Leitmedium Web
Warum werben noch immer so viele große und mittlere Unternehmen mit viel Geld in den Zeitungen und in TV? Angesichts neuester Entwicklungen im Werbemarkt empfiehlt sich meiner Ansicht nach über eine Umschichtung der Anzeigen- und Werbeetats nachzudenken, will man seine Zielgruppen noch tatsächlich erreichen. Mit Coca-Cola hat jetzt immerhin einer der ersten Global Player das Internet zum Leitmedium für die Ansprache ihrer Kunden erkoren. Der Coca-Cola-Marketingdirektor Thomas Gries erklärte laut de.internet.com seine neue Marketingstrategie: "Wir brauchen TV für die Reichweite. Für unsere Kernzielgruppe der 12- bis 19-Jährigen entwickelt sich allerdings zunehmend das Internet zum Werbeleitmedium."
Während in KMUs das Internet schon häufig das wichtigste, weil vergleichsweise günstige, Werbemedium darstellt, folgen nun auch die ersten Weltkonzerne. Damit dürften sie auf die richtige Strategie setzen, denn schon David Eicher, Geschäftsführer der Agentur Robert & Horst, warnte im Rahmen der „Alternative Werbeformen 2007“ Studie:
„Weil sie (die Großen) nicht mehr in Alternative Werbeformen investieren als ihre kleineren Konkurrenten, machen sie, gerade im Internet, den Ring frei für neue Marktkämpfe. Die viralen Angebote im Internet sind aktuell dabei, ihre Kraft zu entfalten. Es kann also gefährlich sein, sich wie gehabt auf klassische Werbeformen wie TV zu verlassen."
Wenn sich mit IPTV das Bewegtbild im Internet in nächster Zeit vollends durchsetzen wird, kann man davon ausgehen, dass der Stellenwert des Webs für professionelle Kommunikation weiter wachsen wird. Denn die Vorteile gegenüber Fernsehen und Print liegen auf der Hand: Dank der wesentlich besseren Targeting-Möglichkeiten lassen sich Streuverluste deutlich reduzieren, die Kosten sind (zumindest noch) wesentlich geringer als in den klassischen Medien, Word-of-mouth-Prozesse können direkt in eine Kampagne integriert werden und ein Feedback-Kanal ist ebenso unmittelbar verfügbar.
Die Studie der European Interactive Advertising Association ergab jüngst, dass junge Menschen das Internet mittlerweile mehr nutzen als das TV. So verbringen die 16-24-Jährigen etwa 10% mehr Zeit im Internet als vor dem Fernseher. Und immerhin 48% geben zu Protokoll, dass ihr Fernsehkonsum als direktes Resultat ihrer Internetnutzung zurückgehe. Sollte diese Entwicklung so weitergehen, dann dürfte das Internet quasi zwangsläufig zum Nummer Eins Medium für die Konsumentenansprache werden.
>> Textdepot: Studie: Social Networking im Mainstream?
>> Deutsche EIA-Version der Pressemitteilung
>> off the record: Grabgesänge für die klassische Werbung
>> IBM-Studie: „The End of advertising as we know ist“
Klaus Eck

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