Im PR-Blogger erhalten Sie aktuelle Informationen über die neuesten Trends im Online Reputation Management, in der Online-PR- und im Online-Marketing.
Klaus Eck, der Herausgeber des PR Bloggers, ist Kommunikationsberater und Reputation Manager.
Er hilft Unternehmen beim Aufbau einer eindeutigen Online-Reputation und bei der Entwicklung von Online-Relations.
Zurzeit experimentiere ich mit Online-Videos und habe mir dazu bei Amazon.de eine Flip Video Kamera gekauft, die ich jedem empfehlen kann, der sehr kurze und einfache Filme drehen will, ohne sich allzu sehr mit Technik auseinanderzusetzen. Erste Beispiele dafür werde ich selbst in Kürze im PR Blogger bringen.
Worauf achten Sie als erstes, wenn Ihnen jemand einen Video-Link zuschicken? Vielleicht geht es Ihnen genauso wie mir, ich habe jedenfalls nicht viel Zeit, um mir während der Arbeitszeit einen längeren Film anzusehen. Deshalb lege ich auf sehr kurze Online-Videos von allenfalls 1 bis 2 Minuten einen großen Wert. Andere informative Filme, die einen Mehrwert versprechen, hebe ich mir lieber als Bookmark auf, in der Hoffnung, sie mir irgendwann doch noch anzusehen. Meistens geraten diese Videos dann jedoch wieder bei mir in Vergessenheit.
Laut einer Studie von TubeMogul nimmt sich der durchschnittliche Videozuschauer weniger als 1 Minute Zeit, einen Videoclip zu betrachten. Innerhalb von nur 10 Sekunden entscheiden sich die meisten Onliner zum Wegklicken.
Eine denkbar kurze Aufmerksamkeitsspanne, die es Agenturen sehr schwer macht, in den Bewegtbildbeiträgen für Marken zu werben oder spezielle Videowerbung zu schalten. Vor kurzem setzte sich die Zeitschrift Wired mit der Frage auseinander, ob nicht das Social Video Viewing - das gemeinsame Videoanschauen und Chatten - einen Ausweg bietet und sogar eine Killerapplikation gegenüber dem herkömmlichen Fernsehen darstellt. Wie attraktiv so etwas sein kann, das zeigen nicht zuletzt die zahlreichen Twitterartikel in den Abendstunden, die sich mit dem TV-Programm kommentierend auseinandersetzen.
Wie viel Zeit nehmen Sie sich eigentlich täglich für Online-Videos? Oder wie erfolgreich sind Ihre auf YouTube, Sevenload etc. gestellten Bewegtbilder?
Jeden Tag entdecken mehr Menschen das Microblogging-Tool Twitter für sich, sodass das die Auswahl an Twitter-Content ins Unermessliche steigt. Gestern habe ich meine Follower gefragt, was denn eigentlich einen guten Twitterbeitrag ausmacht. Als Antworten erhielt ich folgendes:
Es mag zwar keinen idealen Tweet geben, aber wir Twitterleser wollen alle inspiriert, unterhalten und informiert werden. Entscheidend für den Twittererfolg ist eher die (persönliche) Relevanz des Contents für den Leser. Aber vielleicht haben Sie ja auch noch so einige Anregungen dazu? (Probieren Sie dazu doch die neue Typepad-Kommentarfunktion einmal aus)
Falls Sie mehr tun wollen und Ihre Twitterleserschaft und potentielle Influencer in Ihrem Markt besser kennenlernen wollen, bevor Sie auch deren Leser werden, sollten Sie sich einmal das Twittertool Mr. Tweet näher ansehen: Mit dem persönlichen Twitterassistenten können Sie analysieren, wer von Ihren Lesern populäre Follower hat und somit herausfinden, welche Relevanz bzw. welchen Einfluß der einzelne Twitterer in der Twittersphäre hat.
Am besten probieren Sie es selbst aus und followen unter MrTweet auf Twitter. Mit einer zeitlichen Verzögerung von bis zu einem Tag müssen Sie rechnen. Doch nachdem Sie Mr.Tweet followen, erhalten Sie dann eine direkte Nachricht via Twitter und können den darin enthaltenden Link aufrufen, um Ihre Influencer näher kennenzulernen. Ein Beispiel für die Twitteranalyse stelle ich Ihnen hiermit vor:
Durch das Twittertool erfahren Sie, wie viele Twitterartikel jemand täglich schreibt, wie viele Kontakte jemand hat und ob der Twitterer quasi jedem folgt oder nur einen kleinen Kreis der Auserwählten zulässt oder ob derjenige auch Fremden gegenüber für eine Antwort via @Zeichen aufgeschlossen ist. Allein aus den genannten Followern Ibrahim Evsan, Pia Drießen, Peter Hogenkamp und Jochen Mai (Karrierebibel) kann ich mir erschließen, ob mich die Tweets der Chikatze ebenfalls interessieren könnten.
Mir gefällt Mr. Tweet sehr gut, weil es sich schnell handhaben lässt und das Twitter-Monitoring unglaublich vereinfacht. Ein absolutes Must für jeden (Social-Media-)Marketier und PR-Profi, der mehr über die Twitter-Influencer in seiner Branche herausfinden will.
Die Morgenwelt steht diesmal ganz im Zeichen des Microbloggings Twitter. So spielte Twitter eine bedeutende Rolle beim Wechsel des Xing-Gründer Lars Hinrichs und beim Negative Campaigning gegen ein Pharmaprodukt. Passenderweise dazu findet in der kommenden Woche ein Twitter-Businessfrühstück statt:
Social Web Breakfast Frankfurt: 3.12.08: Twitter ist ein sogenannter Micro-Blogging-Service, der immer mehr Leute in seinen Bann zieht. Denn die öffentlichen Statusmeldungen aus dem persönlichen Umfeld bieten eine neue Form der Kommunikation, die zunächst erstmal nur eine indirekte und unpersönliche Information darstellt, aber im Zusammenspiel mit anderen vernetzten Teilnehmern in diesem Netzwerkdienst zu direkten Konversationen bzw. zu sogenannter "ambient awareness" führen kann. Wie nun dieser Service im Sinne der Unternehmenskommunikation einzusetzen ist und welche Erfahrungen im Unternehmenskontext damit bereits gemacht wurden, diskutiert Carmen Hillebrand, Senior Consultant bei Trimedia, beim kommenden Social Web Breakfast in Frankfurt. Dabei wird sie nicht nur das Hohelied für Twitter anstimmen, sondern auch auf die Anforderungen und Herausforderungen eingehen.
>> Einladung nach Frankfurt via Xing
Twitter-Kommunikation I: Seit dem 24.11.08 ist es offiziell: Lars Hinrichs, Gründer und Vorstandsvorsitzender des Social Networks Xing gibt im Januar 2009 seinen Posten an Stefan Groß-Selbeck, ehemals E-Bay Deutschland-Chef, ab. Einige Tage zuvor wurde es via Twitter nur halb dementiert.
Über die Art und Weise, wie Xing den "teilweisen" Abschied von Lars Hinrichs kommuniziert hat, kann man durchaus streiten. Immerhin sagte der Hamburger der FAZ schon vor längerer Zeit: „Die Idee muss über Technik skalieren. Über Menschen zu skalieren kann nie funktionieren.“ Viel spannender finde ich unter Social Media-Aspekten, wie schnell und viel auf Twitter über Hinrichs "gesprochen" worden ist und dass der Xing-CEO via Twitter antwortet. Das dürfte hierzulande neu sein und zeigt, wie die Kommunikation insgesamt (auch durch Twitter und Social Media insgesamt) an Tempo gewinnt und immer weniger die Kontrolle behalten kann. Über Google News erhält man allein einige Hundert Berichte über den CEO-Wechsel.
Twitter-Kommunikation II: Wie sich die Diskussion auf Twitter negativ auf ein Unternehmen auswirkt, darauf geht Brainwash näher ein, das am Beispiel von Johnson & Johnson, eines der weltweit größten Unternehmen auf dem Gebiet der Gesundheitsfürsorge, zeigt, wie schnell sich in Zeiten von Social Media Marken-Krisen entwickeln können. Johnson & Johnson machte in einer unsensiblen Kampagne auf ein Schmerzmittel namens Motrin gegen Verspannungsschmerzen aufmerksam, dass das Tragen von Babies am Bauch oder Rücken erleichtern soll.
Doch die Werbetexte provozierten viele Mütter, die ihr Baby eben nicht als Mode-Accessoire sehen wollten. Doch das Negative Campaigning gegen die Werbeanzeigen nahm erst seinen Anfang, nachdem die US-Bloggerin Jessica Gottlieb ihre 1.018 Twitter-Follower darauf aufmerksam machte. Eine weitere TWitterin griff das Thema auf: Katja Presnal hatte jedoch schon 4.221 Twitterleser und rief über die Videoplattform Youtube mit ihrem Video "Motrin Ad Makes Moms Mad" zum Boykott von Motrin auf. Auf diese Weise erhielt die digitale Mundpropaganda immer mehr Zulauf und führte schließlich zum Absetzen der Kampagne und zur Entschuldigung des Unternehmens:
Vizepräsidentin Kathy Widmer in einer E-Mail an die Blogger: "Im Namen von McNeil Consumer Healthcare und im Namen derer, die bei “Motrin” arbeiten bitten wir Sie unsere aufrichtige Entschuldigung anzunehmen. Wir sind dabei diese Werbung aus allen Medien zu entfernen. Leider wird es ein bisschen Zeit brauchen, bis sie aus den Magazinen verschwindet, da sie im Zeitschriftenhandel und im Verkauf im Umlauf ist." (Via Brainwash )
Twitter-Kommunikation III: Manchmal ist es als Unternehmen, Selbstständiger oder auch Angestellter durchaus sinnvoll, nicht immer alles just in Time zu twittern. Warum also nicht einen Twitter-Service nutzen, der es ermöglicht, Tweets vorzubereiten und zu einem bestimmten Zeitpunkt abzusenden? Tweetlater macht es möglich. Das es längst mehr als nur eine Spielerei darstellt, zeigen gerade die obigen Beispiele. Auch per Twitter kann die PR durchaus gezielt kommunizieren...
Twittern und Facebook kostet mitunter viel Arbeitzeit. Deshalb verbieten immer mehr Unternehmen die Nutzung von Facebook während der Arbeit. - Twitter kennen viele noch gar nicht. - Sie wolllen damit die Arbeitseffizienz sichern, scheitern damit jedoch trotzdem häufiger an der Fantasie ihrer Mitarbeiter. Stattdessen wäre es meiner Ansicht nach besser, die Mitarbeiter an ihren Erfolgen zu messen. Auf das private Tun während der Präsenzzeit sollte es weniger ankommen.
Obama Girl: Was hat es eigentlich mit den YouTube-Video auf sich, die mehr als 12 Millionen Menschen im US-Wahlkampf gesehen haben. Antworten liefert das Fox News-Video:
Interview: In einem längeren Online-Reputation-Interview mit den Blogpiloten, erläutere ich, warum ich mein Buch "Karrrierefalle Internet" geschrieben habe und dass wir alle in einem lebenslangen Bewerbungsprozess stecken.
Können Sie sich vorstellen, dass Sie künftig die Google-Suchergebnisse selbst so gestalten können, wie Sie es sich am liebsten wünschen? Das Suchmaschinenranking ist für viele Unternehmen, aber auch für einzelne Personen von großer Bedeutung, weil sie darüber online oftmals als erstes wahrgenommen werden.
Ab sofort bietet Google Search Wiki allen US-Bürgern die Möglichkeit, sich in der US-Google-Suche selbst die Suchergebnisse anzupassen, umzusortieren, zu löschen oder zu kommentieren. Im folgenden sehen Sie das Beispiel TechChrunch:
Dummerweise sehen Sie die kleinen Manipulationen nur als registrierter Google-User. Auf Ihr reales Suchergebnis und damit Ihre Online-Reputation wirkt sich das nicht unbedingt aus. Aber immerhin können US-Nutzer dadurch ihre Suchen für sich etwas erleichtern und viele Dinge schneller finden, ohne dazu noch unbedingt Bookmarks zu benötigen. Nebenbei erfährt der Suchmaschinengigant außerdem noch viel über die Interessen seiner Nutzer und kann die Ergebnisse sicherlich auch irgendwie für den Google Index nutzen.
Einen guten Überblick über die einzelnen Funktionen der neuen Google-Suche liefert das Google Search Wiki Video:
Wenn sich die Mitarbeiter eines Unternehmens als Team unter einem gemeinsamen Google-Account einloggen, können Sie sehr gezielt und einfach ihre "Bookmarks" in die Organisation einfließen lassen und dadurch den Information Workflow erheblich verbessern. Insofern finde ich die Innovation sehr hilfreich und bin gespannt, wann wir auch hierzulande eine derartige personalisierte Suche nutzen können.
Auf der anderen Seite können natürlich die SearchWiki User mit ihren Kommentaren, die zurzeit nur für die anderen Toolnutzer und Google-Account-Besitzern in den USA sichtbar ist, auch negative Kommentare zu einer Marke verfassen, sodass nach einer größeren Verbreitung von SearchWiki die Kritik online nicht mehr nur einen Klick entfernt, sondern sogar direkt unter der Unternehmenspräsenz sichtbar ist. Das kann sich mitunter sehr negativ auf die Markenwahrnehmung auswirken. Für die Unternehmen stellt es eine neue Herausforderung dar, ihr positives Image mit Hilfe ihrer Kunden zu verbessern und diese zu positiven Reaktionen zu veranlassen.
Wer weiß, wie sich das noch auf die Suchmaschinenoptimierung - das SEO - auswirken wird. Vielleicht könnte das menschliche Verhalten an so manchen Stellen den SEO-Ansatz in Frage stellen, weil Google durch das Verhalten seiner Nutzer immer bessere Hinweise auf deren Suchbedürfnisse erhält. Was meinen Sie dazu? Ist das vielleicht sogar schon das Ende des SEO?
Wie finden Sie am besten relevante Meinungen und Bewertungen zu einem Produkt? Das ist nicht immer leicht. Können Sie demjenigen vertrauen, der ein Hotel online schlecht bewertet hat? Nicht unbedingt, weil Sie nicht wissen, wie sich der Kritiker seine Meinung jeweils gebildet hat. Eine Hilfestellung will das Startup TrustYou mit einer Metasuchmaschine bieten.
Sie erleichtert das Finden von relevanten Hotelbewertungen. Die konkrete Recherche nach einem "sauberen Hotel", "ruhigen Zimmer" und "großen Pool" führt die Onliner zu einem Hotelangebot, das genau mit den persönlichen Anforderungen übereinstimmen soll. Für die Auswertung der Suchergebnisse setzt TrustYou auf semantische Technologien und filtert sie systematisch nach ihren Inhalten. Zunächst startet das Portal seine Bewertungssuche mit dem Bereich Hotels. Später will das Unternehmen seine Metasuche auf verschiedene vertikale Bereiche wie Restaurants, Finanzen und Ärzte ausweiten.
Durch die Entwicklungen im Web 2.0 geraten Unternehmen noch mehr unter Druck. Denn ihre Leistungen und ihre Online-Reputation wird für Dritte immer leichter zugänglich. Aus dieser Transparenz-Falle werden sie kaum noch entkommen, indem sich die Mitarbeiter in der digitalen Öffentlichkeit wegducken. Stattdessen müssen sie sich aktiv der Online-Bewertung stellen und um eine zufriedenstellende Reputation bemühen.
Falls Sie herausfinden wollen, welche Twitterer über Ihre Marken oder Ihre Person diskutieren und mit diesen in Kontakt treten wollen, können Sie dazu mit dem Tool Twollow automatisch den Onlinern followen. Dadurch sparen Sie sehr viel Zeit. Aber Vorsicht, wenn Sie selbst zu allgemeine Keywords wie "Marketing", "Kaffee" oder "Tools" definieren, werden Sie sehr schnell von vielen Twitter-Nutzern als Spammer betrachtet, weil Sie einer sehr hohen Zahl folgen, ohne direkt mit den Twitterern zu kommunizieren.
Nach einer Anmeldung mit dem Twitter-Account kann jeder Nutzer bei Twollow für sein Twitter-Monitoring 5 Keywords definieren und hinzufügen.
Jon Wheatley zeigt in dem folgenden Screencast sehr gut, wie man Twollow einsetzen kann:
Falls Sie nicht Gefahr laufen wollen, zu viele Twitterer automatisch zu abonnieren, nur weil diese sich mit Ihrer Marke auseinandersetzen, empfiehlt sich ein Twitter-Account nur für den Zweck der Twitter-Beobachtung. Damit Sie nicht zu vielen Twitteren followen und darüber mit der Zeit völlig den Überblick verlieren. Je mehr Twitter-Tools wie Twollow auf dem Markt erscheinen, desto weniger sicher kann ein Twitterer sich sein, dass wirklich alle Leser an der eigenen Person und den Twitter-Themen interessiert sind. Manchmal dient das Followen eben nur noch dem Twitter-Monitoring oder wirkt als Twitter-Spam.
Aus diesem Grunde sollte jeder Twitterer künftig genau überlegen, ob er allen Onlinern, die ihm vielleicht sogar nur "automatisiert" folgen ebenfalls die Aufmerksamkeit schenken will. Meiner Ansicht nach sollten Twitterer eine Follower-Anfrage noch nicht als ausreichenden Grund betrachten, dem neuen Leser ebenfalls zu folgen. Entscheidend sollten die konkreten Kommunikationsinteressen und der jeweilige Twitter-Content sein.
Unabhängig von Twollow selbst, können Sie natürlich auch via Twitter-Suche ein Keyword eingeben und anschließend allen Nutzern folgen, die sich mit Ihrer Marke beschäftigen. Auf diese Weise erfahren Sie mehr über die Bedürfnisse Ihrer Kunden und können den direkten Kundendialog auch per Twitter pflegen. Wenn Sie Twollow testen wollen, müssen Sie damit rechnen, dass das Tool einen gewissen zeitlichen Vorlauf benötigt.
Was halten Sie von Twollow? Ist das nur ein Spam-Tool oder doch sinnvoll für das Social Media Monitoring?
Es ist nicht leicht, etwas gegen die Verbreitung von Verleumdungen in der Wikipedia zu unternehmen. Diese Erfahrung musste auch der Linke Lutz Heilmann machen, der juristisch gegen die Online-Enzyklopädie Wikipedia vorging. Damit entwickelt sich das Online-Lexikon immer mehr zu einem Leitmedium, auf dem um die richtige Online-Reputation gekämpft wird. Viele Unternehmen und Politiker tun sich mit den richtigen oder falschen Behauptungen in der Wikipedia schwer und wissen häufig nicht, wie sie mit den Wikipedianern umgehen sollen. Auf der anderen Seite nutzen manche Unternehmen sogar die neuen Möglichkeiten des Social Webs, um für staatliche Unterstützung zu werben. Das sind nur einige Themen in dieser neuen Morgenwelt.
Wikipedia: Lutz Heilmann hat die deutsche Wikipidea-Adresse kurzzeitig sperren lassen und damit alle Wikipedianer und Blogger gegen sich aufgebracht. Der Linke hatte sich lange Zeit über Stasi-Verdächtigungen in einem Wikipedia-Eintrag zu seiner Person aufgeregt und ließ deshalb hierzulande mit einer Einstweiligen Verfügung die Adresse wikipedia.de sperren, ohne den strittigen Artikel selbst entfernen lassen zu können. Der Politiker erreichte mit seinem Vorgehen letztlich das Gegenteil: Statt sein eigenes Online-Profil reinzuwaschen, muss er jetzt mit einem äußerst negativen Image in der Google-Welt leben. Der Bundestagsabgeordnete Lutz Heilmann hat seine juristischen Maßnahmen gegenüber der taz von heute bedauert: "Ich habe zu kurz gedacht und die Folgen nicht überschaut". Wer der virtuellen Hydra einen ihrer zahlreichen Köpfe abschlägt, muss einfach damit rechnen, dass Tausende nachwachsen. Im Vergleich zu Herakles tun sich viele Menschen sehr schwer, sich gegenüber der vielköpfigen Wikipedia zu Wehr zu setzen.
Corporate Blogs I: "General Motors bloggt ums Überleben", meint Karsten Füllhaas. Immerhin sitzen bei General Motors (GM) tatsächlich CEO-Blogger wie Bob Lutz in der Chefetage und greifen das Krisen-Thema auch in ihrem Blog FastLane auf. Für die Krisen-PR eignen sich Blogs sehr gut, wenn das Unternehmen zuvor Erfahrungen im Corporate Blogging gesammelt hat. GM geht sogar noch weiter. Der US-Konzern macht in einem Online-Video ein Krisenszenario auf und wirbt dadurch für staatliche Hilfe:
Corporate Blogs II: T-Mobile hat das Blog “Trendmobi” am 14. November 2008 gestartet. Es wird von der Unit Screengrab von Weber Shandwick betrieben. Das Corporate Blog soll sich mit aktuellen Entwicklungen, Trends, Anwendungen sowie Projekten und Personen auseinandersetzen, "die das Thema Mobiles Internet heute und in Zukunft bestimmen werden." Diskussionen gibt es bislang noch keine im neuen Unternehmensblog.
Social Web Breakfast Berlin: Im Zeitalter von Google scheint die Informationsrecherche für jedermann möglich zu sein - was aber die professionelle Online-Recherche von der Alltagsinformationssuche unterscheidet und wie der Wahrheitsgehalt von Online-Informationen geprüft werden kann, ist Gegenstand des kommenden Social Web Breakfast in Berlin. Gibt es überhaupt noch Journalisten, die im Netz recherchieren oder muss sich die PR auf Journalisten einstellen, die ihr Handwerk verlernt haben? Als Referent wurde für den 26.11.2008 Albrecht Ude eingeladen, der aus seiner 10-jährigen Erfahrung mit der Online-Recherche verschiedene (un-)wahre Anekdoten zur Online Recherche wie z.B. den Kalauer um den Bund Deutscher Juristen zu berichten weiß.
>> Einladung via Xing
Politik: Barack Obama inszeniert sich als Privatmann und Familienmensch auf dem Fotoportal Flick und gibt die Fotos für eine nicht kommerzielle Verwendung unter der Creative Commons Lizenz frei. Jeder Onliner kann dadurch die Fotos direkt auf seinem Blog einbinden und kommentieren.
RSS-Reader: Der Google Reader bietet die Möglichkeit, Blogartikel in der eigenen Sprache automatisch zu übersetzen. Damit lassen sich Nachrichten noch leichter global austauschen.
Blogs: Eine gelungene Mischung aus Naschwerk und Pop-Art, ein witziges Sammelsurium von ausgefallenen Verpackungen, Süßigkeiten und anderen „Kunstwerken“ im Stil der 50-er Jahre bietet der Sugarpopblog . Die Bloggerin Konstanze Läufer-Wiest hat einen Blick für alltägliche und trotzdem schöne Designobjekte. Und Sie vervollständigt den mit bunten Schnappschüssen gespickten Blog mit eigenen Illustrationen.
Am Freitag hat Barack Obama als gewählter Präsident der USA seine erste Vlog-Ausgabe veröffentlicht. Einmal in der Woche will der "President-Elect" künftig eine Videoansprache ins Netz stellen. Es ist über Change.gov, bei YouTube oder in zahlreichen Blogs abrufbar. Damit knüpft Obama an seine bisherige Online-Politik-Strategie an und stellt sich auch als künftiger US-Präsident weiterhin direkt der Öffentlichkeit. Bereits nach wenigen Tagen ist das Video mehr als 700.000 mal aufgerufen und in einigen Hundert Blogs erwähnt worden.
Die Kommentarfunktion ist zwar abgestellt, aber das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man sich die üblichen Kommentare in den deutschen Polit-Vlogs näher anschaut. Ohnehin kann jeder Onliner im eigenen Blog oder auf anderen Plattformen die eigene Meinung zum jeweiligen Obama-Video veröffentlichen. Außerdem gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das Online-Video via Youtube zu bookmarken und weiterzuverteilen, damit die Obama-Rede möglichst viele Menschen online erreicht.
80 Prozent aller Blogartikel sollen "vulgäre, anstößige oder beleidigende Elemente" enthalten, so zitiert Christian Fuchs in einem Zeit-Beitrag vom 6. November 2008 (Print) eine Blogstudie der US-Softwarefirma ScanSafe. Damit werden alle Blogger-Klischees erfüllt und quasi bewiesen, dass die "Tagebuchschreiber" böswillig und gefährlich sind. Das ist natürlich ideal für einen Anbieter von Filter- und Sicherheitssoftware wie ScanSafe. Dummerweise wird eine solche Behauptung auch nicht richtiger, wenn Sie häufiger wiederholt wird. In dem Zeit-Beitrag dienen die Zahlen, die zeitlich leider nicht eingeordnet werden, als Salz in der Suppe der Geschichte über eine "Putzkolonne im Internet". Schon in dem Teaser heißt es jedoch etwas differenzierter: "Pöbeleien in Blogs und auf Websites sind kaum aus der Welt zu schaffen. Neue Dienstleister versprechen etwas anderes."
Beinahe habe ich das Gefühl, dass die "80 Prozent" oder die Mär von den "bösen Bloggern" schon zu einer modernen Legende geworden ist. Die allgemeine Bloggerbeschimpfung ist nicht zuletzt deshalb in den Medien sehr verbreitet. So heißt es in FAZ vor kurzem: "Der Blogger bleibt der arbeitsweltliche Asoziale, mit dem draußen keiner spielen wollte." (via ConnectedMarketing) Aus Angst vor dem "Schwarzen Mann" (=Blogger) gehen viele Unternehmen sehr behutsam mit Boggern um und erwarten gleichsam, dass Blogger unberechenbar und böswillig sind.
Überprüft man die genannte Zahl jedoch, findet man sehr schnell heraus, dass ein Artikel über die ScanSafe-Studie bei Spiegel Online bereits am 25.04.2007 unter der Schlagzeile "80 Prozent der Blogs anstößig" veröffentlicht wurde. Dabei war in der ScanSafe-Studie eigentlich etwas völlig anderes die Botschaft. Im Wortlaut klingt es in der Pressemitteilung etwas differenzierter:
"Blogs are a great vehicle for self-expression and the exchange of ideas," said Dan Nadir, vice president, product strategy, ScanSafe. "Employees visiting these sites can unknowingly expose corporate networks to legal liability, viruses and loss of proprietary information. "The content on blogs and other sites powered by user contributed content is constantly changing. As a result, Web security solutions that rely on Web crawling - or periodically scouring the Web for threats - rather than actually scanning the URL each time it is requested, can leave users exposed to malware and unwanted content," he added."
Gegen Schmähungen kann man sich sicherlich im Netz nur schlecht wehren, aber diese finden sich nicht allein in Blogs. Für das Löschen von Netzpöbeleien gibt es einige Dienstleister wie DeinGuterRuf oder Reputation Defender, die gegen ein kleines Honorar versprechen, rufschädigende Inhalte wieder aus dem Web entfernen zu lassen. Allerdings können diese auch keine Wunder beim Online-Reputation-Management vollbringen und sind auf eine Zusammenarbeit mit den jeweiligen Urhebern der kritischen Inhalte angewiesen. So meint auch Peter Schaar, der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, gegenüber der Wochenzeitung "Die Zeit" ganz richtig: "Niemand kann garantieren, dass sich ein Website-Betreiber überhaupt von dem Schreiben eines Reputationsdienstes beeindrucken lässt."
Haben Sie gebloggt oder getwittert? Unter welchen Pseudonymen eigentlich? Diese Fragen müssen sich alle Jobaspiranten in den USA gefallen lassen, die in der neuen Obama-Administration arbeiten wollen. Jeder muss sich als Bewerber einem umfangreichen Gewissenstest unterziehen. In den 63 Fragen sollen sie angeben, ob sie bloggen, twittern oder auf andere Weise online kommunizieren. Den siebenseitigen Fragebogen hat die "New York Times" am Donnerstag auf ihrer Website veröffentlicht. Er hat es in sich, weil die Jobaspiranten sehr viel Privates preisgeben sollen:
"Wenn Sie jemals ein Tagebuch geführt haben, das etwas enthält, das einen Interessenskonflikt darstellen könnten oder Sie, Ihre Familie oder den gewählten Präsidenten in Verlegenheit bringen könnte, beschreiben Sie es.
(...)
Bitte beschreiben Sie und, wenn möglich, schicken Sie uns alle Bücher, Artikel, Kolumnen oder Publikationen (auch, aber nicht nur Schreiben und Kommentare auf Blogs und Websites), die von Ihnen stammen, allein verfasst oder mit jemand anderem. Bitte listen Sie alle Alias-Namen, die Sie je benutzt haben, um im Internet zu kommunizieren." (übersetzt im Spiegel)
Damit gehört die Überprüfung der Bewerber wohl zur schärfsten in der bisherigen US-Geschichte. Dem Obama-Team geht es hierbei um die größtmögliche Kontrolle. So will die Obama-Regierung es vermeiden, dass nach der Regierungsübernahme Interessenkonflikte bei Mitarbeitern auftreten oder peinliche Fehltritte bekannt werden.
Das ist natürlich eine geschickte Krisen-PR im Vorfeld, zeigt aber gleichzeitig auch die Schattenseiten der Online-Kommunikation auf: Wer seit vielen Jahren online aktiv ist und sehr viel publiziert hat, hinterlässt umfangreiche digitale Spuren, die nun Auswirkungen auf Bewerbungen haben können. Die Generation Internet ist für jeden transparent. Dadurch verbessern sich für den einen oder anderen Bewerber die Chancen, weil er seine Kompetenzen online deutlich machen kann. Andere fliegen aus dem Bewerbungsprozess nach einer kurzer Google-Recherche heraus und landen in der Karrierefalle Internet. Wie groß ist eigentlich Ihr digitaler Schatten? Durch das Lifestreaming der Online-Inhalte erfahren wir Menschen immer mehr übereinander, sodass nur noch wenig Privatsphäre und wenig Geheimnisse bleiben.
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