Vergesst Weblogs!
Unternehmen und deren Produkte stehen mitunter häufiger im Rampenlicht der Öffentlichkeit, als diesen lieb sein dürfte. Gerade Weblogs fördern einen rasanten Wandel der Medienlandschaft: Die Hoheit über Meinungen und Informationen schwindet bei einigen wenigen zugunsten einer breiten Verteilung dieser Deutungsmacht auf viele Schultern. Die Folge: Themenkarrieren sind zunehmend nicht mehr „von oben“ zu steuern.
Die Ursachen für diesen Wandel liegen aber jenseits von Weblogs: Das Internet selbst mit seinen vielfältigen neuen Strukturen und Werten ändert unseren Umgang mit Wissen und Worten schneller und radikaler als bisher gedacht. Es ist jene »heimliche« Medienrevolution (Erik Möller), die nach dem Geschrei der New Economy in allen Büros und Haushalten still und leise gediehen ist.
Weblogs helfen dabei, das Netz wieder salonfähig zu machen. Sie sind in dieser neuen Welt nur ein Mittel einer neuen kommunikativen Ordnung: die der Google-Gesellschaft.
Mit dieser neuen Ordnung ändern sich Kanäle, Diskussionen und Werte. Und entsprechend ändern sich die Anforderungen an Journalisten, PR-Berater und Unternehmen: Wir leben in einer Gesellschaft, die mit all ihrem Wissen (und Kommunikaten) jederzeit und von überall zugänglich ist. Es entstehen neue Öffentlichkeiten, in denen jeder Rezipient und Produzent sein kann. Für Unternehmen, Verbände und Institutionen wird es ebenso wie für Privatpersonen schwieriger, Informationen wieder aus dem Netz zu entfernen bzw. deren Karrieren zu steuern. Dem muss die Öffentlichkeitsarbeit Rechnung tragen und entsprechend verantwortungsvoll agieren.
Was der bisherigen Diskussion um Weblogs aber fehlt, ist der Schritt zurück. Denn durch das Internet gibt es eine Kluft zwischen Kommunikationspotenzial und -bedarf: Was sind eigentlich unsere Kommunikationsbedürfnisse?
(2) Wie stehen wir zueinander?
(3) Mache dieses oder jenes (nicht)!
Eine Reihe von Thesen wird in loser Folge in den nächsten Wochen im PR Blogger vorgestellt werden.
>> Das Buch »Die Google-Gesellschaft. Vom digitalen Wandel des Wissens«
Kai Lehmann

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