funktion so erweitert, dass nun auch beim Microbloggingdienst Twitter Fotos automatisch verlinkt werden können. Damit begibt sich Flickr auf die Jagd nach Twitpic und Co., die bisher diesen Sektor dominierten.

SEO: 150+ SEO Tipps von Chris Lake

>> PR Blogger: Morgenwelt 40: Erweiterte Realitäten werden sichtbar
>> PR Blogger: Morgenwelt 39: Welche Online-Reputation hat ihr Arzt?
>> PR Blogger: Morgenwelt 38: Denken sie an den Twitter-Faktor
>> PR Blogger: Morgenwelt 37: Mit dem Terminator twittern
>> PR Blogger: Morgenwelt 36: Twitter-Kommunikation wirkt

>> Bildnachweis: "Michael Jackson Memorial" von lobraumeister auf flickr

Klaus Eck

24. Juni 09

Morgenwelt 40: Erweiterte Realitäten werden sichtbar

Lehrer müssen sich der Bewertung online stellen. Das ist das Ergebnis eines BGH-Urteils. Doch nicht nur Lehrer müssen mit der neuen Transparenz leben, wir alle sind längst mit unserem Personal Brand online vertreten und müssen uns dem stellen. Manchmal dringt die virtuelle Realität auch auf ganze andere Art und Weise in unseren Alltag ein… Haben Sie schon einmal etwas über die Augmented Reality (AR) gehört? Das sind nur einige der vielen Morgenwelt-Meldungen, in der ich im PR Blogger immer wieder auf spannende Kommunikationsthemen verweisen möchte. Falls Sie dazu Anregungen haben, können Sie mir gerne Themenhinweise via Twitter geben.

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Bewertungsportale: Das Bundesgerichtshof hat in seinem Urteil zur Lehrer-Bewertungsplattform Spickmich.de klargestellt, dass die Bewertung von Lehrern nicht gegen Persönlichkeitsrechte verstößt. Grundsätzlich sind laut der Rechtsprechung Bewertungsportale im Internet auch ohne Einwilligung der Betroffenen möglich, müssen aber jeweils im Einzelfall geprüft werden. Mit diesem Urteil hatte ich aufgrund der bisherigen Diskussionen und Urteile durchaus gerechnet. Es war für die meisten wenig überraschend. Am Samstag habe ich auf Antenne Bayern in Samstalk unter anderem mit Günther Dorn, Leiter des Landesamtes für Datenschutz, Ansbach, über Spickmich und die Ärzteportale diskutiert. Die Diskussion wird in Kürze auch als Podcast zur Verfügung stehen. 

Referenten stehen in der Öffentlichkeit  und können viel für ihr Personal Branding tun, wenn sie auch online aktiv sind. Darauf verweist das Referentenblog.

Facebook-Kampagne: Bacardi sucht im Facebook die perfekte Party und Vee Frankly gibt für bei den Webguerillas wertvolle Einblicke in den Aufbau der Kampagne. Daran kann man sich sehr gut orientieren, wenn man selbst Facebook Pages aufbauen will.

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Bildersuche I:  Die neue visuelle Suchmaschine Spezify kommt mit einem etwas anderem Konzept zur Suche daher - anstatt die Ergebnisse profan in einer Liste darzustellen, werden Bilder und Inhalte wie auf einer riesigen Pinnwand angezeigt, die je nach Suchbegriff eine ziemliche Größe annehmen kann. Die visuelle Komponente wird mit den Textergebnissen verbunden und es ergibt sich eine interessante Visualisierung des Suchbegriffs. Unten sehen Sie das Ergebnis der Suche nach "facebook".

Spezify facebook


Bildersuche II: Noch ein Vertreter der Gattung der Bildersuchmaschinen - Twicsy durchsucht Bilder die von Twitter-Usern hochgeladen wurden und zeigt sie in einem Raster an. Unten sehen Sie was Twicsy der Suche nach "Isar" anzeigt (via Alles2null).

Twicsy isar

Identitätsdiebstahl: Zahlreiche Facebook-Nutzer haben sich bei der Vergabe der Vanity-URLs Usernamen gesichert, die zu Brands oder Personen gehörten, mit denen sie im Grunde nichts zu tun haben. Man nennt dieses Verhalten "Squatting", also das unrechtmäßige Sammeln von Usernamen. Wer seine Vanity-URL nicht rechtzeitig sichern konnte, kann bei All Facebook nachlesen, wie man den zu Unrecht gestohlenen Namen eventuell doch noch bekommt.

Facebook-Leck: Durch einen Trick bei der Suche im Social Network Facebook kann man einige Profil-Informationen von Usern, die diese Daten eigentlich nur Freunden zur Verfügung stellen, einsehen. Datenschutz und Social Networking scheint ein Thema zu bleiben. Im Zweifel sollte man bei einer Mitgliedschaft in einer Community immer davon ausgehen, dass irgendwann alles rauskommen könnte.

Privatsphäre: Die Stadtverwaltung des US-amerikanischen Bozeman fordert viel von ihren Bewerbern: So sollen alle ihre Social-Media-Accounts offenlegen und sogar die dazugehörigen Passwörter im Bewerbungsverfahren nennen. Ob sich diese Forderung halten lässt, scheint aber zumindest laut ABC News fraglich.

NPOs: Wie Nonprofit-Organisationen das Internet einsetzen das kann man in der Studie von dem Beratungsunternehmen nfpSynergy nachlesen: Nonprofits-vernetzt.de fasst die Studie zusammen, das vollständige PDF gibt es hier.

PR 2.0: Die Maxime des Cluetrain Manifests werden im Talkabout-Blog aufgegriffen und für eine Neuordnung der PR hergenommen: Das "PR-train Manifest" soll eine für PR-Agenturen erweiterte Version des mittlerweile 10 Jahre alten Standardwerks der Beziehungen zwischen Markt und Menschen werden. Nach dem Motto: Märkte sind Gespräche, wie reagiert darauf die PR.

Twitter-Statistiken: Das bekannte Tool Twitterfeed, mit dem sich RSS-Feeds in Twitter-Meldungen umwandeln lassen, hat ein Update erhalten. Es unterstützt nun auch Statistiken und kann so anzeigen, wie oft auf die jeweiligen Links geklickt wurde. Ein gutes Tracking-Tool für Twitterer, die wissen wollen, wie viele User auf die einzelnen Links gehen. Das ist besonders hilfreich dann, wenn man nicht den Zugriff auf die Logfiles des verlinkten Blogs hat.

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Video-Rückblick auf die niche09 von iFranz, schönes Beispiel für eine Konferenznachbereitung auf Video.


niche09 - 11 Kamerakinder - Blair Witch Project Munich from ifranz on Vimeo.

Minority Repor
t: Die Augmented Reality - eine durch das Virtuelle erweiterte Realität - rückt näher. Zugara stellt in einem Video eine spannende Shopping-Application vor. Jeder Nutzer benötigt nur noch eine Webcam und das App, um online Mode anzuprobieren. Auf Facebook kann man seine Anproben sogar mit Freunden abstimmen.

   



18. Juni 09

Morgenwelt 39: Welche Online-Reputation hat Ihr Arzt?

Wie sehr dürfen Sie Ihrem Arzt wirklich vertrauen? Vielleicht haben Sie ja schon einmal die Website Ihres Arztes oder Zahnarztes angesehen. Noch spannender sind aber die Meinungen anderer Patienten. Trauen Sie es sich zu, die Kompetenz Ihres Arztes zu beurteilen? Zumindest haben wir alle so unsere Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem gemacht. Deshalb bin ich gespannt, wie sich das in der Beurteilung von Ärzten in dem AOK-Ärzete-Navigator niederschlägt. Am Samstagnachmittag werde ich ab 14 Uhr über diese Thema auf Antenne Bayern mit den Radiohörern diskutieren. In der nächsten Woche dürfte unsere Diskussion auch in der Mediathek verfügbar sein.

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Bewertungsportale: Internet-TÜV für Ärzte wird diskutiert: Wie informieren Sie sich über den Arzt Ihrer Wahl? Medizinische Vorkenntnisse haben die meisten Patienten nicht, wenn Sie einen Arzt auswählen. In der Regel vertrauen Sie den Empfehlungen ihrer Familie oder dem eigenen Freundeskreis. Manchmal genügt auch bereits die lokale Nähe. Deshalb begrüße ich die Entwicklung in Richtung mehr Transparenz, selbst wenn vieles beim neuen Bewertungsportal der AOK subjektiv sein sollte. Nach dem Vorstoß der AOK in Richtung einer Bewertungsplattform für die circa 185.000 niedergelassenen Mediziner, diskutieren jetzt auch andere Gesundheitsdienstleister über den Einsatz einer solchen Maßnahme: Das vom AOK für das kommende Jahr angekündigte Bewertungsportal "AOK-Arzt-Navigator" soll es Patienten möglich machen, zu bestimmten Kriterien der Behandlung ihre Meinung zu äußern. In der Diskussion wird der Ruf nach einem professionellen Kritierienkatalog laut, aber auch generell ablehnende Haltungen sind unter den Medizinern und vor allem ihren Verbandsvertretern festzustellen.


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Iran-Konflikt: Anhänger und Unterstützer des Kandidaten Mussawi nutzen Twitter in Iran zur Organisation von Protesten und zum Austausch mit der Öffentlichkeit. Via Twitter macht die Protestbewegung auf Bilder und Texte aufmerksam. Unter dem Hashtag "IranElection" finden sich stündlich mehrere tausende Unterstützungsbekundungen sowie Gerüchte rund um den Wahlausgang. Mehr zum Thema Echtzeitmedium Twitter und dem Konflikt im Iran findet sich auch bei carta.info.


Logo_tweetrankingTwitterer empfehlen Twitterer: Es gibt viele lesenwerte Twitterer, doch wem sollten Sie folgen? Der FAZ-Netzökonom Holger Schmidt macht es allen Neu-Twitterern leichter, sich in derTwittersphäre zurecht  zu finden. Auf seinem Portal Tweetranking kann man seit dem 10. Juni andere Twitter empfehlen und taggen. Das System dahinter ist denkbar einfach: Nutzer können Kategorien (Tags) erschaffen und andere Twitterer jeweils nominieren. Auf diese Weise können einzelne Twitterer etwas für Ihre Online-Reputation tun. Die Tags sind durchaus aussagekräftig und zeigen jedem Twitterer, mit welchen Themen er sich beschäftigt bzw. wie er von seinen Lesern wahrgenommen wird. Entscheidend sind auf dem Twitter-Spezialservice gar nicht so sehr, die absoluten Zahlen, weil diese sich leicht manipulieren lassen. Schauen Sie sich lieber an, wer von Ihren Kontakten wen  empfiehlt. Das ist viel aussagekräftiger und sicherlich weniger unter Spam- oder SEO-Verdacht. Wer besonders häufig auf Tweetranking gelistet wird, profitiert davon. So konnte ich dankenswerterweise in den ersten Tagen des neuen Twitter-Portals rund 30 Prozent mehr Follower verbuchen als zuvor. Diese Steigerung habe ich Ihren Empfehlungen zu verdanken. Ich freue mich natürlich darüber, wenn Sie mich ebenfalls auf Tweetranking taggen und empfehlen.
  
Studie: Web als wichtigstes Medium: Das Internet ist das "wichtigste Medium im deutschsprachigen Raum", heißt es in der aktuellen Studie der Buchhandelsverbände, die nicht unbedingt als Internet-Euphoriker verschrien und daher eher unverdächtig sind. Die Befragung unter 1730 Personen zeigte ziemlich deutlich, dass Fernsehen und Bücher in ihrer Bedeutung als Medien gegenüber dem Web zurückfallen. Auf Spiegel Online gibt es eine Zusammenfassung der Studie.

Online-PR: Für Travel Charme Hotels & Resorts hat Construktiv einen Social Media Newsroom eingerichtet. Neben Hotel-Bewertungen von Holidaycheck.de, Flickr-Bildern und weitergehenden Presseinformationen finden sich auch die Tweets des Corporate Twitter Account des Urlaubsdienstleisters im Newsroom. Mit dem Vorstoß folgt man im Tourismus Vorreitern wie GM Europe, Volvic oder Fluidforms und stellt den bisher einzigen Social Media Newsroom für die Touristikbranche vor. Der Fachverlag für Marketing und Trendinformationen erläutert das Konzept hinter einem Social Media Newsroom.

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Impressumspflicht auch bei Twitter? Die Frage ob es sich bei Twitter um ein impressumspflichtiges Medium handelt, hat sich Henning Krieg auf seinem Blog "kriegs-recht.de" gestellt. Wer auf der sicheren rechtlichen Seite sein möchte, sollte seine Kontaktdaten auch bei Twitter angeben. Dafür eignen sich sowohl die Bio wie auch der Twitter-Background.

Authentizität beim Bloggen: In einem Gastpost bei searchenginepeople.com hat sich Lisa Barone in einem lesenswerten Artikel dem Thema "How to Blog with authenticity without getting fired" gestellt. 

Winzige Chats mit großen Möglichkeiten: Tinychat nennt sich ein einfach einzurichtender Chat, der sogar Video-Konversationen ermöglichen kann und vor allem durch seine Einfachheit besticht. Aber auch auf "soziale" Features wird wert gelegt: Das Einladen in den Chat geht per Klick auf eine URL, aber auch bei Twitter und Facebook kann der eigene Chatroom schnell beworben werden. Es gibt sogar eine Pro-Variante, in der man als zahlender Nutzer fünf Räume verwalten sowie mit Passwörtern ausstatten kann sowie die Möglichkeit der Einbindung von High-Quality-Video erhält.

Jede Firma ist ein Medienunternehmen: Prof. Dr. Thomas Pleil berichtet in seinem Text-Depot von seinem Besuch beim New Media Academic Summit. Bei der von Edelman organisierten Veranstaltung trafen 150 Akademiker einige Dutzend Praktiker und tauschten sich zu Themen rund um Social Media aus. 

Powerpoint nutzlos: Versetzen Powerpoint-Präsentationen das Hirn in eine Art Winterschlaf? Spiegel Online hat sich dem Phänomen angenommen und einen informativ-amüsanten Artikel publiziert, den ich als Prezi-Nutzer nur unterstützen kann. Prezi stellt eine spannende Alternative dar.

E-Mail-Stress: Jeder dritte Angestellte in Deutschland wird durch E-Mails gestresst: In einer Studie der Techniker Krankenkasse "rangiert die ständige Erreichbarkeit per E-Mail und Handy gleich an zweiter Stelle der Stressfaktoren". Die Studie als PDF kann hier eingesehen werden. Darüber habe ich vor einigen Wochen im PR Blogger berichtet. Ob Twitter zu Stress führt, darüber gibt es (noch) keine mir bekannte Studie...

TweetTunes: Wer wissen möchte, welche Musiker auf Twitter gerade besonders intensiv diskutiert werden, sollte sich das aus Österreich stammende Mashup "TweetTunes" einmal bei netzwertig genauer ansehen.

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Corporate Blogging: Da mein Buch "Corporate Blogs" bei Amazon nicht mehr lieferbar gewesen ist, habe ich einige meine Restbestände dort im Marketplace angeboten. Falls Sie selbst gute Exemplare haben und diese inzwischen auf Amazon verkaufen wollen, freue ich mich darüber, dass Sie "Corporate Blogs" wieder  lieferbar machen. Schon bald werden meine Bestände aufgelöst sein, deshalb möchte ich Sie auch auf die elektronische Alternative aufmerksam machen: Corporate Blogs als eBook bei Ciando

Prezi-232


Klaus Eck

08. Juni 09

Morgenwelt 38: Denken Sie an den Twitter-Faktor

Wie wird Twitter unser aller Leben und unsere Wirtschaft ändern? Gibt es gar eine TwitÖkonomie? Das sind Fragen, mit der sich immer mehr Menschen tatsächlich auseinandersetzen. Der renommierten Time ist es sogar einen Titel wert. Manager sollten Twitter für ihre kommunikativen Zwecke nutzen, damit sie nicht Gegenstand, sondern auch aktiver Part in einer Online-Kommunikation sind. Das meint auch Ossi Urchs in seinem Blog. Denn das würde "inzwischen wesentlich zum Erfolg oder Misserfolg jeder Unternehmung am global vernetzten Markt" beitragen. Den Twitter-Faktor dürfe man nicht vergessen.

Twitter-Time: Während sich die Diskussionen um den Twitter-Hype verstärken, findet das Microblogging sogar den Weg auf die ersten Zeitschriften-Cover. So widmet sich die Time ausführlich dem Thema Twitter und wie sich dadurch die Wirtschaft verändern könnte.

Time-twitter

Twitter ist ein Hype, das meinen zumindest 51 Prozent der Befragen einer Kooperationsstudie von deutsche-startups.de und Innofact, die die Twitter-Nutzung von "Web-Professionals" untersucht hat. Die kleine Umfrage lässt auch Aussagen zu Nutzungshäufigkeiten des Micro-Blogging-Dienstes sowie zum Bekanntheitsgrad anderer Social Networks zu, ist aber nur ein Stimmungsbild. Natürlich schauen jetzt viele auf das Neue und Unbekannte. Entscheidend ist doch vielmehr, was morgen von Twitter und seinen Klonen bleibt. Und das dürfte einiges sein, wie die Time (siehe oben) deutlich macht.

Aktive-und-passive-nutzung-twitter

Einschatzung-twitter

Facebook enffernt ungewöhnliche Nutzernamen: Das Social Network Facebook hat in einer Säuberungsaktion gegen Fake- und Spam-Accounts auch mehrere reale Accounts gesperrt. Namen wie zum Beispiel "Strawberry" oder "Istanbul" reichten schon aus, um als möglicher Fake-Account den Zugriff auf das Freundesnetzwerk zu verlieren. Mittlerweile gibt es eine Gruppe mit dem Namen "Facebook: Don´t discriminate against Native surnames!!!", die mehr als 4.300 Mitglieder hat. 

Politk & Glaubwürdigkeit: Die US-Regierung hat versehentlich einen vertraulichen Report über das eigene Atomprogramm im Internet verfügbar gemacht. Obwohl als "Streng vertraulich" gekennzeichnet, konnte das Dokument auf der Webseite der Staatsdruckerei herunter geladen werden. Irgendwann kommt eben alles Digitale in die Öffentlichkeit, nichts lässt sich mehr wirklich verbergen.

Politik: "OpenReichstag" nennt sich ein vom ZDF auf der Videoplattform Youtube gestarteter Kanal, der Kandidaten und Thematiken zur Bundestagswahl 2009 vorstellen und hinterfragen soll. Die Antworten der User sollen sogar im Programm des ZDF thematisiert werden. Nutzer werden aufgerufen, Videos mit eigenen Forderungen und Ansichten zu drehen und diese hochzuladen. 

Fake-Accounts sollen auf Twitter keine Zukunft mehr haben, zumindest wenn es sich um Prominente und Organisationen handelt. Das kündigte der Microblogging-Service in seinem Blog an. Demnach sollten Nutzer ihren Twitter-Account verifzieren können, damit ihr Name oder ihre Marke nicht mehr mißbraucht werden können. Damit reagiert Twitter auf den Fall Tony La Russa, der  das Unternehmen wegen Markenrechtsverletzung und falscher Namensverwendung verklagt hat.

Twitter-Profil I: Von Firmen-Logos auf Twitter hält Ossi Urchs nichts. Er glaubt, dass es auf menschliche Kommunikation mit menschlichen Antlitz ankommt und hat Recht damit. Allerdings bezweifele ich, dass man etwas von den Digitalen Natives auf Twitter etwas lernen kann, dazu sind ist der Microblogging-Service einfach zu "alt". Die Jüngeren scheinen kaum Wert auf den Twitter-Kanal zu legen.

Twitter-Profile (II) sind seit kurzem schlechter gerankt auf Google, dadurch werden sie nicht mehr ganz so leicht wie bisher bei einer Suche gefunden. 

Corporate Blogs: Eine gute Liste von 10 Mitarbeiterblogs, die hierzulande vieles in Sachen Social Media richtig machen, findet sich in der Karrierebibel.

Reputation: Roland Keller fragt sich, ob wir im Netz bald nur noch klinisch reine Gutmenschen finden werden, wenn alle auf das Online Reputation Management setzen und dadurch sich quasi eine digitale reine Weste herstellen. "Der gute Mensch vom Internet" muss mehr bieten als ein oberflächliches digitales Makeup. Niemand braucht "Gut-Klone", die keine Ecken und Kanten und damit auch keine Persönlichkeit aufweisen. Charakter ist nach wie vor gefragt, aber dieser wird und sollte eben auch online erlebbar sein.

(Un)Followen leicht gemacht: Das Twitter-Tool Refollow soll den Umgang mit Followern vereinfachen, indem es ein Funktionsset rund um das Folgen und Ent-Followen anderer Nutzer anbietet. So ist es zum Beispiel möglich, eine ganze Gruppe an Followern aufgrund verschiedener Kriterien wie Anzahl der Follower und gegenseitigem Verhältnis zu ordnen und nach Bedarf auch gleich zu unfollowen. Eine Zeitersparnis, für alle, die den Überblick bei ihren Twitter-Kontakten verloren haben.


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Video und Audio auf dem Vormarsch: Die diesjährige ARD/ZDF Onlinestudie hat auch 2009 wieder einige interessante Ergebnisse zu bieten: So rufen 62 Prozent aller Onliner Videos ab, dies sind nochmals 7 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein ähnlicher Zuwachs (von 43% auf 51%) ist bei den Audio-Inhalten zu verzeichnen. 

Bibel in 160 Zeichen: Die komplette Bibel ist nun auf Twitter zu lesen. Das ambitionierte Projekt des Online-Portals evangelisch.de, welches darin bestand, den gesamten Inhalt der Bibel in 160-Zeichen-Nachrichten auf Twitter zu reproduzieren, ist am Pfingstsamstag erfolgreich beendet worden. Wie die Netzzeitung berichtet, ist die Micro-Rezitation im Kurznachrichtennetzwerk mit der Teilnahme zahlreicher Promis sowie von über 3000 Twitter-Nutzern ein großer Erfolg gewesen.

Vanity-URLs: Facebook wird nach Aussagen von Techcrunch bald mit der flächendeckenden Einführung von Vanity URLs beginnen – dies sind Adressen wie etwa facebook.com/klauseck anstatt der derzeit verwendeten Zahlenkombinationen. Die Nachfrage für die Vanity-URLs wird ähnlich wie bei Twitter riesig sein - es gilt schnell zu sein, um seinen Namen zu sichern. 

10 Prozent-Regel auch bei Twitter: 90 Prozent der Tweets werden von 10 Prozent der Twitter-Nutzer geschrieben (siehe Grafik unten). Dies ist zumindest eine These im Arbeitspapier der Harvard Business School. Weitere interessante Erkenntnisse sind zum Beispiel dass Männer durchschnittlich 15 Prozent mehr Follower haben als ihre weiblichen Twitterati. Außerdem scheinen Männer das Zurück-Followen ernster zu nehmen: "We found that an average man is almost twice more likely to follow another man than a woman." Bei einer Analyse von mehr als 300.000 Twitter-Accounts sind die Ergebnisse sogar einigermaßen repräsentativ. 

Twitter research 1.jpg

Reputation: Rund um das Thema Online-Reputation gibt es jetzt ein weiteres Blog: Dein Guter Ruf.

Digitale Altlasten, so nennt die Berliner Morgenpost unerwünschte Online-Artikel. Die Arbeitsrechtlerin Valentine Reckow rät allen, die von jemanden im Netz unfreiwillig mit Namen genannt werden: "Fordern Sie den Verantwortlichen aus dem Impressum der Seite zunächst freundlich auf, den Eintrag zu löschen. Im Zweifel hilft dann eine förmliche Abmahnung. Fordern sie eine Unterlassungserklärung und die Benennung der Urheber des Eintrags. Setzen Sie dazu eine Frist." Auf diese Weise sollen sich die meisten Online-Einträge entfernen lassen. In einigen Fällen meint die Anwältin sogar: "Bei eindeutigen Schmähkritiken im Netz helfen Strafanträge, bei denen dann auch anonyme Täter ermittelt werden."  Aus juristischer Sicht alles sicherlich einwandfrei, doch aus Kommunikationssicht könnte man dadurch erst recht ein digitales Fass öffnen und seine Online-Reputation massiv schädigen. Längst nicht jeder wird auf eine Abmahnung oder auch nur Anfrage positiv reagieren. Wenn Sie versuchen, einen Beitrag online wieder löschen zu lassen und hierbei sogar vor allem auf Anwälte setzen, kann der sogenannte Streissand-Effekt eintreten, der dazu führt, dass Ihr Name erst recht in der Öffentlichkeit steht und ihr digitaler Ruf beschädigt wird. 

>> PR Blogger: Morgenwelt 37: Mit dem Terminator twittern
>> PR Blogger: Morgenwelt 36: Twitter-Kommunikation wirkt
>> PR Blogger: Morgenwelt 35: Greenaction bloggt und Bibelrekordversuche auf Twitter 
>> PR Blogger: Morgenwelt 34: Serverloft übernimmt Basic Thinking und das Ende der Bloggerwelt 
>> PR Blogger: Morgenwelt 33: Kultur 2.0

Klaus Eck

28. Mai 09

Morgenwelt 37: Mit dem Terminator twittern

Es wird nach langer Zeit hierzulande mal wieder in den Medien über die Netzkultur und Online-Recht diskutiert, Anlass dazu bietet die Online-Petition gegen die Internetsperren, die bald mehr als 100.000 unterschrieben haben. Wie soll man mit dem Kulturwandel im Web umgehen, etwa, indem man das Twittern im Bundestag verbietet? Oder stellt man Social Media Redakteure sogar zum Twittern und Facebooken ein? So mancher Intellektuelle sieht sich sogar von den Digitalisten verfolgt und bekämpft die vermeintliche "Erlösungslehre". Währenddessen verändert sich die Arbeitswelt und Online-Profile werden bei einer Bewerbung wichtiger. Dabei profitieren Marken (wie der Film "Terminator") davon, dass die Netizen sie bei Facebook, Myspace oder eben auf Twitter einbinden. Momentan gibt es einen großen Widerstand gegen das Neue in der Welt, das macht Angst und führt zu seltsamen Auseinandersetzungen um das Wahre, Schöne und Gute im Netz. 

Medien: New York Times stellt  eigens einen "Social Media Editor" ein: Jennifer Preston führt die New York Times jetzt in die Social Media Sphäre. Das Beispiel zeigt, dass auch das Social Media Management in den Online-Redaktionen wichtiger wird. Hierzulande engagieren sich sich zwar zahlreiche Online-Redakteure in der Blogger- und Twitterwelt, aber für das Social Media Marketing dürften erst wenige wirklich verantwortlich sein.

eRecruting in Social Networks: Auf die Ergebnisse der Social Recruitment Survey, die von Jobvite erhoben worden ist, geht Fuellhaas näher ein. Laut der Studie nutzen 68 Prozent der befragten Personalverantwortlichen Social Networks bzw. Social Media für die Suche nach neuen Mitarbeitern. Aufgrund der  internationalen Ausrichtung taucht Xing, das vor allem hierzulande für Personalverantwortliche von Bedeutung ist, nicht auf. Viele Bewerber unterschätzen die Bedeutung ihrer Online-Profile für das Personal Branding: Nur jeder Vierte gibt seine Online-Aktivitäten bei einer Bewerbung an.

Jobvite-tools

Online-Reputation: Einer Studie von eMarketer.com zufolge glauben drei Viertel der befragten Angestellten, dass es leicht sei, ihrem Unternehmen mit Social Media Aktivitäten Schaden zuzufügen. Ein Überblick über die zugrunde liegende Studie von Deloitte gibt es als PDF online.

Deloitte_study_reputation 

Netzkultur fördert nicht das Böse, sie ist oftmals sogar demokratischer als ihre Kritiker: In der Wochenzeitung "Die Zeit" antwortet Gero von Randow auf profunde Weise in seinem Beitrag "Geistesaristrokratie" auf den unsäglichen Beitrag seines Kollegen Adam Soboczynski, in dem dieser "Das Netz als Feind" des Intellektuellen karikierte.

Film: Selbst der Terminator nutzt Twitter: Zum Start des neuen Kinofilms werden Hintergründe für die eigene Twitter-Seite angeboten. Hintergrund ist ein Spiel, welches Twitter-User mit in den Kampf zwischen Widerstand und dem bösen Skynet einbezieht. Durch ein Punktesystem ist es möglich, zum "Top Resistance Fighter" zu werden - viele kleine Wortspiele und Quizzes, die per Twitter zu beantworten sind, lassen den engagierten Freiheitskämpfer Punkte sammeln. Eine interessante Art Mundpropaganda zu erzeugen - wir werden sehen wie es sich auswirkt. Bekannt sind solche Designs längst für MySpace. Kennen Sie noch weitere Twitter-Backgrounds für Filme?

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Twitter-Games: Die Zeitung Welt Kompakt wirft mit Torten: Eine pfiffige Idee hat sich die Welt Kompakt zur Feier ihres 5. Geburtstages ausgedacht: Auf dakommtwasgeflogen können sich Twitterer mit virtuellen Torten bewerfen, selbst eine passende Veränderung des Avatarbildes ist möglich.

Da_kommt_was_geflogen_twitter_welt_kompakt 

Twitter-Sucht: Twittern ist gefährlich, kann die Konzentration stören und erhöht wohlmöglich auch den Cholesterinspiegel. Darauf hatte ich in meinen 18 Antitwitter-Thesen hingewiesen. Diese und weitere Warnungen hat jetzt Gimahhot in passender Form in Umlauf gebracht. Tweets als Pralinen zu sehen, die ablenken und dick machen, aber auch entlohnen können - ein schöner Vergleich, die ich als News-Junkie nur bestätigen kann, obwohl alles eigentlich nur eine Frage der eigenen Konsequenz und der Konzentration auf das Wesentliche ist. Letztlich zeigen die Gimahot-Bilder, wie spielerisch die Netzkultur an das Thema herangehen kann und sollte:

Twittertuete-sinnlos.jpg 


Politik-Twitterei: Wenn Politiker twittern, dann bleibt nichts mehr geheim, auch nicht die Ergebnisse der Bundespräsidentenwahl. Deshalb war es wenig verwunderlich, dass das Endergebnis am Samstag zuerst auf Twitter selbst zu lesen war, weil der Bonner Bundestagsabgeordnete Ulrich Kelber ein vorläufiges Ergebnis der Bundespräsidentenwahl twitterte. Damit  zog er sich den Zorn der "Alteingessenen" auf sich. Letztlich konnten sich dadurch die twitternden Bundesbürger in Echtzeit über aktuelle Gerüchte im Bundestag informieren. Warum sollten sie es später erfahren, als die anwesenden Parlamentarier und Wahlberechtigten des Bundespräsidenten selbst?

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Hotelbewertung: Trustyou soll eine der ersten Applikationen sein, die auf semantische Technologien zurückgreift, um Bewertungen zu Hotels und Urlaubsstätten zu analysieren. Der Nutzer kann darüber schnell negative, neutrale und positive Meldungen voneinander unterscheiden und nachlesen., heißt es bei Tourismuszukunft.

Video: Zur Online-Wirkung von Mitarbeiten und Unternehmen" gibt es ein kleines Video-Interview mit mir im media-treff

Link: Klaus Eck zur digitalen Reputation im Netz



Klaus Eck

25. Mai 09

Morgenwelt 36: Twitter-Kommunikation wirkt

Falls Sie wissen wollen, wer über was in letzter Zeit getwittert hat, sollten Sie sich nicht allein auf die Twitter-Suche verlassen. Sie ist ziemlich buggy, doch es gibt durchaus Alternativen, auf die Louis Gray verweist und die ich selbst gerne nutze. Twitter ist ein beherrschendes Thema dieser Morgenwelt und des Online-Diskurses insgesamt. Kein Wunder, immer mehr Branchen entdecken das Microblogging für sich, sogar Juristen und Buchhändler twittern. Das dürfte in naher Zukunft sich auf die Arbeit der Kommunikationsbranche auswirken und zu einigen wichtigen Änderungen führen. Ergänzungen zu den einzelnen kurzen Morgenwelt-Beiträgen sind natürlich in den Kommentaren mehr als willkommen.

Die Twitter-Suche ist zurzeit unvollständig, vielleicht sogar kaputt. Louis Gray hat auf seinem Blog auf ein interessantes Phänomen hingewiesen: Anscheinend hat Twitter einige Probleme mit seiner Datenbank. Tweets, die länger in der Vergangenheit liegen, werden per Twittersuche nicht oder nur noch sehr sporadisch angezeigt. Deshalb findet man beispielsweise Oprah's ersten Tweet nicht mehr. Doch es gibt Alternativen: Friendfeed hingegen kann die importierten Status-Nachrichten (einzelner Twitterer) anzeigen, auch wenn sie schon Jahre zurückliegen.

Oprah twitter search fail 

Krisen-PR 2.04 Gründe, warum Twitter PR das Fürchten lernt: Twitter wächst, ist multimedial und fordert Engagement - das haben zum Beispiel Motrin, Ford, Twitter selber, Starbucks und Dominos auf die schmerzhafte Art und Weise erfahren müssen. Die Krisen-PR steht durch das Microblogging vor neuen Herausforderungen. 

Umfrage: Wie oft twittern Sie auf einer Fachveranstaltung? Im dmexco-Blog "Create Effects", in dem ich als Blogmanager und Blogger mitwirke, fragen wir per Twitter-Umfrage, wie oft im Durchschnitt von einer Veranstaltung getwittert wird. Mehr über den Einsatz von Twitterumfragen gibt es bei "Create Effects" , die Umfrage selber gibt es bei Twtpoll.

DocMorris gerät auch online unter Beschuss: Was passiert wenn man seinen eigenen Corporate Blog nicht mehr nutzt und anscheinend auch nicht mehr beachtet, kann man im Blog von DocMorris sehen: Dort haben Kritiker unter einem alten Blogeintrag eine Diskussion angezettelt, die sich über 1200 Kommentare hinzieht. Das große Thema sind Kartellbeschuldigungen zwischen einzelnen Apotheken und die sogenannten "Kettenapotheken" - den Kommentatoren scheint niemand mehr auf die Finger zu schauen, eine unbändige Diskussion ist ausgebrochen. Ob DocMorris dabei gut wegkommt? Früher wirkte es souverän, nicht auf jeden Kommentare und jede Kritik einzugehen, doch inzwischen wirkt es eher wie eine digitale Verwahrlosung. Seit dem 28. September 2008 gab es keine Blogaktualisierung mehr, nicht einmal einen Abschiedsbeitrag. 

Prezi-169


Rechtsanwälte twittern: Im Jura-Blog Kriegs-Recht ist ein Artikel über das Thema twitternde deutsche Anwälte veröffentlicht worden: Selbst Juristen nehmen die Twittersphäre mittlerweile ernst. Henning Krieg, Autor des Kriegs-Recht-Blogs, hat eine kleine Liste erstellt, bei der ich mir einige Vertreter angesehen habe:

Anwalts_tweet1

Anwalts_tweet2

Twitter-Praxis: Im talkabout-Blog hat Mirko Lange einen lesenswerten Artikel für Neu-Twitterer über den Aufbau einer Twitter-Interessen-Community geschrieben. Er gibt Hinweise, wie sich besonders nicht-kommerzielle Accounts schnell und mit Mehrwert aufbauen lassen, ohne dabei Spamming zu betreiben oder die Twitter-Netiquette zu verletzen. Ein kleiner Satz hat mir besonders gefallen: "Mache mit jedem Tweet deinen aktuellen und potenziellen Followern ein Geschenk." 

Social Networking: Das Medienforschungsunternehmen Nielsen Media Research hat im März die Studie "Global Faces and Networked Places" (PDF) herausgebracht, in der einige interessante Trends und Zahlen zu Social Networks und dem Social Web im Allgemeinen zu lesen sind. Wussten Sie zum Beispiel, dass in Deutschland die Reichweite von Social Networks weltweit am meisten wächst? 

Nielsen_networked places

Reputation als Managementaufgabe: Wie das PR-Journal zusammenfassend berichtet, gab es vor einigen Tagen anlässlich der Verleihung des „Deutschen Preises für Wirtschaftskommunikation“ im Berliner Friedrichstadtpalast eine Fachtagung zum Thema "Reputation Management".

Statistik: Twitter zieht an Digg, LinkedIn und den New York Times vorbei: Techcrunch berichtet, dass Twitter im April 2009 mehr als 32 Millionen Unique Visitors hatte. Die Zahlen von comScore belegen, dass Twitters Unique Visitors seit März um 13 Millionen angestiegen sind – damit werden etablierte Websites wie die Social Bookmarking Community Digg, Business-Netzwerk LinkedIn und die Website der NY Times von dem Microblogging-Service überholt. Diese Zahlen geben nur Aufschluss darüber wie viele Menschen die Website von Twitter besuchen - die Zahl derer, die per Handy und Desktop-Client Nachrichten aufgeben, wird noch sehr viel größer sein.  

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Medienwandel aus purer Not: Wie das Handelsblatt berichtet, ziehen die US-amerikanischen Printmedien die Notbremse und satteln um: Die Abopreise bei der Newsweek zum Beispiel werden radikal erhöht, um die fallenden Anzeigenpreise auszugleichen. Gleichzeitig reduziert man die Auflage der Zeitschrift auf die Hälfte.

Wikipedia: Die Lizensierung der Wikipedia-Inhalte werden ab Mitte Juni 2009 erleichtert, so Golem.Die neue Lizenz ermöglicht es beispielsweise, die Inhalte direkt in einem Blog einzubinden. Allerdings muss der Link und der Autor genannt werden.

Blogabmahnung: Die Macher der Kampagne "Du bist Deutschland" haben sich mit einer Ankündigung zur Abmahnung an den Studenten hinter einer Satire-Kampagne namens "Du bist Terrorist" gewandt. Die Webseite soll einen kritischen Blick auf die Überwachungsmechanismen in Deutschland aufzeigen, und bedient sich dafür einer Abwandlung des "Du bist Deutschland"-Slogans. Reaktionen gab es bei Benedikt Köhler und Netzpolitik. Nach einem verherrenden Echo in der Blogosphäre kam der taktische Rückzug der Abmahner.


Du bist Terrorist from alexanderlehmann on Vimeo.


Buchhandel: Immer mehr kleine mittelständische Unternehmen entdecken das Twittern für sich und experimentieren damit. So seit kurzem auch die Stuttgarter Schiller Buchhandlung, die zudem einen Newsletter und einen Podcast anbietet und damit zeigt, dass sie dem Neuen gegenüber aufgeschlossen ist. Einer der Vorreiter der twitternden Buchhändler ist sicherlich Lehmanns Fachbuchandel.

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Corporate Twitter: "Gezwitscher hinterm Werkstor": Die VDI-Nachrichten haben einen Artikel über "Gezwitscher hinterm Werkstor" veröffentlicht, in dem auch ich zu Wort komme. Das Thema des Artikels sind die Auswirkungen twitternder Mitarbeiter auf ihre Unternehmen: "Klaus Eck … fordert deutsche Betriebe auf, nachzuziehen. "So kann man mit den Kunden ins Gespräch kommen." Darüber hinaus könnten Unternehmen über Twitter in Echtzeit erfahren, was Ihre Kunden über sie denken, lobt Eck." Mirko Lange hat eine umfangreiche Liste mit Corporate Twitterern, die gut gepflegt ist.

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Social Media Monitoring: Die Financial Times Deutschland hat unter anderem mich zum Thema Monitoring im Social Web interviewt, meine Aussagen dazu können in dem Artikel "Imagekampagne im Netz" nachgelesen werden.

>> PR Blogger: Morgenwelt 35: Greenaction bloggt und Bibelrekordversuche auf Twitter 
>> PR Blogger: Morgenwelt 34: Serverloft übernimmt Basic Thinking und das Ende der Bloggerwelt 
>> PR Blogger: Morgenwelt 33: Kultur 2.0
>> PR Blogger: Morgenwelt 32: Twitter-Kommunikation bewegt Unternehmen 
>> PR Blogger: Morgenwelt 31: Imageschäden, Corporate Blogs und die Krisen-PR

Klaus Eck

21. Mai 09

Morgenwelt 35: Greenaction bloggt und Bibelrekordversuche auf Twitter

Es gibt viel Neues in der Welt der NGO's: Der Kirchentag wirft digitale Schatten und Greenpeace zeigt in einem Blog, was GreenAction ist. Deshalb nutze ich dieses als Gelegenheit, die Morgenwelt zu reanimieren. Künftig werde ich Ihnen in der PR Blogger Morgenwelt wieder unregelmäßig einige Schnipsel aus der Blogosphäre und Twitterwelt vorstellen, die ich für lesens-, hörens- oder sehenswert erachte.


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NGO: Greenpeace hat das Blog zur Kampagnen-Community für Umweltthemen GreenAction gestartet. Sie soll Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen für Mitmachaktionen offenstehen. Im GreenAction-Blog berichten unter anderem Jan Haase und Claudia Sommer über Aktuelles rund um die Community und über Neuigkeiten aus den Kampagnen. Im Juni 2009 wird GreenAction selbst online gehen. Aber schon jetzt kann man sich via Youtube, Twitter oder Blog darüber informieren.


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Iphone-Fans: Wer sein Iphone liebt und noch viele kleine oder größere Tipps benötigt oder die zahlreichen Apps kennenlernen will, sollte ab sofort den Feed des neuen Iphone-Blogs meiner Kollegin Kira Song abonnieren. Sie hat vor kurzem iphone-love.de gestartet und ist für Fragen oder Anregungen auch via Twitter erreichbar.

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Kirche 2.0: Anlässlich des Bremer Kirchentages hat Evangelisch.de gestern seinen Bibelrekordversuch auf Twitter gestartet. In der Zeit vom 20. Mai bis zum Pfingstsonntag am 31. Mai 2009 soll die ganze Bibel in selbstformulierten Tweets online gestellt werden. Dafür wirbt das Team um Melanie Huber seit einiger Zeit im Blog Evangelisch.de sowie mit einem wirklich guten Werbespot. Mitmachen kann beim Twibeln jederman. Auf der Website zum Weltkordversuch kann man zwischen den Versen im Alten und Neuen Testament auswählen und diese selbst twitter. Eine detaillierte Twitteranleitung findet sich beim Bibelrekordversuch und in einem Blogartikel.

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Kinderporno: Zweifelhafte Umfrageergebnisse: Wer den Befragten mit suggestiven Fragen kommt, der erhält die gewollte "richtige" Antworten, darauf weist ein sehr guter Artikel in Zeit Online hin. Je nach Fragestellung sind nach der Zeit-Analyse entweder 92 Prozent der Deutschen dafür, dass Internetseiten mit kinderpornografischem Inhalt gesperrt werden, oder mehr als 90 Prozent gegen Sperrungen im Internet.   

Journalisten twittern: Jeder PR-Verantwortliche sollte wissen, wie die wichtigsten Multiplikatoren zu erreichen sein. Eine sehr umfangreiche Liste der twitternden Journalisten ist hierbei äußerst hilfreich. Aber denken Sie daran, nicht jeder möchte via Twitter mit einem PM-Hinweis angesprochen werden. Dem Aufbau von Online Relations ist das Twittern aber durchaus förderlich.

Online Reputation Management: In einem Interview mit der Zeitschrift Freundin habe ich veraten, was ich alles als Karrierekiller im Internet ansehe und einige Ratschläge für das persönliche Reputation Management gegeben: 

"Das Internet ist wie eine lebenslange Bewerbung und macht die herkömmliche Bewerbung (fast) überflüssig", sagt Eck. Durch Fotoalben, Profile vor allem aber durch eigenständige Veröffentlichungen – egal ob schriftlicher oder visueller Art – kann sich der mögliche Arbeitgeber ein ganzheitliches Bild von einer Person und ihren Qualifikationen machen."

16. Januar 09

Morgenwelt 34: Serverloft übernimmt Basic Thinking und das Ende der Bloggerwelt

Das mittlerweile sicherlich bekannteste Blog des deutschsprachigen Raums ist verkauft und wird ein Corporate Blog. Robert Basic kann sich ab Februar 2009 seinem neuen Projekt Buzzrider widmen. An diesem Thema konnte ich in dieser Morgenwelt, die alle möglichen Schnipsel aus der Blogosphäre und Twitterwelt aufsammelt, nicht vorbeikommen. Dazu ist das Thema einfach zu medienpräsent.

ScreenHunter_03 Jan. 15 22.10 Blogverkauf: Erfolgreich verkauft hat Robert Basic gestern sein Blog "Basic Thinking" bei einer Ebay-Aktion: 46.902 Euro zahlt Serverloft, Anbieter von Root-Servern aus Hürth bei Köln, für das Blog, das schon länger die Deutschen Blogcharts auf Platz 1 anführt. Damit führt ein Corporate Blog die Liste an. Ob der neue Domain-Besitzer glücklich wird mit der Marke Basic Thinking, den Inhalten und SEO-Effekten der Website, das wird die Zukunft zeigen. Zumindest große (kurzfristige?) Aufmerksamkeit und ein Ausbau der eigenen Online-Reputation ist Serverloft sicher. Aufgrunddessen dürfte sich der Kauf durchaus gelohnt haben, vergleicht man die zu erwartende Medienreichweite mit den ansonstigen vielleicht fälligen Anzeigenkosten. So meint der Käufer Thomas Strohe im Meedia-Interview: "Das Blog ist eine Herzensangelegenheit und das Geld dafür kommt aus dem PR-Topf."

Zudem profitierte Robert Basic mehrfach von seiner Versteigerung. Als erster Deutscher konnte er zu einem nennenswerten Betrag sein - doch auch sehr persönliches - Technologie-Blog versteigern. Ganz so schmerzlich sollte der Content-Verkauf für ihn jedoch nicht sein, denn sein neues Blog Buzzrider, gefüllt mit Blindtext, wird bereits jetzt eifrig von Bloggern verlinkt. Außerdem wird Robert immerhin noch für eine Übergangszeit von einigen Monaten "eng mit serverloft zusammenarbeiten, um eine reibungslose Übertragung der Blog-Pflege an das neue Autorenteam zu ermöglichen", heißt es in der Serverloft-Pressemitteilung.

"Themen wie Trends im Netz, Blogging, Social Networks, Web-Startups usw. werden nun auch in Zukunft Schwerpunkte des Blogs bilden, das darüber hinaus ein breit gefächertes, allgemeines Themenspektrum abdeckt. Die Rolle des Blogs als eines der besten und bekanntesten im deutschsprachigen Raum soll weiter ausgebaut werden."

Die Übernahme scheint schon stattgefunden zu haben, immerhin äußert sich der neue Blogger Nr. 1 Thomas Strohe kurz nach der Versteigerung im Basicthinking-Blog. Wer mehr über den Intergenia-Vorstand erfahren will, sollte ein älteres Interview mit ihm auf Business-on lesen: "Vor den Großen habe ich nie Angst gehabt" lesen.
Das Ende der Bloggerwelt: Kaum trennt sich einmal ein Blogger von seiner Weblog oder haben einige weniger Lust daran, heißt es in der Wirtschaftswoche gleich: Twittern statt bloggen Das Ende der Blog-Euphorie: "So macht sich auch eine Blogmüdigkeit breit. Von der großen Masse geben viele aus Mangel an Lesern und Resonanz bald wieder auf. Doch auch erfolgreiche Blogger hören auf, da ihnen der Stress zuviel wird oder schlicht Routine und Langeweile einsetzen."

Mich wundert diese Entwicklung überhaupt nicht, sollte sie wirklich eine sein. Schließlich unterschätzen viele Neu-Blogger den Aufwand, den es bedeutet, regelmäßig attraktive Inhalte ins Netz zu stellen. Zudem gibt es in der Tat viele Online-Publishing-Varianten, die mit deutlich weniger Aufwand als ein Blog zu betreiben sind. Ob es sich hierbei um Twitter, Facebook oder andere Web 2.0-Angebote handelt, ist eigentlich egal. Jedenfalls substituieren Lifestreaming-Tools und Social Networks in keiner Weise Blogs, sondern ergänzen diese eher.

Von Anfang an gehört es zur Entwicklung der Blogosphäre, dass Blogger aus privaten oder beruflichen Gründen vom Bloggen lassen und sich anderen Dingen zuwenden. Bloggen kostet viel Kraft und Zeit und ist deshalb nicht nach jedermanns Geschmack. Nicht jeder ist zum Online-Publisher geboren. Das ist nichts Schlechts, sondern der normale Lauf der Welt und erleichtert es durchaus dem einen oder anderen Corporate Blog oder Fachblog mit guten Inhalten zu glänzen und von den Bloglesern angenommen zu werden. Darin sehe ich persönlich eine große Chance.

Selbstreferentialität: Wie verrückt sind eigentlich Social Media Experten? Was tun Twitterer, Blogger und Podcaster liebend gerne? Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte.

Twitter-Tools: Was wird in der Twitterwelt aktuell diskutiert? Wer wird am meisten retweetet? Welche Links sind spannend? Der Retweetradar liefert einige Antworten. Immerhin haben es gestern Nacht die zahlreichen US-Tweets über den Flugzeuabsturz in den Hudson River sehr früh in deutsche Nachrichtenseiten geschafft.

Verlage: Eine sehr gute Übersicht über das Social Media Marketing der Verlage gibt die Liste von Leander Wattig, in der auf zahlreiche Blogs, Communities und Twitteraccounts verwiesen wird.

Querdenken: 99 Zitate für Business-Querdenker liefert ein PDF von Förster & Kreuz.

Klaus Eck

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