Mein Foto

Your email address:


Powered by FeedBlitz

Der PR Blogger

  • Im PR-Blogger erhalten Sie aktuelle Informationen über die neuesten Trends im Online Reputation Management, in der Online-PR- und im Online-Marketing.

    Klaus Eck, der Herausgeber des PR Bloggers, ist Kommunikationsberater und Reputation Manager.
    Er hilft Unternehmen beim Aufbau einer eindeutigen Online-Reputation und bei der Entwicklung von Online-Relations.

    Kontakt:
    Klaus Eck
    Neu: Tel.: 0171-68.8.68.24


    ke (at) imagecapital.de

Social Bookmarks

Friend Connect

« McDonald's hat Corporate Social Responsibility Blog gestartet | Start | Von Matt, Potemkin und der unendlichen Leere IV »

26. Januar 06

Verlieren Journalisten ihren Vertrauensvorsprung?

Für den Journalismus ist das Internet in gewisser Weise gefährlich, weil es seine bisherige Rolle in Frage stellt und mit seinen eigenen Schwächen konfrontiert. Wer einfach nur Copy-and-Paste-Journalismus betreibt, wird dank Google und anderer Suchmaschinen sehr schnell entlarvt. In den dezidierten Watchblogs und vielen normalen Blogs begutachten Leser die journalistische Qualität ihrer Lektüre viel detailfreudiger, als die Redaktionen dieses früher von Leserbriefen gewohnt waren. Plötzlich können auch Journalisten an den Pranger gestellt werden. Das ist natürlich eine ungewohnte Rolle. Hierbei ist das Bildblog nur das bekannteste Beispiel.

Das kann im Einzelnen schnell fatale Folgen haben. Im vergangenen Jahr verlor Dan Rather seinen Posten bei dem US-Sender CBS, weil er mitten im US-Wahlkampf gefälschte Dokumente über den Militärdienst von US-Präsident Bush präsentiert hatte. Blogger waren ihm dabei auf die Schliche gekommen. Erst nachdem die Fälschungen nicht mehr zu leugnen waren, entschuldigte sich CBS News damit, getäuscht worden zu sein.

Wenn in den Redaktionen keine Zeit mehr für die Recherche vorhanden ist, wird das Risiko groß, dabei ertappt zu werden. Erst vor kurzem hat Alexander Svensson in seinem Wortfeld-Blog daraufhin gewiesen, dass die Fakten in einem Spiegel-Artikel über die Washington Post und ihre Blogpolitik nicht mit der Wahrheit übereinstimmen. Obwohl die US-Zeitung nur die Kommentare in einem Weblog der Herausgeber geschlossen hat, heißt es auf Spiegel Online, das Blog-Experiment mit den Lesern sei gescheitert. Dabei gibt es aktuell noch 19 Weblogs unter dem Dach der Zeitung.

In einem weiteren Beitrag zu den Washington-Post-Blogs geht er auf die Fehldarstellungen auch im Tagesspiegel ein, die letztlich die Fakten nochmals verdrehen: "Und schließlich wiederholt von Marschall die falsche Darstellung bei Spiegel Online: “Daraufhin schloss die ‘Washington Post’ diesen Blog.” In dem Artikel fliegen die Begriffe fröhlich durcheinander: Mal steht “Blog” für einen Kommentar, mal steht “Blog” für einen Blogeintrag, mal für ein Weblog; an anderer Stelle heißen Weblogs “Blog-Foren”." (Wortfeld)

Interessant ist die seltsame Schlussfolgerung des Tagesspiegel-Artikels: "Insgesamt haben die USA eine erste euphorische Phase des Bloggens offenbar hinter sich. Vor zwei Jahren galten Blogs als neue Medienform mit fast unbegrenzten Wachstumsmöglichkeiten. In Analysen aus jüngerer
Zeit heißt es, ihre Bedeutung werde weit überschätzt. Für Blogs interessiere sich nur eine kleine Gemeinde, die durch hohe Aktivität, Geltungsbedürfnis und gegenseitige Verweise aufeinander größer erscheine, als sie sei. Sie habe kaum Einfluss über ihre Mitglieder hinaus."

Bei den Analysen kann es sich eigentlich nur um die deutsche W3B-Studie handeln, auf die zahlreiche deutsche Journalisten verwiesen und die Behauptung daraus abgeleitet haben, dass die Bedeutung der Blogs überschätzt werde. Bislang ist mir hingegen keine US-Studie bekannt, die das Fazit des Artikels stützt. Leider gibt es auch keine Quellenhinweise. Etwas dünn wirkt die Argumentation, die auf zwei Fälle eingeht, die sich sogar leicht widerlegen lassen.

Wenke Husmann geht in einem Zeit-Artikel "Mit doppeltem Netz" auf die Veränderungen im Journalismus ein, die mit der Verbreitung der Blogs einhergehen: Dabei endet der Text für Journalisten sehr optimistisch: "Die schiere Masse der Informationen macht das Sichten, Verweisen und
Einordnen immer wichtiger. Deswegen hat Orientierung gebender Journalismus Zukunft – im Internet ebenso wie in den klassischen Medien." (Die Zeit - Leben : Mit doppeltem Netz) Doch "im Wettbewerb um das Vertrauen der Leser" stehen nicht allein die Online-Medien und Print, sondern auch die "Laienjournalisten" mit den Professionals in den Medien.

>> Tagesspiegel: Forum der Flüche
>> Washington Post Statement
>> Wortfeld: Blogs gescheitert, weitermachen: Spiegel Online über angebliche Blog-Schließungen
>> PR Blogger: Marks: Watchblogs lassen sich nicht totschweigen
>> PR Blogger: Die Macht der Medien wird in Frage gestellt

Klaus Eck, econcon

TrackBack

TrackBack-Adresse für diesen Eintrag:
http://www.typepad.com/services/trackback/6a00d8341c2d6d53ef00d83426463753ef

Folgende Weblogs beziehen sich auf Verlieren Journalisten ihren Vertrauensvorsprung?:

» Wieder einer.Journalisten und Blogger von Thomas Wanhoffs Weblog
Klaus Eck beginnt mal wieder die leidige Diskussion, ob Journalisten durch die Blogger ihre Vertrauensstellung verlieren, und belegt das mit den paar bekannten Beispielen. Das ist langweilig, weil allein die Übersicht des Presserats mehr hergibt, was... [Mehr erfahren]

» Können wir den denn noch trauen? von blog.50hz.de
Journalisten verlieren ihren Vertrauensvorsprung nicht durch die Blogger. Sie verlieren ihn, wenn Sie schlechte Arbeit abliefern. Das gilt für diesen Beruftstand in gleicher Weise, wie für die Industrie.Und genau das hat Klaus Eck doch h... [Mehr erfahren]

Kommentare

Ganz einfach abonnieren:

Aktuell veröffentlicht:

Twitterbesucher

AddThis Social Bookmark Button

Newsletter

Google Friend Connect