Blogger als Wahl-Berichterstatter
Parteinahe Blogger sollen auf dem Parteitag der Demokraten eine Kerry-Euphorie entfachen, indem sie ohne kritischen Abstand von der Convention berichten. Das meint Frank Patalong, der die Rolle des "Laien-Journalismus der Weblogs" kritisch betrachtet. In den USA haben Weblogs eine so große Reichweite erhalten, das niemand mehr wirklich an den Bloggern vorbei kommt. Eigentlich will das auch niemand mehr. Denn gegen die "Jungwähler-Motivatoren" hat die Demokratische Partei gar nichts einzuwenden. Kein Wunder, dass sie gleich 30 Blogger auf ihre Convention zum Bloggen eingeladen hat.
... Blogs bieten aus Sicht der werbenden Parteien erhebliche Vorteile: Sie sind offen subjektiv, parteiisch (oft im Sinne des Wortes) und erreichen quasi ohne Streuverluste die richtige Zielgruppe.Immer mehr vor allem junge Leser empfinden das als ehrlicher als den von den klassischen Medien durch Genrekonventionen und die Einhaltung von Handwerksregeln untermauerten Mythos der "objektiven" Berichterstattung. Blogs wie "TalkLeft", "DemocracyForVancouver" oder "DemocraticGirl" machen schon durch ihre Namenswahl klar, woher der publizistische Wind weht.
(Spiegel: Blogger als Berichterstatter?)
(...)
Die meisten der drei Dutzend Blogger sind zugleich stimmberechtigte Delegierte und wären darum sowieso hineingekommen. Das qualifiziert sie dann allenfalls zu Öffentlichkeitsarbeitern, und so sehen viele der Blogs auch aus: Sie sind reine Polit-PR. Das ist, als würden Schröders, Stoibers, Merkels Referenten ihre Wahlkampftagebücher als Berichterstattung verkaufen.
>>Auch die Tagesschau berichtet via Weblog von der US-Wahl
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