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20. Oktober 05

Top 10 der wichtigsten Blog-Usability-Regeln

Warum soll ich als Leser einem Blogger vertrauen, von dem ich noch nicht einmal seinen Namen kenne? Jakob Nielsen hält die namentliche Kennung genauso wichtig wie andere zentrale Usability-Regeln, die er in einer Top 10 Fehlerliste zusammenfasst. Wer sein Business bekannter machen will, hat ohnehin ein großes Interesse daran, sich selbst online zu präsentieren. Deshalb ist Anonymität nicht unbedingt hilfreich. Zudem verschenkt man dadurch seine Möglichkeiten im Social Networking.

Corporate Blogger können sich an Jakob Nielsens Liste orientieren, weil sie einige der größten Probleme auf den Punkt bringt. Allerdings kritisiert Oliver Wagner im Agenturblog zu Recht, dass Nielsen zu wenig auf die Gleichförmigkeit der Blogs und die Blog-Funktionalitäten eingeht.

Im folgenden nehme ich Nielsens Top 10 Liste zum Anlass, mir selber 10 Gedanken zum Thema zu machen:

1. Wer bloggt eigentlich im Weblog?

In vielen Blogs fehlt die Vorstellung des Autors oder der Autoren. Stattdessen erhalten die Leser nur die reinen Autorenkontaktdaten, wenn überhaupt. Was fehlt, ist ein Autorenprofil und eine Aussage zum Weblog. Viele Corporate Blogs sind hierbei viel zu zurückhaltend. Anonymität ist hierbei kein guter Ratgeber. Die Impressionspflicht ist in Deutschland bereits verankert, aber dennoch würden mehr Informationen zu den jeweiligen Blogs nicht schaden. Ausarten sollten die Selbstdarstelllungen natürlich auch wiederum nicht, sondern kurz und prägnant sein.

2.  Blogger sollten sich zeigen

Auf ein Foto sollte man nach Ansicht von Jakob Nielsen nicht verzichten. Damit hat er völlig Recht. Schließlich dient ein Bild als Aushängeschild für den Blogger und macht das Bloggen schon alleine dadurch persönlicher. Unternehmen bloggen nicht selbst, sondern ihre Mitarbeiter. Insofern ist es wichtig, für die Blog-Leser einen visuellen Anker zu hinterlegen. Wir erinnern uns leichter an Menschen als an abstrakte Gebilde. Allerdings sollte man hierbei auf hochwertige Fotos setzen und lieber auf Passbilder verzichten. Diese würden in der Tat eher schaden.

3. Aussagekräftige Titel geben Orientierung

Damit bezieht sich Nielsen aufs Web-Texten insgesamt. Gut formulierte Überschriften ziehen die Leser über RSS-Feeds und Google-Suchen in das Weblog hinein. Hierbei kommt es darauf an, die Blog-Leser zum einen neugierig zu machen und darüber hinaus einen klaren Hinweis auf den Artikelinhalt zu geben. Letztlich erfordert das manchmal einen gewissen Spagat, sollte aber dennoch insgesamt berücksichtigt werden, um die eigenen Leser nicht zu verwirren. Je besser die Titel zu den gewählten Themen passen, desto mehr zufriedene Leser erhält das Blog.

4. Links sollten eindeutig sein

Dieser Ansicht ist zumindest Nielsen. Hierbei muss ich Oliver Wagner beipflichten, der diesen Anspruch nicht absolut sieht, schließlich dürfen sich Blogger mehr Freiheiten herausnehmen und manchmal auch spielerich sein. Dennoch sollte die Links den Onliner nicht in die Irre führen, sonden meistens eine klare Richtung anzeigen.

5. Gute Blog-Artikel müssen sichtbar bleiben

Die Kernkompetenzen eines Business Bloggers sollten in seinen Beiträgen sichtbar sein. Deshalb empfiehlt es sich immer, auch auf ältere Artikel zu verweisen, die längst nicht mehr im eigenen Blog sichtbar sind. Nach einiger Zeit wandern alle Blog-Artikel ins eigene Archiv und fristen dort ihr Dasein. Einige Blogger highlighten ihre Best-Off-Artikel. Andere kümmern sich gar nicht darum, weil sie aktuell sein wollen. Dabei kann man auf dieses Potenzial relativ leicht zugreifen, wenn eine Google- oder andere -Suche installiert wurde. Nach einer kurzen Recherche finden sich oft Artikel, die bei einem themenfokusierten Blog passend sind. Warum also darauf verzichten? Letztlich stellt das auch einen sehr guten Leser-Service dar.

6. Die Chronologie der Texte reicht nicht aus

Aktuelle Artikel stehen in den meisten Blogs oben, ältere wandern nach unten und danach ins Archiv. Über Kalenderfunktionalitäten können die Artikel eines bestimmten Zeitraums gelesen werden. Doch darüber hinaus gibt es noch die Möglichkeiten, über Kategorisierungen nach Themen vorzunehmen und auch auf ältere Blog-Einträge zu verlinken.

7. Wie oft soll ich mein Blog mit Inhalten fülllen?

Während Jakob Nielsen die Ansicht vertritt, dass Blogger ihre Leserschaft nur durch regelmäßige Publikationszyklen halten können, bin ich genauso wie Oliver Wagner der Ansicht, dass es darauf alleine nicht ankommt. Zwar sollte man schon regelmäßig ein Posting setzen, um Aufmerksamkeit zu erregen. Hierbei ist ein Wechsel von langen und kurzen Beiträgen sehr sinnvoll. Dennoch gibt es keinen Grund sich einem fremden Rhythmus zu unterwerfen. Je nach Zielgruppe kann es völlig genügen, einmal in der Woche zu schreiben. Selbst das muss nicht immer der Fall sein. Dank RSS erhalten einige Leser ohnehin jeweils die Informationen. Ohnehin ist der Information Overload nicht zu unterschätzen. Es kommt deshalb nicht unbedingt auf die Menge der erschienenen Artikel an, wie dies auch Nielsen richtig erkennt, sondern auf deren Relevanz für den Leser.

8. Blogs sollten sich auf bestimmte Themen konzentrieren

Wer sich in seiner beruflichen Nische auf ein Thema fokussiert, entfaltet in seinem Bereich maximale Wirkung: Corporate Blogger können auf diese Weise ihre Leserschaft finden und entwickeln. Wer darüber hinaus viel über persönliche Dinge oder gänzlich andere Themen bloggt, der sollte sich lieber überlegen, ob nicht ein weiteres Blog Sinn macht. Ansonsten zwingt man seine Leser dazu, die Blogperlen unter zahlreichen Informationen herauszusuchen. Das enttäuscht viele Leser nur.

9. Digitale Spuren bleiben mit jedem Beitrag im Netz

Das Internet hat ein Gedächtnis. Zumindest bleiben die Daten im Web erhalten, ohne dass derjenige der sie einmal publiziert hat, sie komplett wieder entfernen kann. Google cached alte Websites. Andere gehen auf einen Artikel ein, zitieren daraus, Medien darüber unter Umständen darüber etc. haben Sie schon einmal Ihren Namen bei Google eingegeben? Nein, dann werden Sie erstaunt sein, wie viele Informationen bereits zu Ihrer Person vorhanden sind. Manchmal ist das für die Kundenbeziehung nicht besonders förderlich...

10. Der Domain-Name ist für ein Blog wichtig

Wer gefunden werden will, der sollte einen einfachen Blog-Namen wählen. Lange Bezeichnungen, die es bei Blog-Hostern gibt, lassen sich schwerer merken. Dennoch würde ich sie nicht wie Nielsen verwerfen, zumal ich selbst auf Typepad setze. Entscheidend sind alternative Domains (wie bespw. www.pr-blogger.de), die kürzer und verständlicher sind. Eine eigene Blog-Adresse ist in jedem Falle empfehlenswert. Diese lässt sich entweder auf die andere Hoster-Domain weiterleiten oder es können alle Daten via Domain-Mapping auf die eigene Domain übertragen werden. Nicht jeder möchte sich intensiv mit den technischen Lösungen auseinandersetzen. Die Unabhängigkeit vom Blog-Hoster hat auch ihren Preis.

>> Nielsen's top 10 Liste: Weblog Usability: The Top Ten Design Mistakes
>> Agentur-Blog: Jakob Nielsen über Weblog Usability: Die 10 größten Fehler
>> PR Blogger: Attraktiver Blog-Texten
>> PR Blogger: 10 Blog-Tipps zur Themenfindung

Klaus Eck, econcon

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Folgende Weblogs beziehen sich auf Top 10 der wichtigsten Blog-Usability-Regeln:

» PR-Blogger: Top 10 der wichtigsten Blog-Usability-Regeln von www.best-practice-business.de/blog
Klaus Eck, der PR-Blogger, hat sich durch den Artikel von Jabob Nielsen: The Top Ten Design Mistakes inspirieren lassen und seine Top 10 der wichtigsten Blog-Usability-Regeln publiziert. Aus den Top 10 habe ich meine per... [Mehr erfahren]

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