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19. Dezember 08

Online-Identität: Mehr geben, weniger nehmen

Jahreswechsel eignen sich besonders gut, um sich gute Vorsätze fürs neue Jahr zu nehmen. Verbinden Sie dabei doch das Gute mit dem Nützlichen: Seien Sie altruistisch, denn nur so sind Sie in der Online-Welt wirklich erfolgreich! Das hat wenig mit einem Gutmenschentum zu tun, aber viel mit einem Human Branding und der persönlichen Online-Reputation.

Falls Sie sich im Internet und darüber hinaus wirklich einen guten Namen machen wollen, spielt Ihre bisherige Rolle im Arbeitsleben nicht einmal die entscheidende Rolle. Dazu müssen Sie nicht schon Karriere gemacht haben. Natürlich hat es große Vorteile, wenn Sie bereits als Human Brand bekannt sind. Einer etablierten Marke - ob Blogger, Twitterer, Podcaster, Journalist, Corporate Evangelist, Filmstar oder Unternehmenssprecher - fällt es leichter, die Öffentlichkeit aufgrund bekannter (oft zugeschriebener) Leistungen zu erreichen. Dadurch erhalten Sie einen gewissen Kredit, wirken glaubwürdig - und erhalten viele Kontaktanfragen auf Facebook, Xing und Twitter.

Eine starke Online-Identität haben Sie dadurch jedoch trotzdem noch nicht. Es ist hierbei zunächst einmal völlig egal, wie präsent Sie ansonsten in Ihrem Arbeits- und Privatleben sind. Selbst Alphamännchen müssen im Web nicht unbedingt erfolgreich sein. Schauen Sie sich nur die unsäglichen Online-Videos der profilierten deutschen Parteipolitiker auf Youtube an, die rhetorisch in jeder Talkshow brillieren, aber im Web bislang in der Regel völlig versagen.

Vergessen Sie im Netz das demokratische Prinzip. Denn frei und gleich sind wir deshalb noch lange nicht im Netz. Die Aufmerksamkeitsökonomie hat ihre eigenen Regeln. Je bekannter Ihre Personenmarke ist, desto leichter erhalten Sie von der Öffentlichkeit ein Feedback. Solange Sie unsichtbar Ihre Online-Profile ins Web schieben, verhalten bloggen und twittern, geschieht dies meistens unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Wie soll Sie auch jemand wahrnehmen, wenn Sie nicht für Ihre Inhalte und Meinungen werben? Sie müssen sich als aktiver Social Networker auf vielen digitalen Spielfeldern zeigen und beweisen, damit Sie von den anderen Onlinern auch nur "gesehen" werden. Bedenken Sie jedoch, dass gute Networker keine Marktschreier sind, sondern es gelernt haben, anderen etwas zu geben. Es geht weniger um das ICH, sondern vielmehr um das WIR.

Auch als Nicht-Promi darf man durchaus optimistisch sein. Denn im vielzitierten Web 1, 2 und 3 haben wir ein leistungsorientiertes System, das dem Offline-Leben in seiner - manchmal kalten - Logik überlegen ist: Denn nur wer schreibt, der bleibt (auf Dauer) - in der Aufmerksamkeitsökonomie präsent. Ausnahmen sind hierbei sicherlich Personen der Zeitgeschichte, über die immer wieder gesprochen und geschrieben wird. Letztlich ist derjenige der beste Influencer und Social Networker, der anderen mit großer Leidenschaft seine Ideen und Inhalte vorführt. Ohne jedes Wenn und Aber.

Wer sich dagegen zurückhält, Wasser predigt und Wein trinkt - und offensichtlich nur auf eigene Vorteile bedacht ist, dem schlägt berechtigterweise wenig Vertrauen von Seiten der Webgemeinde entgegen. Das Gedankenlesen funktioniert auch im Internet nicht. HIngegen fällt sofort auf, wenn jemand nur nimmt, ohne anderen jeglichen Mehrwert anzubieten. Dazu genügt beispielsweise eine kurze Analyse ausgewählter Twitter-Beiträge der Twitter-Charts: Schauen Sie sich einfach einmal die letzten 20 Tweets eines beliebigen Twitterers an. Je selbstrekursiver jemand twittert, um nur auf seine persönlichen Großtaten zuweisen, desto klarer wird das Bild.

6 gute Vorsätze für den Netzalltag und den Ausbau Ihrer Online-Reputation:

  1. Verabschieden Sie sich etwas vom Egoismus und überprüfen Sie Ihr digitales Dasein. Wie viele nutzwertige Links haben Sie in dieser Woche getwittert oder gebloggt?
  2. Suchen Sie den Dialog und reduzieren Sie Ihre Monologe. Dadurch lassen Sie das WIR an die Stelle des ICH's treten.
  3. Verzichten Sie möglichst auf kryptische Pseudonyme und agieren Sie unter Ihrem echten Namen authentisch im Netz, damit andere Sie ernst nehmen können.
  4. Seien Sie konstruktiv. Warum greifen Sie - vielleicht sogar emotional - andere Menschen in den Kommentaren oder via Twitter an? Nehmen Sie sich lieber etwas zurück und bedenken Sie die Wirkung Ihrer Worte. Trennen Sie lieber sachliche Kritik von einem persönlichen Angriff.
  5. Bauen Sie Ihr Netzwerk aktiv aus, lassen Sie neue Kontakte zu und Seien Sie nicht zu exklusiv . Es geht hierbei gar nicht um Freundschaften, sondern um Online-Reputation. Desahalb sollten Sie immer auf Ihre Online-Profile verweisen.
  6. Seien Sie einfach sympathisch und gehen Sie mit anderen Netzbewohnern freundlich um, damit diese es Ihnen gleichtun können.

Welche weiteren Tipps haben Sie vielleicht noch?

Erst wenn sich andere Menschen an Ihren Ideen, Konzepten und Inhalten erfreuen, zahlt das auf Ihren Humand Brand und damit in Ihre Online-Reputation ein. Deshalb sollten Sie Ihre innovativen Gedanken der Welt mitteilen, statt ihre großen, überdimensiert wichtigen Geheimnisse und Ihr Ego zu pflegen. Das funktoniert immer weniger. Deshalb wagen Sie sich ins Online-Leben, teilen Sie sich mit (in Kommentaren und Blogartikeln) und bauen Sie eine starke Online-Identiät auf.

>> myON-ID-Blog: Sichern Sie sich eine gute Online-Identität
>> PR Blogger: Echt oder Falsch: Ihr Online-Profil?
>> PR Blogger: Auf der Suche nach der verlorenen digitalen Identität
>> PR Blogger: Leben mit der Online-Öffentlichkeit
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Klaus Eck

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